Sonntag, 25. Juni 2017

|Stefka reads| "Landliebe" von Jana Lukas

"Landliebe" ist ein absoluter Zufallstreffer. Ich hatte davor noch nie etwas von der Autorin gehört. Als ich durch eine Buchhandlung geschlendert bin und nach einem Muttertagsgeschenk für meine Mutter Ausschau gehalten habe, ist mir das Buch in die Hände gefallen, und ich habe es spontan für meine Mutter gekauft. Die war direkt begeistert, und als ich letztes Wochenende bei meinen Eltern daheim war, habe ich das Buch an einem Tag in einem Rutsch gelesen.


"Landliebe" von Jana Lukas

"Landliebe"

Jana Lukas  
Chick Lit  
Deutsch 
ausgeliehen 
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Köchin Ellie kämpft mit einem finanziellen Engpass. Ihre Freundin präsentiert ihr eine kreative Lösung: die Teilnahme an der TV-Show "Landliebe". Auch die Familie von Winzer Tom benötigt Geld zur Rettung ihres Weinguts und meldet ihn kurzerhand als Kandidaten bei derselben Show. So findet sich Ellie in einem viel zu engen Dirndl, mit kunstvoller Flechtfrisur und als angeblich künftige Nagelstudiobesitzerin auf dem Hof vom "treuherzige Tom" (oder so, Ähnlichkeiten mit echten TV-Shows sind natürlich rein zufällig) wieder. Der ist wenig begeistert von der auf den ersten Blick oberflächlichen Großstadttussi und lässt es sie mehr als deutlich spüren, dass sie auf seinem Weingut unerwünscht ist. Da hat er jedoch nicht mit Ellies Hartnäckigkeit gerechnet...


"Landliebe" von Jana Lukas


Für mich ist dieses Buch die perfekte Sommerlektüre. Leicht zu lesen, unterhaltsam, witzig und mit einem tollen Paar in der Hauptrolle. 

Der Humor in der Geschichte rührt vor allem von den "Bauer sucht Frau"-Anspielungen. Die sind so gut gemacht, dass man sich sofort vorstellen kann, dass es dort genauso zugeht: dass komplette Häuser umgeräumt und auf altbacken getrimmt, neue Hobbies erfunden (in Toms Fall Modellflugzeugbau, na ja, zumindest nicht "Malen nach Zahlen"...) und Schauspielerinnen als Kandidatinnen eingesetzt werden. 

Sehr gut gefallen hat mir auch der Winzer-Hintergrund der Geschichte. Das war interessant und außerdem haben mir schon als Kind Serien wie "Moselbrück" gut gefallen. Hier hat sich in "Landliebe" auch die wundervolle Landschaft entlang der Mosel großartig eingefügt. 

An der Stelle muss ich der Autorin sowieso ein großes Kompliment für die Wahl ihres Settings machen. Endlich einmal die "Chick Lit"-Geschichte einer deutschen Autorin, die nicht in Bayern, Hamburg, Berlin oder gleich in den USA spielt. Die Gegend rundum Bernkastel-Kues in Rheinland-Pfalz fand ich eine geniale und dringend benötigte Abwechslung. 


"Landliebe" von Jana Lukas


Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten, die mich ein gestört haben. Dazu gehört die unvermeidliche Heimlichkeit, bei der von Anfang klar ist, dass sie herauskommt, hinsichtlich derer einer der Protagonisten aber trotzdem doof genug ist, die Karten nicht rechtzeitig auf den Tisch zu legen, so dass Potential für einen ersten Streit entsteht. Auch fand ich es etwas unlogisch, dass Tom am Anfang Interesse an einer Schauspielerin zeigt, wohingegen er Ellie ablehnt, weil sie ihm als künftige Nagelstudiobesitzerin zu großstädtisch ist. Aber eine Schauspielerin meint er an seinen Hof binden zu können? Ansonsten fällt mir als Negativpunkt nur der etwas zu plakativ geratene Gegenspieler von Tom ein.

Diese kleinen Kritikpunkte werden durch die herzliche Ellie und den manchmal grantigen, aber trotzdem liebenswerten Tom aufgewogen. Zwischen den beiden herrscht von Beginn an genau das Kribbeln, das ich bei solchen Büchern liebe. Diese "Kribbel-Phase" dauert auch lange an, was ich sehr gerne mag und trotzdem gehört "Landliebe" nicht zu den typisch deutschen "Chick Lit"-Romanen, bei denen sich das Paar erst auf der letzten Seite findet. 

Von mir eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die noch nach der passenden Urlaubs- oder Strandlektüre suchen.

Mit diesem Buch nehme ich an der "Lieblingsbuch für den Sommer"-Aktion von "Der Duft von Büchern und Kaffee" teil.

|About My Week| 36 Grad und es wird noch heißer...


Johannisbeeren
Bei meinen Eltern daheim wurde ich beim "Träuble abzopfen" (= Johannisbeeren vom Stängel entfernen) unterstützend tätig. Man glaubt nicht, wie viel Arbeit in so einer Portion für einen Johannisbeerkuchen steckt...

Wie war die WOCHE?

