Mittwoch, 19. Juli 2017

|Stefka reads| "Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth

"Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land."


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" 

Stephan Orth 
Sachbuch 
Deutsch 
E-Book 
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Neu Kategorie für diejenigen, die nicht die komplette Rezension durchlesen möchten... 
Empfehlung: für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wie der Alltag in Russland aussieht und sich nicht von der Kategorie "Sachbuch" abschrecken lassen.

Russland (respektive die Sowjetunion) fasziniert mich schon seit Kindertagen. Ich bin mir nicht sicher, woran das liegen mag, wahrscheinlich an meiner Liebe zum Eiskunstlaufen, denn da fand ich die russischen Eisläufer schon immer am besten. Als ich "Couchsurfing in Russland" entdeckte habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte, denn der Klappentext erweckte bei mir den Eindruck, dass man einen tiefergehenden Einblick in die russische Seele erhalten würde. 

Das Buch ist in kurze Kapitel gegliedert, in denen der Journalist Stephan Orth seine Erfahrungen als Couchsurfer in verschiedenen russischen Regionen schildert. Er konzentriert sich hierbei nicht auf die auch weniger Russland interessierten Menschen bekannten Städte Moskau und St. Petersburg sondern begibt sich auch in ganz weit im Osten belegene Regionen mit teilweise (zumindest im Winter) klimatisch unmenschlichen Bedingungen. 

Daneben enthält jedes Kapitel ein Schlagwort zu einem Buchstaben des Alphabets mit den entsprechenden Erläuterungen. So etwas mag ich sehr gerne, denn es lockert die einzelnen Kapiteltexte auf. Das gilt auch für die kurzen Erkenntnissgewinne, die der Autor am Ende eines jeden Kapitels formuliert, sowie für die enthaltenen Fotos. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von  Stephan Orth


"Couchsurfing in Russland" ist für mich eines jener Sachbücher, das sich wie Unterhaltungsliteratur liest. Ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl, eine trockene Abhandlung von Fakten in Händen zu halten. Mich haben vor allem der Humor und die Unvorgenommenheit gefallen, mit denen Stephan Orth an dieses Projekt herangegangen ist. So hat er sich in Regionen vorgewagt, die keinen guten Ruf haben. Auch hat er die Einwohner Russlands, die er kennengelernt hat, nie von oben herab behandelt. Obwohl er selbst offensichtlich kein großer Putin-Fan ist, hat er trotzdem versucht zu verstehen, warum dieses Volk sich einen starken Führer wünscht und dabei gewillt ist, Einbußen z.B. bei der Presse- und Meinungsfreiheit hinzunehmen. Auf diese Weise gelingt es dem Autor tatsächlich, den von mir gewünschten Einblick in die russische Seele zu geben. Es ist zwar noch immer ein Mysterium für mich, wie ein Volk, dass so viel Begeisterung für Kunst (z.B. Ballett) zeigt, gleichzeitig so viele blutrünstige Herrscher hervorbringen kann, trotzdem beginnt man zu verstehen, dass ein riesiges, nicht sonderlich homogenes Land mit wenig Erfahrung in Sachen Demokratie vielleicht überhaupt nicht wie ein westeuropäischer Staat regierbar ist. Außerdem kann man erkennen, dass dort auch Menschen "wie du und ich" leben, die ähnliche Träume und Ziele in ihrem Leben verfolgen. 


"Couchsurfing in Russland - Wie ich fast zum Putin-Versteher wurde" von Stephan Orth


Meine Meinung, dass manches heute anders laufen würde, wenn sich der Westen sich in den Jahren nach dem Zusammenbruch des Kommunismus anders (= weniger arrogant) gegenüber Russland verhalten hätte, wurde bestätigt. Der Westen hätte ahnen können, dass eine ehemalige Weltmacht empfindlich reagiert, wenn man ihr diesen Weltrang abspricht. 