Heiß! Habe ich prinzipiell nichts gegen einzuwenden - wobei in diesem Fall Meer und Pool verfügbar sein sollten. Ich möchte mich dennoch nicht beschweren, definitiv besser als Dauerregen. Im klimatisierten Büro ließen sich die Temperaturen auch ganz gut aushalten. Nur das Unterrichten in nicht klimatisierten Räumen und bei schwierigem Stoff ging echt an die Substanz. Wobei ich die Studenten wahrscheinlich mehr gequält habe als die Hitze mich. 

Am Wochenende war ich bei meinen Eltern daheim und habe viel Zeit mit Lesen verbracht. Ich habe einen sommerlichen Roman von Petra Hülsmann beendet und ein weiteres Buch, das ich als noch schönere Sommerlektüre empfunden habe ("Landliebe" von Jana Lukas), komplett gelesen. 



Sehenswerter Link der WOCHE:

Dem einen oder anderen wird der deutsche Blogger Riccardo Simonetti schon im Internet, TV oder in Zeitschriften begegnet sein. Er war u.a. Teil der "Bloggerwoche" bei "Shopping Queen". Ich selbst habe ihn schon "live und in Farbe" auf der Frankfurter Buchmesse gesehen. Nein, er hat dort kein Buch vorgestellt sondern war als normaler Besucher zu Gast, und es war purer Zufall, dass ich Zeuge wurde, wie er von jemandem angerempelt wurde. Die Person hat sich bei ihm entschuldigt, wofür sich Ricci wiederum ausgesprochen nett und von Herzen kommend bedankt hat. Das fand ich super lieb und seitdem bin ich mir sicher, dass er in echt genauso herzlich ist, wie es online scheint. 

Kürzlich hat Ricci auf seinem Blog "The fabulous life of Ricci" einen wundervollen Artikel veröffentlicht, in dem er davon berichtet, wie schwierig es für ihn war, auf dem tiefsten Land aufzuwachsen und ganz offensichtlich total anders zu sein als alle anderen. Trotzdem hat er aus dieser Vergangenheit viel positive Energie mitgenommen. Ein sehr bewegender Artikel. 


Johannisbeeren

Erkenntnis der WOCHE:

Gesundheit ist ein hohes Gut. Keine neue Erkenntnis, aber ich wurde durch die Lektüre von Petra Hülsmanns neuem Buch daran erinnert, denn darin spielt eine Krebserkrankung und die damit verbundene Therapie eine wichtige Rolle. 

Auch im eigenen Umfeld muss ich derzeit feststellen, dass es hart ist zu sehen, wenn jemand innerhalb kürzester Zeit aufgrund Krankheit stark altert. 

Spruch der WOCHE:

Frage an Anne Gesthuysen: "Was hat Dir beim Kennenlernen an Frank (Plasberg) am besten gefallen?" 

"Sein Intellekt!"

Jörg Pilawa versucht Anne ein schlechtes Gewissen zu machen: "Anne!!!"

Sie: "Ja, was soll ich stattdessen sagen? Seine Figur? Das glaubt mir doch keiner..."

Man kann Anne zu ihrer Wahl nur gratulieren. Was passiert, wenn man das Aussehen über den Intellekt stellt, kann man aktuell bei der "Bachelorette" jeden Mittwoch auf RTL beobachten. (Ja, ich gucke das. Zusammen mit den Auswanderern auf vox "my guilty pleasure"). 

Auf meinem Blog diese WOCHE:


Ein unterhaltsames Buch aus dem Bereich "Young Adult" (aus dem man ganz nebenbei Erkenntnisse zur Beziehung von Helene Fischer und Florian Silbereisen gewinnen kann...)




Freitag, 23. Juni 2017

|Stefka reads| "Schwarzwasser" von Andreas Föhr


"Schwarzwasser" von Andreas Föhr


Es ist kein Geheimnis, ich bin großer Fan von Regionalkrimis. Ich war von Beginn an des Hypes dabei, da mir meine Mutter bereits eines der ersten Kluftinger-Bücher kurz nach Erscheinen zu Weihnachten geschenkt hat (damals, als die noch als Taschenbuch und nicht zunächst als Hardcover erschienen sind). Ich mag generell gerne Krimis und habe früher z.B. viel Martha Grimes und Elizabeth George gelesen und schaue regelmäßig "Tatort". In Kombination mit Lokalkolorit mag ich Kriminalfälle besonders gerne, wobei ich da gewisse Vorlieben zu haben scheine, denn die meisten Regionalkrimis, die ich lese, spielen entweder in Bayern und Südtirol oder in Frankreich. 

Wenn ich meinen Favoriten unter den Regionalkrimis benennen müsste, würde meine Wahl auf die Bücher von Andreas Föhr fallen, denn die vereinen vieles, was ich an Krimis liebe. Die Fälle sind komplex und spielen häufig auf verschiedenen Zeitebenen, die erst am Ende zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden. Kommissar Wallner und Dorfpolizist Kreuthner sind beide sehr speziell, ohne jedoch zu einer Karikatur zu verkommen. Das Privatleben der beiden spielt eine zentrale Rolle, ohne jemals den Kriminalfall zu überlagern oder bloßes Comedy-Element zu sein (da könnten sich die Kluftingers und Eberhofers dieser Welt eine Scheibe von abschneiden). Ich liebe die Landschaftsschilderungen rund um den Tegernsee und irgendwann werde ich die echte Mangfall-Mühle besuchen, wo ich doch in Südtirol schon ein Pendant gefunden habe

Entsprechend voller Vorfreude bin ich jedes Jahr, wenn ein neues Buch von Andreas Föhr erscheint. Das Hörbuch wurde auch dieses Jahr umgehend auf mein Smartphone geladen, und ich habe viel Zeit auf Autofahrten, beim Kochen und Putzen und sogar beim Joggen (das war ein Experiment, denn Musik kann ich beim Laufen keine hören, da ich Seitenstechen bekomme) mit Wallner & Kreuthner am Tegernsee verbracht.


"Schwarzwasser" von Andreas Föhr

"Schwarzwasser" 

Andreas Föhr 
Wallner & Kreuthner #7 
Krimi 
Deutsch 
Hörbuch 
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Faschingsball in der berüchtigten Mangfall-Mühle! Die Stimmung ist am Kochen und der Alkoholpegel am Maximum. Kreuthner sieht seine Chance gekommen, nach Jahren endlich die Hundsgeiger Michaela (einer der besten Namen EVER...) abschleppen zu können. Es gibt jedoch zwei Probleme: der Kreuthner hat gerade keinen Führerschein und sein Gehöft ist nach einem feurigen Zwischenfall beim Schwarzbrennen in keinem repräsentativen Zustand. Zum Glück ist Kreuthner ein Meister der Improvisation. Er lässt sich kurzer Hand von Opa Manfred (der eigentlich kein Schaltgetriebe mehr bedienen kann, aber auch hier findet sich eine kreative Lösung) kutschieren und schwatzt dem Wirt der Mangfall-Mühle die Schlüssel zu einem Haus in der Gegend ab, dessen Besitzer angeblich an diesem Abend nicht zu Hause sein soll. Dort angekommen eskaliert jedoch die Lage, als eine Leiche aufgefunden wird und Kreuthner seinem Ruf als "Leichen-Leo" mal wieder alle Ehre macht. 

Kommissar Wallner erleidet zeitgleich beinahe einen Herzinfarkt, als er seinen Opa Manfred zu später Stunde nicht daheim auffindet, und er wenig später zu einem Tatort mit einer älteren, männlichen Leiche gerufen wird. Zum Glück kann schnell geklärt werden, dass sich Opa Manfred bester Gesundheit erfreut, allerdings steht die Kripo Miesbach vor einem neuen Problem, denn die Leiche kann nicht eindeutig identifiziert werden. Bei ihren Ermittlungen stoßen Kommissar Wallner und sein Team auf einen Immobilienskandal aus den 90er Jahren, die umtriebige russische Mafia und ehemalige Stasi-Mitarbeiter...


"Schwarzwasser" von Andreas Föhr


Auch dieser Fall überzeugt mich durch die eingangs bereits erwähnten Elemente. Einfach, weil dieses Buch ein richtig gut gemachter Krimi und keine reine "Comedy" ist. 

Der Fall hat mich mit einer überraschenden Wendung verblüfft, mit der ich beim besten Willen nicht gerechnet hätte (da kann so mancher Thriller-Autor eine ganze Menge von lernen). 

Die Reise in die Vergangenheit in Zusammenhang mit Immobiliengesellschaften fand ich ebenfalls äußerst gelungen, da ich aus eigener beruflicher Erfahrung weiß, was da in den 90ern mit Ostimmobilien so alles getrieben wurde. 

Auch sind alle regelmäßig wiederkehrenden Darsteller wahnsinnig liebevoll gezeichnet und fügen sich zu einem tollen Kosmos zusammen. Deshalb empfinde ich die ewige Suche von Kommissar Wallner nach seinem Vater nicht als störend. Ich würde mir lediglich wünschen, dass Wallners allgegenwärtiges Frieren irgendwann aufgelöst bzw. therapiert wird. 

Ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Teil der Reihe erscheint. Leider muss man da eine mindestens einjährige Wartezeit überbrücken...


Mittwoch, 21. Juni 2017

|Stefka reads| "When It's Real" von Erin Watt


"When It's Real" von Erin Watt

"When It's Real"

Erin Watt
Young Adult
Englisch
E-Book
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Auf das neue Buch von Erin Watt habe ich mich sehr gefreut, denn die "Royal"-Reihe fand ich ausgesprochen mitreißend. Vorab sei allen, denen die "Royals" zu gewagt waren (es gab da ausufernde Diskussionen in den sozialen Medien), gesagt, dass man "When It's Real" in der Hinsicht völlig ohne Bedenken lesen kann.  Definitiv ein recht harmloses Jugendbuch und kein Werk aus dem Bereich "New Adult".

Oakley Ford scheint das perfekte Leben zu führen: aufgewachsen in Hollywood als einziges Kind zweier Hollywoodstars, hat er bereits als Teenager die Charts erobert und lässt als Rockstar die Herzen junger Mädchen höher schlagen [ob eine gewisse Ähnlichkeit zu Justin Bieber rein zufällig ist, wage ich nicht zu beurteilen]. In letzter Zeit läuft es jedoch nicht gerade perfekt, denn es will ihm einfach nicht gelingen, ein neues Album fertigzustellen. Er wirkt ausgebrannt und braucht dringend neuen, kreativen Input. Er träumt davon, mit einem bekannten Produzenten zusammenzuarbeiten, der aber aufgrund diverser Skandale (heiße Parties, noch heißere Girls) an Oakleys Seriosität zweifelt. Seine Management beschließt deshalb: es muss eine neue Freundin her. Am besten ein liebenswert normales "Girl Next Door" wie Vaughn Bennett, deren Schwester bei Oakleys Plattenfirma arbeitet. Eigentlich hat Vaughn überhaupt keine Lust auf diesen Job, hält sie Oakley doch für einen arroganten Kotzbrocken, es lockt jedoch ein üppige Verdienst, der Vaughns Familie von allen finanziellen Sorgen erlösen könnte, die seit dem Tod der Eltern bestehen.