Dadurch, dass in jedem Kapitel eine andere, zum Teil weit auseinander liegende Region Russlands behandelt wird, ist es mir schwer gefallen, einen Überblick zu behalten und vor allem die mir teilweise vorher namentlich nicht bekannten Stationen auseinanderzuhalten. Hier hat für meinen Geschmack ein bisschen der rote Faden gefehlt. 

Davon abgesehen, hat mir dieses Buch genau die perfekte Mischung aus Sachbuch und Unterhaltung gebracht, die ich erwartet habe. Wer hier eine tiefgreifende Analyse von Russlands Problemen erwartet, ist sicher falsch, dafür bekommt man einen lebensnahen, kurzweiligen und charmanten Einblick in den russischen Alltag. 


Dienstag, 18. Juli 2017

|About my week| Social Detox in der Provinz


Windrad Windenergie Wald
Brandneues Windrad bei meinen Eltern daheim. Mein Heimatdorf ist mittlerweile von Windrädern umgeben. Natürlich ein Einschnitt in die Landschaft - aber ich finde es trotzdem wichtig, auf solche alternativen Energien zu setzen. 

Wie war die WOCHE?

Abwechslungsreich. Am Montag habe ich zum letzten Mal unterrichtet. Das ist normalerweise ein großer Einschnitt in meinem Jahresablauf, dass es sich jedesmal anfühlt, als hätte ich eine wichtige Aufgabe hinter mich gebracht. Dieses Mal lief das eher so „en passant“. Vermutlich weil ich aktuell so viele neue und spannende Dinge erlebe, dass sich das Unterrichten im Vergleich beinahe alltäglich anfühlt. Schade, schade, Schokolade, dass mir der goldige Doktor-Jura-Prof nur an meinem letzten Tag ganz kurz begegnet ist. Immerhin hat er gelächelt… 

Am Dienstag und Mittwoch habe ich an einer Fortbildung teilgenommen, so dass ich nur an zwei Tagen „richtig“ gearbeitet habe. Sehr schön war das abendliche Burger-Date mit einer Kollegin am Dienstag Abend. Bis letztes Jahr haben wir uns sehr regelmäßig gesehen, aufgrund meines Wechsels sehen wir uns mittlerweile nur noch sporadisch und da hat man sich so richtig viel zu erzählen. Super schön fand ich unseren Abschluss in einer Stuttgarter Freiluftbar. Es war ein toller, warmer aber nicht drückend heißer Sommerabend und der Blick auf Stuttgart war einfach gigantisch. Auch ich bin manchmal überrascht, dass die Stadt mehr zu bieten hat als Feinstaub und Stuttgart21. 

Das Wochenende habe ich bei meinen Eltern daheim verbracht. Im Prinzip pure Entspannung und mangels Internetanschluss (und Empfang der Güteklasse „E“ auf dem Smartphone) parallel dazu „Social Media Detox“. Beim Frisör war ich auch (wurde Zeit, ich habe meine Haare nur noch zusammengebunden und geflochten getragen) und dort wurde ich um die oben beschriebenen Vorteile eines Großstadtlebens beneidet. Die Mädels haben sich vor allem über einen nachlässigen Kleidungsstil (böse Zungen behaupten, dass man den männlichen Hohenloher an einer Art Ausgehuniform aus Jeans und kariertem Hemd erkennt) und das gemeinschaftliche Weggehziel „Alkoholkonsum“ beschwert. 


Schlossplatz Stuttgart
Schlossplatz Stuttgart

Sehenswerter Link der WOCHE:

Lina Mallon hat nicht nur einen außergewöhnlich guten Schreibstil, sie liefert auch wundervolle Bilder und ein ganz eigenes Layout, dass an ein hochwertiges Magazin erinnert. In diesem Blogpost fasst sie außerdem Gedanken zum Thema Feminismus zusammen, die auch mich bewegen. Ich habe zum Beispiel ein Problem mit der Institution „Frauenversammlung“ bei uns bei der Arbeit. Warum gibt es so etwas nur für Frauen? Wie kann das der Gleichberechtigung dienlich sein? Müsste es dann nicht mindestens auch eine Männerversammlung geben? 

Erkenntnis der WOCHE:

Qualität zahlt sich aus. Und gutes Handwerk hat seinen Preis. Meine Familie ist seit mehreren Generationen (Groß-)Kunde bei einem familiengeführten Optiker. Ich habe dort diverse Brillenmodelle gekauft, meine aktuelle Brille habe ich jedoch bei einem Optiker näher an meinem aktuellen Wohnort erworben (zwar eine Kette, aber trotzdem ein lokaler Anbieter und kein Billigheimer). Mit der Qualität des Brillengestells und der Gläser bin ich prinzipiell zufrieden. Allerdings drückt die Brille seit Wochen und die kriegen das einfach nicht in den Griff. Deshalb war ich am Samstag beim Kleinstadtoptiker und was war? Der Optiker wirft einen Blick auf meinen Bügel hinter dem Ohr und weiß SOFORT, woran das Problem liegt. Jetzt sitzt die Brille perfekt und drückt überhaupt nicht mehr. Da merkt man, wo super geschultes Personal mit langjähriger Erfahrung am Start ist. 


Windrad Windenergie Wald

Spruch der WOCHE:

„Ich muss schauen, wie ich mir ein Würstle organisiere.“ Mein Bruder auf die Frage, auf was er beim Mittagessen warten würde (und mit Blick auf das Paar Saiten auf dem Teller meines Vaters).

Auf meinem Blog diese WOCHE:

Leider war es sehr ruhig auf meinem Blog. 



Montag, 10. Juli 2017

|About My Week| Schiff ahoi!


Speyer
Die Innenstadt von Speyer mit Blick auf den Dom

Wie war die WOCHE?

Heiß. Spontan. Schiffslastig. 

Am Dienstag war Betriebsausflug, und wir sind mit dem Schiff von Karlsruhe nach Speyer geschippert. Die Fahrt war kurzweiliger als von mir erwartet, was aber eher an den Kollegen denn der Landschaft lag. Das Panorama fand ich unspektakulär und kann am treffendsten mit "grün" beschrieben werden (unterbrochen durch einen Schrottplatz und ein Kernkraftwerk). Also die Hurtigruten waren es nicht gerade... In Speyer angekommen sollte eigentlich sofort eine kombinierte Dom- und Stadtführung stattfinden. Durch ein Kommunikationsproblem beim Tourismusbüro kamen alle Domführer zu spät und auch die im Anschluss benötigten Stadtführer waren nicht rechtzeitig vor Ort, so dass wir mehrfach sinnlos in der Gegend herum standen. Das Ende vom Lied war, dass wir nach der verkürzten Stadtführung direkt aufs Schiff hetzen mussten und keine Minute zur freien Verfügung in Speyer hatten. 

Das war für mich ein Zeichen, dass ich eher keine Kreuzfahrt machen möchte, denn wahrscheinlich würde es mir dort genauso ergehen: ich würde mit dem Gefühlt nach Hause zurückkehren, dass ich all die per Schiff angelaufenen Städte noch einmal alleine und in Ruhe aufsuchen muss. 

Speyer selbst ist ein schnuckeliges Städtchen und der Dom zwar beeindruckend groß, aber nicht sehr prächtig gestaltet sondern eher schmucklos. Gäbe es nicht eine einzelne Mutter Gottes, würde es für mich eher nach evangelischer als katholischer Kirche aussehen. Da gefällt mir der Dom von St. Blasien im Schwarzwald besser.

Aufgrund eines überraschend komplett freien Wochenendes und einer eigentlich positiven Wettervorhersage habe ich mich gemeinsam mit einer Freundin zu einem spontanen Trip an den Bodensee inklusive einer Übernachtung entschlossen. Das Wetter war am Samstag zunächst auch gut. Genauer gesagt zu gut. Es war so heiß, dass abends ein Unwetter über Konstanz hereingebrochen ist. Ich werde einen separaten Blogpost zum Bodensee verfassen, aber so viel schon einmal vorab: so nass war ich noch nie in meinem Leben.