 "When It's Real" von Erin Watt


Der Popstar und das Mädchen von nebenan ist vielleicht nicht die innovativste Idee, schließlich gibt es Liebesgeschichten um Rockstars bereits in Hülle und Fülle, aber ich finde, die beiden Autorinnen, die sich hinter dem Pseudonym Erin Watt verbergen, haben eine richtig klasse Geschichte aus dieser Grundidee gemacht. Besonders gut gefallen hat mir, wie realistisch die beiden das Leben einer jugendlichen Berühmtheit in Los Angeles dargestellt haben. Okay, vielleicht kann man mir entgegenhalten, dass ich als Dorfkind aus dem Südwesten Deutschlands nicht beurteilen kann, ob diese Darstellung im Buch wirklich der Realität entspricht, aber für mich hat es sich nicht nach unausgereiften Überlegungen auf Fanfiktion-Niveau angefühlt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die PR-Agenten von Hollywoodstars genauso agieren wie in "When It's Real". Da werden "Fake"-Beziehungen erfunden, es werden Auftritte vor Paparazzi inszeniert, generell wird einiges für die richtige Schlagzeile in Kauf genommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die eine oder andere Promi-Beziehung in Deutschland (z.B. im Bereich Schlager und Volksmusik) genau nach diesem Schema funktioniert.

Als bewegend und ebenso nahe an der Realität empfand ich die Beschreibung eines jungen, in Hollywood aufgewachsenen Popstars, der auf den ersten Blick alles an Geld, Talent und Ruhm zu haben scheint, was man sich nur wünschen kann, der aber nie eine liebende Familie oder echte Freundschaft kennenlernen durfte. Vaughn hingegen musste in ihrem jungen Alter mit dem Verlust ihrer Eltern bereits einen harten Schicksalsschlag verkraften, hat aber mit ihrer älteren Schwester und den zwei jüngeren Brüdern einen harten, familiären Kern um sich, dem sie vertrauen kann.


 "When It's Real" von Erin Watt



Die kleine Liebesgeschichte, die die beiden Autorinnen um die Schwester von Vaughn gebaut haben, hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Das war ein tolles, unerwartetes Extra, dass dieses Buch mit sich gebracht hat.

Ein kleines bisschen zäh fand ich die dramatischen Verwicklungen am Ende, aber da kaum eine Liebesgeschichte ohne dieses finale Element auskommt, möchte ich das nicht zu stark negativ werten.

Alles in allem hat mich das Buch total mitgerissen, und ich habe es an einem Wochenende verschlungen. Da ich mir sicher bin, dass es ins Deutsche übersetzt werden wird, können alle meine Blogleser, die nicht auf Englisch lesen, sich (im nächsten Sommer?) auf ein tolles Buch aus dem Bereich "Young Adult" freuen.

Montag, 19. Juni 2017

|Stefka reads| "Huh! Die Isländer, die Elfen und ich - unterwegs in einem sagenhaften Land" von Thilo Mischke

Island Impressionen
Die Bilder wurden von Litla Gletta auf ihrer Islandreise gemacht. Vielen Dank, dass ich diese verwenden darf. 

Ich war in meiner Kindheit und Jugend ein echtes Pferdemädchen. Ich hatte den kompletten Pferdehof mit Zubehör von Playmobil, habe voltigiert, "Immenhof" geschaut und alle verfügbaren Pferdebücher verschlungen. Die Gesamtausgabe von "Bille und Zottel" steht noch immer in meinem Bücherregal und wird von Zeit zu Zeit einem "re-read" unterzogen. Ganz nebenbei zu meiner Liebe für Pferde ist damals auch meine Leidenschaft für Nordeuropa erwacht. Durch bestimmte dort ansässige Pferderassen (wie z.B. die "Norweger" mit ihrer charakteristischen Stehhaarfrisur) und die damit verbundenen Beschreibungen von Land und Leuten. Es gibt eine ganze Menge Pferdebücher, die im Norden Europas spielen. Irgendwann hat sich auf diesem Weg meine absolut liebste Pferderasse herauskristallisiert: das Islandpferd. Ich fand diese Rasse aufgrund ihrer Geschichte und Robustheit faszinierend und vor allem waren sie in meinen Augen wahnsinnig goldig mit ihrer wuscheligen Mähne und dem kompakten Körperbau. Nebenbei wurde auch mein Interesse für Island geweckt, und ich habe bereits als Kind beschlossen, da will ich einmal hin! Das konnte ich bislang nicht in die Tat umsetzen, aber als ich "Huh! Die Isländer, die Elfen und ich" entdeckt habe, wusste ich, dass ich dieses Buch gerne lesen möchte, denn über dieses faszinierende Land kann man nie genug wissen.


"Huh! Die Isländer, die Elfen und ich - unterwegs in einem sagenhaften Land" von Thilo Mischke

"Huh! Die Isländer, die Elfen und ich - unterwegs in einem sagenhaften Land"

Thilo Mischke
Sachbuch/Humor
Deutsch
E-Book
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)
Das E-Book wurde mir von netgalley für eine Rezension zur Verfügung gestellt. 

Thilo Mischke ist Journalist, Autor und Fernsehmoderator und bekennender Island-Liebhaber. Er hat dieses Land bereits unzählige Male bereist und durch die europaweite Islandbegeisterung während der Fußball-EM in 2016 wurde er dazu inspiriert, dieses Buch über Island zu schreiben. 

Herausgekommen ist kein typischer Reiseführer sondern eher ein Zusammenstellung von Anekdoten, persönlichen Reiseerlebnissen und isländischen Eigenheiten. Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert, die neben den Texten des Autors auch kurze Abhandlungen einer Co-Autorin enthalten, die selbst für über ein Jahr nach Island ausgewandert war. Trotz dass das Buch kein wirklicher Reiseführer ist, kann man den einen oder anderen "Touristen-Tipp" mitnehmen, falls man selbst eine Islandreise plant.


"Huh! Die Isländer, die Elfen und ich - unterwegs in einem sagenhaften Land" von Thilo Mischke


Mir hat es richtig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Es hat sich keine Sekunde angefühlt, als würde ich ein trockenes Sachbuch lesen, dafür war die Lektüre viel zu kurzweilig und witzig. Gleichzeitig ist das auch die kleine Schwäche des Buches, denn zum einen muss man den Humor des Autors mögen, und zum anderen weiß man nie so recht, wie ernst er seine Beobachtungen meint und wie viel Übertreibung dabei ist. 

Mich hat besonders die Erkenntnis beeindruckt, warum Island so ein spezielles Land ist. Während alle anderen Länder Nordeuropas genau wie die Länder Ost-, Mittel- und Südeuropas sich in vielen Punkten ähnlich sind (da mögen Deutsche und Österreicher oder Schweden und Norweger sich noch so sehr bekriegen, sie können trotzdem nicht leugnen, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben), ist Island absolut einzigartig als winzig kleines Land mit dünner Besiedlung, bettelarmer Geschichte und unwirtlichen Lebensbedingungen. Hier war schon immer alles ganz anders als im Rest von Europa. Bis vor wenigen Jahrzehnten ging es einzig und allein um das nackte Überleben und erst durch die Kommerzialisierung des Fischfangs und später den Tourismus kam der Wohlstand. Diese Geschichte gibt es so in keinem anderen Land Europas, weshalb sie auch einen ganz besonderen Menschenschlag geprägt hat. 

In mir hat diese Erkenntnis den Wunsch vertieft, selbst nach Island reisen zu wollen. Schon allein, um überprüfen zu können, ob die Menschen wirklich so schweigsam, stur, trinkfest und introvertiert sind, wie von Thilo Mischke beschrieben. Gleichzeitig schreckt mich das Buch auch etwas von diesem Plan ab, denn obwohl ich vor der Lektüre schon wusste, dass Island mittlerweile von Touristen überflutet wird, macht der Autor diese Entwicklung, die sowohl Segen als auch Fluch für Island ist, sehr drastisch deutlich. Deshalb stellt sich mir ernsthaft die Frage, ob ich mich mit hundert anderen Touristen älteren Semesters in Funktionsjacken (an der Stelle sei erwähnt, dass ich das Kapitel über Busreisen mit Senioren aufgrund eigener Erfahrung besonders mochte) vor einen Geysir stellen möchte, um auf dessen Ausbruch zu warten. Gleichzeitig fühle ich mich ein bisschen betrogen, schließlich wusste ich bereits im Alter von zehn Jahren, dass ich unbedingt nach Island reisen möchte. Zu einem Zeitpunkt, wo nur wenige der heutigen Island-Touristen denselben Plan hatten....

Eine Leseempfehlung für alle, die auf kurzweilige Art und Weise quasi nebenher mehr über Island erfahren möchten.
    

Sonntag, 18. Juni 2017

|About My Week| Eine kurze Woche

Feld beim morgendlichen Joggen
Feld beim morgendlichen Joggen

Wie war die WOCHE?