Außerdem hatte ich letzte Woche ein kleines, sehr schönes Erlebnis. Ich kaufe mir derzeit regelmäßig  in derselben Bäckerei morgens um eine ähnliche Zeit einen Laugenbagel mit Kürbiskernen und hatte schon länger das Gefühl, dass man mich in der Bäckerei "kennt". Nun wurde ich von einer Verkäuferin angesprochen, ob ich eigentlich jeden Morgen meine Haare selbst machen würde. Ich habe das bejaht, und sie meinte, meine Haare würden immer so toll aussehen, und ich würde sie auch ständig anders tragen. Das hat mich total gefreut, denn ich gebe mir wirklich Mühe mit meinen Haaren, wobei ich selbst denke, dass ich das nicht so gut hinkriege wie irgendwelche Blogger. Zur Zeit trage ich meine Flechtfrisuren auch eher aus Verlegenheit, weil ich wirklich DRINGEND zum Frisör muss und so lange die Haare nicht offen tragen möchte. Und wer sich fragt, warum ich dazu in der Lage bin, meine Haare selbst französisch zu flechten: ich hatte als Kind so einen Puppenkopf zum Haare machen üben. Das zahlt sich heute noch aus... (Mein Bruder hat dem Puppenkopf übrigens später eine unschöne Ponyfrisur verpasst).


Diego
Diego

Sehenswerter Link der WOCHE:

Dariadaria hat generell einen sehr lesenswerten Blog, diesen Post hier fand ich aber besonders interessant. Nicht nur, weil sie Packtipps für eine Rucksackwanderung gibt sondern vor allem, da der Artikel einen Link zu dem Instagramprofil von ernstjetzt beinhaltet, der aktuell auf dem Jakobsweg unterwegs ist. Ich folge ihm mittlerweile bei Instagram und mag seine Bilder und Stories wirklich sehr. 

Erkenntnis der WOCHE:

Komme NIE, NIE auf die Idee, nur ein Paar Schuhe mitzunehmen, auch wenn Du nur für zwei Tage verreist und der Wetterbericht schönstes Hochsommerwetter verheißt. Das Unwetter hat meine schönen, roségoldenen Birkenstocks ruiniert, und ich war sooo froh, noch ein Paar Turnschuhe dabei zu haben.


Dom von Speyer
Dom von Speyer

Spruch der WOCHE:

"Eine ehemals hübsche Blondine..." Das kommt dabei heraus, wenn Männer versuchen, eine Frau zu beschreiben.

Freitag, 7. Juli 2017

|Stefka reads| Mein Lesemonat Juni 2017

Im Überblick 

Mein Lesemonat Juni war ein erfolgreicher. Sowohl auf die Anzahl der gelesenen Bücher bezogen als auch deren Qualität. Es waren einige echte Highlights dabei. Insgesamt stehen 9 Bücher auf meiner Leseliste. 6 davon waren E-Books, 2 Hörbücher plus ein "richtiges" Buch. Dominierend war mit einer Anzahl von 3 Büchern das Genre New Adult, was sich darin begründet, dass ich mit der Off-Campus-Reihe von Elle Kennedy begonnen habe. Meine Highlights waren drei Bücher, die ich mit jeweils 4,5 Sternen bewertet habe: "When It's Real" von Erin Watt, "Schwarzwasser" von Andreas Föhr" und "Landliebe" von Jana Lukas. 