Ich kann es kaum glauben, dass wir mit Fronleichnam bereits den letzten der vielen Feiertage im Mai und Juni hinter uns haben. Nachdem ich mich von Montag bis Mittwoch voll in die Arbeit gestürzt habe, habe ich das verlängerte Wochenende inklusive Brückentag sehr genossen. Am Donnerstag war ich bei gewittriger Hitze auf Burg Hohenzollern (dazu folgt ein separater Blogpost) und in Rottweil. Am Freitag war ich als Unterstützung mit einer Freundin shoppen - habe aber tatsächlich spontan auch selbst etwas gekauft. Das sind die besten Einkäufe, finde ich. Vor allem, wenn man endlich einen Hut als Sonnenschutz findet, der auf meinen großen Kopf passt. Glaubt immer keiner, aber ich habe wirklich einen überdurchschnittlich großen Kopf und müsste einen Skihelm in der Herren-Abteilung kaufen. Meine Mutter behauptet, das liegt daran, dass ich eine Saugglockengeburt war und deshalb einen großen Hinterkopf habe. Am Samstag wurden alle Pläne über den Haufen geworfen, als ich spontan eine Waschmaschine kaufen musste, da das alte Modell nach ca. 12 Jahren den Geist aufgegeben hat. Es wurde der Porsche unter den Waschmaschinen: eine Miele. Kam zum Glück nicht als Schock über Nacht, da die Maschine in den vergangenen Monaten bereits mehrfach beim Schleudern "gehüpft" ist, und der Defekt sich folglich angekündigt hat. Davor wurde ich am Samstag unterstützend beim Heckenschneiden tätig und habe die abgeschnittenen Äste zusammengerecht. Ich kam mir vor, als würde ich auf einer steilen Südtiroler Bergwiese beim Heu machen helfen. Okay, es war weder so steil noch so heiß, aber mit ein bisschen Fantasie... Heute war ich bereits ca. 8 km laufen und beabsichtige mein Büro auf der Terrasse beizubehalten. 

Barockschloss Ludwigsburg im Dämmerlicht
Barockschloss Ludwigsburg im Dämmerlicht

Sehenswerter Link der WOCHE:

Beste. Werbung. EVER. Ich meine, Hundewelpen und ein halbnackter Kjetil Jansrud? Das muss jeden zum Schmelzen bringen. (Im übrigen ist es Werbung für eine Bank). 

Wer eine Gelegenheit sucht, um in Erinnerungen zu schwelgen, dem empfehle ich diesen Link. Ich erinnere mich wirklich an beinahe alle diese Dinge aus meiner Kindheit. Z.B. hatten wir fast die identische Schaukel wie unter Nr. 42 dargestellt. Die lagert noch immer bei meinen Eltern auf der Bühne. Für potentielle Enkel oder so... 


Sehen leckerer aus, als sie tatsächlich waren: ziemlich sauer...

Erkenntnis der WOCHE:

Wenn man sich beruflich mit einer bestimmten Marke beschäftigt, sieht man die plötzlich ÜBERALL. Man fühlt sich quasi verfolgt. Zumindest sind die entsprechenden "Gegenstände" schön anzusehen. Ich hatte es beruflich auch schon mit Rohrreinigungen zu tun... 

Spruch der WOCHE:

"Ich weiß jetzt, wer auf diesen ganzen amerikanischen "Chick Lit"- und "New Adult"-Covern prangt. Das ist der Eightpack - Sixpack war gestern - von Aleksander Aamodt Kilde!" Beweisfoto gefällig? Klicke hier. (Er ist rechts im Bild). 

Freitag, 16. Juni 2017

|Stefka reads| "Grand Prix" von Martin Walker


"Grand Prix" von Martin Walker

"Grand Prix" 

Martin Walker
Bruno Chef de Police #9
Krimi
Deutsch (Original: Englisch)
Hörbuch
3,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Es ist Hochsommer im Périgord und somit Zeit für ausgedehnte Feste im Freien, saisonale Schlemmereien und den Besuch von guten Freunden. Als besonderes Schmankerl richtet Saint-Denis in diesem Sommer sogar eine Rallye aus. Bruno ist einerseits damit beschäftigt, bei dieser Veranstaltung für die notwendige Sicherheit zu sorgen, nebenbei kümmert er sich auch um liebe Gäste aus dem Elsass, wird unfreiwillig als Co-Pilot rekrutiert und lernt eine neue, interessante Frau kennen. Die Idylle wird empfindlich gestört, als er zu einem Todesfall gerufen wird, bei dem ihm leise Zweifel an dessen Natürlichkeit kommen. Schließlich wird Bruno in internationale Terrorismusermittlungen verstrickt und befindet sich unversehens auf der Jagd nach einem der wertvollsten Autos überhaupt, einem im zweiten Weltkrieg verschwundenen Bugatti.


"Grand Prix" von Martin Walker


Eines kann ich gleich vorneweg schicken: ich habe durch diesen Krimi definitiv etwas gelernt. Nein, nicht, dass den Franzosen qualitativ hochwertiges Essen und guter Wein wahnsinnig wichtig sind, und sie einen gewissen Nationalstolz an den Tag legen. Das wusste ich vorher schon, schließlich ist das bereits der 9. Band der Reihe, den ich gelesen habe. Neu für mich war, dass Bugatti eine französische Marke ist. Aufgrund des in meinen Ohren italienisch klingenden Namens (Bugatti wie Spaghetti, oder so ähnlich...) war ich der festen Überzeugung, dass es sich um ein italienisches Auto handelt. 

Trotz dieser Horizonterweiterung konnte mich "Grand Prix" nicht völlig überzeugen. Für meinen Geschmack hat es viel zu lange gedauert, bis die Geschichte Fahrt aufgenommen hat. Bis gefühlt zur Hälfte standen ausufernde Beschreibungen von kulinarischen Spezialitäten, dörflichen Festen und halsbrecherischen Autorennen im Zentrum. 

Auch mit Brunos neuester, weiblicher Eroberung konnte ich mich nicht anfreunden. Ich hoffe, sie wird keine dauerhafte Rolle übernehmen. Hier ist der Autor auch zu sehr bei seinem üblichen Schema geblieben: schon wieder eine unabhängige, karrierefixierte Frau aus der Großstadt, obwohl Bruno eigentlich von einer Familie träumt und Saint-Denis keinesfalls verlassen möchte.


"Grand Prix" von Martin Walker


Das altbekannte Lieblingsthema von Martin Walker - der zweite Weltkrieg - spielt ebenfalls erneut eine zentrale Rolle. Immerhin kommt mit der Suche nach dem alten Bugatti eine neue Spielart hinzu. Außerdem wird zum ersten Mal das Thema Jugendkriminalität in Frankreich thematisiert. Hier nimmt sich Bruno eines benachteiligten, jugendlichen Schützlings an und versucht diesen, auf die gerade Bahn zurückzubringen. Die Idee finde ich gut, allerdings war mir die Umsetzung ein kleines bisschen zu romantisierend. 

Der geneigte Leser merkt, dieser Band hat mich nicht vom Hocker gerissen. Ich denke, dass ich mich mit einem klassischen Buch schwerer getan hätte als mit dem Hörbuch, denn nebenher beim Putzen, Auto fahren oder Spazieren machen mir langatmige Passagen nicht so viel aus als beim konzentrierten Lesen. Ich hoffe trotzdem, dass Martin Walker im nächsten Band wieder zu alten Stärke zurückfinden wird, denn eigentlich mag ich den Chef de Police richtig gerne...

Dienstag, 13. Juni 2017

|Stefka reads| Mein Lesemonat Mai 2017

Ich habe mich dazu entschieden, diese Kategorie wiederaufleben zu lassen. In den letzten Monaten habe ich jedes meiner gelesenen Bücher mit einer eigenständigen Rezension gewürdigt. Darauf möchte ich künftig verzichten und nur noch Bücher rezensieren, über die ich richtig viel zu sagen habe. Bücher, die ich mehr so "nebenher" gelesen habe, werde ich in meinem Monatsrückblick mit einem Kurzeindruck abhandeln.


Im Überblick

Ich habe im Mai 6 Bücher gelesen und 3 Hörbücher angehört. Das ist für meine Verhältnisse ein sehr guter Lesemonat. 

Vom Genre her war ich schwer auf der "New Adult"-Schiene unterwegs. Das habe ich vor allem Erin Watt zu verdanken, die ich durch die "Royals" kennen und lieben gelernt habe. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich u.a. Elle Kennedy und im Mai habe ich diverse ihrer Bücher verschlungen. Wenn ich einen neuen Autor für mich entdecke, der bereits diverse Werke veröffentlicht hat, kann ich mich da nur ganz schwer stoppen und muss wie manisch alles, was dieser geschrieben hat (und mich anspricht), verschlingen.

Im Bereich Hörbücher bin ich meinem bevorzugten Genre - den Regionalkrimis - treu geblieben. Keine Ahnung, warum ich die als Hörbücher so sehr liebe. Vielleicht, weil man da durch Dialekte so viel mehr aus der geschriebenen Vorlage herausholen kann. Wahrscheinlich auch, weil die fast ausschließlich von Männern gelesen werden, und ich männliche Stimmen beim Vorlesen lieber mag als weibliche.