Mein Lesemonat Juni 2017

Im Detail 

  • Etwas enttäuscht war ich von dem Hörbuch "Grand Prix" von Martin Walker, denn hier hat "Bruno Chef de Police" die übliche Qualität in seinen Ermittlungen vermissen lassen. Ich hoffe, der nächste Krimi der Reihe wird wieder stärker werden. 
  • "When It's Real" von Erin Watt hat mich zwar damit überrascht, dass es eine Geschichte aus dem unschuldigeren Genre "Young Adult" und definitiv nicht aus dem Bereich "New Adult" (wie die Royal-Reihe) ist, ich habe die Geschichte um ein "Girl Next Door" und einen jugendlichen Rockstar (nach dem Vorbild von Justin Bieber?!) trotzdem sehr gerne gelesen und konnte gewisse Parallelen zu potentiellen "Fake"-Beziehungen von deutschen Stars der Schlager- und Volksmusikszene feststellen.  
  • Aus Elle Kennedys Off-Campus-Reihe habe ich die ersten drei von insgesamt vier Bänden gelesen. "The Deal", "The Mistake" und "The Score" haben mich allesamt wunderbar unterhalten, allerdings konnten sie mich aufgrund unnötiger und übertriebener Dramaelemente gegen Ende nicht vollends überzeugen. Hierzu folgt eine Sammelrezension, sobald ich den letzten Band gelesen habe. 
  • Ich kann es nicht glauben, dass ich schon wieder ein ganzes Jahr auf den nächsten Band der Kreuthner & Wallner-Reihe warten muss. "Schwarzwasser" von Andreas Föhr konnte mich genau wie die Vorgängerbände begeistern. Ich kenne keinen Regionalkrimiautoren, der die Qualität seiner Bücher über viele Bände so hoch hält wie Andreas Föhr. Außerdem sind mir sowohl Oberchaot Kreuthner als auch der brave, immer frierende Wallner total ans Herz gewachsen. 
  • Ein weiteres Highlight war "Landliebe" von Jana Lukas. Eine richtig schöne Liebesgeschichte, die auch beim Leser Herzflattern hervorruft. Den "Bauer sucht Frau"-Hintergrund fand ich ebenfalls absolut genial. Eines der besten deutschen Bücher, dass ich in diesem Jahr gelesen habe. 
  • Ich habe bereits alle Vorgängerbände von "Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann gelesen. Auch dieses Mal habe ich mich gerne in das sommerliche Hamburg entführen lassen. Die ernsten Momente in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung fand ich gelungen.  

In Favoriten 

  • Lieblingscharakter: der immer frierende, immer korrekte Kommissar Wallner (am liebsten im Zusammenspiel mit Opa Manfred)
  • Lieblingscover: das wundervoll blumige Cover von "Landliebe" 
  • Lieblingsort: die Gegend rund um den Tegernsee und insbesondere das Mangfalltal - die Heimat von Kommissar Wallner
  • Lieblingspaar: Köchin Ellie & Winzer Tom aus "Landliebe" - so ein schönes und charismatisches Paar, seufz...



Dienstag, 4. Juli 2017

|Stefka travels| Burg Hohenzollern und Rottweil


Burg Hohenzollern
Burg Hohenzollern

Ich mag es, die ganzen Feiertag im Mai und Juni bei schönem Wetter für Ausflüge zu nutzen. Auch ein Tagesausflug kann einen Ausbruch aus dem Alltag bedeuten und für die nötige Erholung sorgen. 

Friedrich der Große
Eine der berühmtesten Persönlichkeiten aus dem Geschlecht der Preußen: Friedrich der Große

In diesem Jahr war der 1. Mai sehr verregnet, und ich war Christi Himmelfahrt bereits anderweitig verplant, so dass nur Fronleichnam übrig geblieben ist. An dem Tag war sehr heißes Wetter vorhergesagt, so dass ich mich für einen Tagesausflug auf die Burg Hohenzollern entschieden habe. Die Burg Hohenzollern befindet sich zwischen Balingen und Tübingen irgendwo in der schwäbischen Provinz. Ich habe die Burg Hohenzollern bereits vor vielen Jahren im Urlaub gemeinsam mit einer Freundin und deren Familie besichtigt. Irgendwie sind mir damals vor allem die Pantoffeln, die man dabei tragen musste, in Erinnerung geblieben... 


Das Hauptportal der Burg
Das Hauptportal der Burg

Aufgrund dieses Besuches wusste ich auch, dass man die Burg nur im Rahmen einer Führung und nicht auf eigene Faust besichtigen kann. Das ist auch heute noch der Fall, allerdings war ausgerechnet an Fronleichnam die Sonderaktion "Flanieren auf Burg Hohenzollern", was bedeutet, dass keine Führungen stattgefunden haben, und man stattdessen alleine durch die Räume marschiert ist. Das fand ich schade, denn zum einen fehlten mir die Hintergrundinformationen und zum anderen hatte ich den Eindruck, dass weniger Räume zugänglich waren als damals bei einer Führung. Die Kasematten, die beiden Kirchen, die Porzellan- und Waffensammlung fand ich interessant, wohingegen ich von der Anzahl der Schlaf-, Ess- und sonstigen Räume enttäuscht war. Ich bin mit dem Gefühl gegangen, dass ich noch einmal zu einer richtigen Führung zurückkehren muss. 


Blick von der Burganlage auf die ländliche Umgebung
Blick von der Burganlage auf die ländliche Umgebung

Auf dem Weg zu Burg gibt es zwei große Parkplätze. Von dort aus hat man die Wahl, ob man den Aufstieg zur Burg zu Fuß oder mit einem Shuttlebus in Angriff nehmen möchte. Normalerweise bin ich immer für laufen, allerdings war es an dem Tag bereits morgens so warm, dass der Busshuttle die bessere Alternative war. Auf dem Rückweg sind wir jedoch zu Fuß gegangen - und hatten prompt Muskelkater in den Wanden. Der Weg war trotzdem schön, da man die meiste Zeit im Wald unterwegs ist. 


Wunderschönes Porzellan
Wunderschönes Porzellan


Der Eintritt für die Schlossanlage inklusive Führung durch die Räume kostet 12 Euro (nur Schlossanlage ohne Führung und ohne Zutritt zu den Innenräumen: 7 Euro). Das finde ich für ein so beeindruckendes Gebäude - den Stammsitz des preußischen Königshauses - absolut in Ordnung. Der Busshuttle kostet extra (einfach ca. 2 Euro und hin und zurück ca. 3 Euro).  


Impressionen aus der Burg
Impressionen aus der Burg


Was ist mir dieses Mal besonders im Gedächtnis geblieben (sowie die Pantoffeln beim letzten Mal):

- sehr viele amerikanische Besucher (mehr als Asiaten)
- es bewährt sich mal wieder, dass man morgens vor 11:00 Uhr vor Ort ist, da einfach viel weniger los ist
- irgendwie seltsam, dass die Burg nicht in Preußen liegt, aber trotzdem der Stammsitz der Preußen ist. Eine Art Exklave. 
- das, was heute steht, ist nicht die Originalburg sondern die dritte Version, deren Grundstein erst 1850 gelegt wurde. Also nix mit Rittern, die jemals in den aktuellen Räumen gehaust haben.
- der Chef des Hauses Preußen, dessen Hochzeit vor ein paar Jahren im TV übertragen wurde  (ich LIEBE Adelshochzeiten...), hat mittlerweile vier Kinder!


Statue auf Burg Hohenzollern
Statue auf Burg Hohenzollern

Sanfter Engel
Sanfter Engel - hatte ich schon ewig nicht mehr bestellt... War sehr lecker. 


Da wir noch genügend Zeit hatten, haben wir nach dem Besuch der Burg eine Detour nach Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, unternommen. Dort haben wir u.a. die Baustelle des riesigen Aufzugturms von ThyssenKrupp Elevator gesehen. Rottweil ist ein wirklich hübsches, mittelalterliches Städtchen, nur leider war es an dem Nachmittag zu heiß, um das wirklich genießen zu können. 

Die Altstadt von Rottweil
Die Altstadt von Rottweil

Beeindruckendes Deckengemälde in einer Rottweiler Kirche
Beeindruckendes Deckengemälde in einer Rottweiler Kirche

Heiligenfigur in einer Rottweiler Kirche
Heiligenfigur in einer Rottweiler Kirche

Trotz nicht idealen Wetters war es ein toller Ausflugstag. So etwas möchte ich möglichst bald wiederholen!


Sonntag, 2. Juli 2017

|About My Week| Eine Woche, die mich geschafft hat...

pinkfarbene Blume

Wie war die WOCHE?

Anstrengend! Und das, obwohl ich niemand bin, der leicht zu stressen ist. Das liegt nicht daran, dass mein Leben komplett stressfrei wäre, wie mir gerne unterstellt wird. Ich habe den Eindruck, dass Außenstehende häufig denken, man würde das perfekt Leben führen, wenn man nicht jammert und die Dinge so nimmt, wie sie sind. Dabei würde ich meinen Job durchaus als anspruchsvoll bezeichnen. Wahrscheinlich habe ich einfach die Gabe, gut abschalten zu können und Stress nicht als etwas Negatives sondern als Herausforderung zu sehen. Das war zumindest das Ergebnis eines Tests in einer Zeitschrift, den ich letzte Woche gemacht habe. Okay, man mag über die Qualität einer solchen Auswertung streiten, aber ich fand mich selbst ziemlich gut getroffen. 

Die vergangene Woche hat mich auch nicht wegen zu viel Arbeitsaufkommens an die Grenzen gebracht sondern durch die Konfrontation mit vielen neuen Menschen und der damit verbundenen Erwartungshaltung, mich auf diese einzulassen, Konversation zu betreiben etc. Seit ich weiß, dass ich in die Kategorie "Introverts" falle, ist mir bewusst, dass es kein Fehler meinerseits ist, dass mir so etwas wahnsinnig schwer fällt, und ich mich in diesen Situationen unter 150 Menschen sehr alleine fühlen kann, sondern dass das einfach Ausfluss meiner Persönlichkeit ist. Sabine von "A Hungry Mind" schreibt auf ihrem Blog in der Kategorie #introvertsdiary sehr schön über dieses Phänomen, z.B. hier.  Mir hilft es wirklich, zu wissen, dass das ganz normal und kein Makel ist. 

Auf alle Fälle bin ich seit Donnerstag Abend gefühlt todmüde und bin z.B. am Freitag und Samstag jeweils nachmittags auf der Couch eingeschlafen. 

Der dreitägige Worktrip am Anfang der Woche hatte jedoch auch seine guten Seiten, denn ich habe zum ersten Mal an einer modernen Art der Schnitzeljagd teilgenommen. Es galt verschiedene Ort in Karlsruhe aufzusuchen und dazu passende Aufgaben zu lösen. Man war innerhalb kürzester Zeit total in der Aufgabe drin und die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Ich habe mein ganzes Leben lang gerne Spiele gemacht. Ich finde, das ist auch als Erwachsener z.B. zusammen mit Kindern eine tolle Beschäftigung (okay, so lange es nicht "Tempo kleine Schnecke" ist, denn das Spiel ist echt sterbenslangweilig... Ich weiß wovon ich rede, denn mein Bruder hat das Spiel geliebt) und meine Liebe zum Brettspiel kommt auch bei den Kindern meiner Freunde immer gut an.


Karlsruhe
Karlsruhe am Abend

Sehenswerter Link der WOCHE:

Ich träume schon seit langem von einem Roadtrip und Lina Mallons Blogbeitrag über ihre Reise mit einem Mini weckt totales Fernweh in mir. Vor allem, da sie auch noch Bilder aus Südtirol präsentiert. Wie gerne wäre ich jetzt auf dem Sellajoch (oder in Gais...).


Bietigheim-Bissingen
Bietigheim-Bissingen

Erkenntnis der WOCHE:

Ich muss wohl schon als Kind sehr penibel gewesen sein, denn wenn ein ca. 30 Jahre altes Brettspiel wie neu aussieht, muss man wirklich sehr pfleglich damit umgegangen sein. Kleine Anekdote am Rande, als ich dieses Spiel damals zum ersten Mal mit meinem Vater gespielt habe, dachte der, dass die kleinen Tannenzapfen, die man mit seiner Spielfigur in einer Schubkarre transportieren muss, nicht zum Spiel gehören sondern essbare Erdnüsschen wären.



Spruch der WOCHE:

"Ah, dann bist Du das neue Team!" Ich habe Kollegen, die so einen brillanten Ruf haben, dass man ihnen zutraut, als Einzelperson eine komplette Truppe zu ersetzen....

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Samstag, 1. Juli 2017

|Stefka reads| "Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann

"Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann

"Das Leben fällt, wohin es will"

Petra Hülsmann  
Chick Lit
Deutsch
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Marie ist das schwarze Schaf der alteingesessenen Hamburger Reederfamilie Ahrens, denn sie verbringt ihre Zeit lieber auf dem Kiez als in der Werft, jobbt als Kellnerin und lebt in den Tag hinein. Als ihre Schwester an Brustkrebs erkrankt, bricht der Ernst des Lebens unerbittlich über Marie herein, denn sie muss sich nicht nur um die Kinder ihrer Schwester kümmern sondern auch deren Platz in der ungeliebten Werft einnehmen. Sie nimmt sich fest vor, ihre Zeit dort einfach abzusitzen, jedoch hat sie nicht mit ihrem Herz gerechnet, dass nicht nur wieder für den Bootsbau sondern auch für den attraktiven Geschäftsführer Daniel zu schlagen beginnt...

Ich habe alle Vorgängerbände von Petra Hülsmann gelesen und mag besonders ihren sehr leicht zu lesenden, unterhaltsamen Schreibstil und die Art und Weise, wie sie Hamburg in ihre Geschichten einbringt. Man fühlt sich als Leser, als würde man gemeinsam mit den Hauptdarstellern durch die Hansestadt flanieren. Gleichzeitig denke ich, dass diese Fixierung auf einen Schauplatz langsam zu einem Schwachpunkt werden könnte. Vielleicht müsste Petra Hülsmann nicht einmal Hamburg verlassen, ich habe mir überlegt, dass es ausreichen würde, wenn die Geschichte nicht im sommerlichen sondern im winterlichen Hamburg spielen würde. Das wäre meiner Meinung nach eine schöne Abwechslung. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle lobend erwähnen, dass ich den Schiffsbau-Background als sehr spannend empfunden habe. 


"Das Leben fällt, wohin es will" von Petra Hülsmann


Am Anfang hatte ich Bedenken, dass sich Marie Ahrens als eine jener nervigen Protagonistinnen entpuppen könnte, die einem das komplette Buch verleiden. Mir ist ihre Antriebslosigkeit auf die Nerven gefallen. Zum Glück kriegt sie bald die Kurve und entwickelt sich zu einer sympathischen Hauptdarstellerin. 

Daniel hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. So ein toller Mann! Fast schon zu perfekt. Oder eher so perfekt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es ein solches Prachtexemplar auch im wahren Leben gibt. 

Die Krebserkrankung von Maries Schwester und vor allem die Phase der Behandlung wird sehr intensiv und für einen Unterhaltungsroman überraschend realitätsnah dargestellt. Mich hat diese Schilderung daran denken lassen, was für ein hohes Gut die Gesundheit ist. Und dass ich mir kaum etwas Schlimmeres vorstellen kann als eine Krebserkrankung, denn nach einer auszehrenden Behandlungsphase muss man sein ganzes Leben lang mit einem Rückfall rechnen. 

Allen Fans von Taxifahrer Knut sei gesagt, dass dieser ebenfalls wieder einen Gastauftritt hat. Bin ich eigentlich der einzige Leser, der bei dessen Beschreibung an Horst Schlömmer alias Hape Kerkeling denken muss?!

Abschließend möchte ich Petra Hülsmann dazu gratulieren, dass es ihr erneut gelungen ist, eine tolle Strandlektüre abzuliefern. Eine Kaufempfehlung für alle, die noch nicht wissen, was sie im Urlaub lesen möchten.