Monatsrückblick Mai 2017 in Büchern


Im Detail

  • "Verwesung" von Simon Beckett (David Hunter #4): Diesen Thriller habe ich im Auto gehört und mit 3,5 Sternen bedacht. Solide Kost, jedoch werde ich mit Thrillern nicht richtig warm. 
  • "Im Grab schaust du nach oben" von Jörg Maurer (Kommissar Jennerwein #9): Diese Krimireihe gehört zu meinen absolut liebsten Hörbüchern, denn ich finde, es gibt wenig Bücher, die sich so perfekt zum Vorlesen eignen. Ich fand diesen Band ein klitzekleines bisschen schwächer als die Vorgänger, hatte aber trotzdem Spaß beim Hören und deshalb 4 Sterne vergeben. Mit bayrischem Dialekt, Garmisch-Partenkirchen und wunderbar bayrischen Namen wie Hubertus Jennerwein kann man bei mir nicht viel falsch machen. 
  • "Lucy in Love - Suche Wohnung, biete Herz" von Ava Lennart: Das ist ein E-Book aus dem Bereich "Chick Lit", das ich mir heruntergeladen habe, da ich bereits Anfang des Jahres "Das Model und der Walflüsterer" vom selben Autorenduo, das sich hinter dem Pseudonym verbirgt, gelesen habe. Leider konnte mich "Lucy in Love" nicht überzeugen. Das Setting mit viel spanischem Lebensgefühl in Barcelona hat mir gut gefallen, aber die gesamte Geschichte war mir viel zu schwülstig, zufällig und unrealistisch (pummelige Frisörin vom Land findet       spanischen Adonis, der nebenbei auch noch beruflich super erfolgreich und kreativ ist, plus einen neuen, hippen Job in einer fremden Stadt, deren Sprache sie erst lernt). Dafür gibt es von mir nur 3 Sterne. 
  • "Him" von Sarina Bowen & Elle Kennedy (Him & Us #1): Zum Glück war "Lucy in Love" nur ein Ausreißer nach unten und mit "Him" wartete direkt ein echtes Highlight aus dem Bereich "New Adult" auf mich. Allen, denen "New Adult" normalerweise zu schematisch ist ("Girl Next Door" verliebt sich in "Bad Boy", der bevorzugt ihr Stiefbruder ist), dem kann ich "Him" wärmstens ans Herz legen, denn hier wird eine Geschichte abseits üblicher Klischees erzählt. Schon allein, weil zwei Jungs (und kein klassisches Liebespaar) die Hauptrollen spielen. Dafür - und für die wunderschöne Liebesgeschichte - gab es 4,5 Sterne von mir.
  • "Us" von Sarina Bowen & Elle Kennedy (Him & Us #2): Die Fortsetzung zu dem oben bereits beschriebenen "Him" stand dem ersten Band in nichts nach und wurde von mir deshalb mit 4,5 Sternen bedacht.
  • "Good Boy" von Sarina Bowen & Elle Kennedy (WAGS#1): Ein Spin-Off zu "Him" & "Us", das mich ebenfalls in seinen Bann gezogen hat. Dieses Mal rundum ein klassisches Paar (also Mann und Frau), wobei Eishockey-Profi Blake einer der ungewöhnlichsten männlichen Charaktere ist, der mir bislang in einem "New Adult"-Buch untergekommen ist. Überhaupt kein Bad Boy, eher ein Riesenbaby. Deshalb auch hier 4,5 Sterne von mir.
  • "Bittersweet" von Sarina Bowen (True North #1): Weil ich mit Sarina Bowen gerade so schön im Flow war, habe ich direkt zu einer ihrer eigenen Reihen gegriffen. Auch dieses Buch mit Bauernhof-Hintergrund hat mir gut gefallen und wurde mit 4 Sternen belohnt.
  • "Eskapaden" von Martin Walker (Bruno Chef de Police #8): der französische Provinz-Polizist Bruno ist ein weiterer meiner Favoriten aus dem Bereich Regionalkrimi. In "Eskapaden" wurde für mich genau die richtige Mischung aus Kriminalfall, Blick zurück in der Geschichte Europas, Eigenheiten der französischen Politik und dem Privatleben Brunos getroffen. Deshalb kam ich nicht umhin, 4,5 Sterne zu vergeben.
  • "Feel Again" von Mona Kasten (Again #3):  Mein Lesemonat Mai endete mit einer kleinen Enttäuschung, denn von "Feel Again" hatte ich mir mehr erwartet. Leider ging mir die weibliche Hauptperson ab ca. der Hälfte des Buches ziemlich auf die Nerven mit ihrer destruktiven Art, weshalb das Buch für mich nur eine 3-Sterne-Bewertung bekommen hat. 

In Favoriten

  • Lieblingscharakter: Blake aus "Good Boy" - einfach weil er so anders ist, als all die anderen Hauptcharaktere in "New Adult"-Romanen.
  • Lieblingscover: mein "unliebstes" Cover könnte ich sofort benennen. Beim Favoriten musste ich ein bisschen überlegen, bin jetzt aber bei "Feel Again" gelandet.
  • Lieblingsort: das Périgord, denn eigentlich bin ich kein riesiger Frankreich-Fan, aber die Bücher rundum Bruno, Chef de Police inspirieren mich zu dem Wunsch, ins Périgord zu reisen. 
  • Lieblingspaar: Ryan Wesley und Jamie Canning aus "Him" und "Us". Weil ich nie erwartet hätte, dass zwei Frauen so eine schöne Liebesgeschichte um zwei Jungs bauen können. 

Sonntag, 11. Juni 2017

|About My Week| Eine kalt-heiße Woche


rosa Pfingstrose
Es gibt neuen Blumen-Content, denn am Wochenende gab es sowohl Zuwachs an Schnittblumen als auch an Gartenblumen.

Wie war die WOCHE?

Aufgrund des freien Pfingstmontags sehr kurz und schnell vorbei. Auch musste ich mich echt anstrengen, die Tage nicht zu verwechseln, da der Dienstag sich wie ein Montag angefühlt hat etc. Am Mittwoch bin ich im Büro beinahe erfroren, weil es so kalt war. Ich habe sogar die Heizung aufgedreht, allerdings musste ich feststellen, dass diese abgestellt ist. Da habe ich mir selbst die Frage gestellt, ob es wohl möglich wäre, über die Klimaanlage zu heizen, wenn man diese auf 30 Grad einstellt... Ab Donnerstag wurde es langsam wärmer und gestern und heute waren wirklich traumhafte Sommertage, die mit viel Outdoorzeit (joggen, spazieren, draußen am Notebook arbeiten) und einem spontanen Essensdate zelebriert wurden.

Ein "first" gab es diese Woche auch, denn am Donnerstag war ich zum ersten Mal bei einer "Brow Bar" von Benefit. Das professionelle Wachsen der Augenbrauen ist wirklich eine super Lösung für halbblinde Menschen wie mich (wenn ich keine Kontaktlinsen trage und irgendwas an meinen Augen schminken oder korrigieren möchte, ist mein Kopf ca. 2 cm vom Spiegel entfernt, damit ich auch nur annähernd Umrisse erkennen kann. -7 Dioptrien, Baby...).  

Zum Thema "Neues ausprobieren" kann ich an der Stelle noch etwas verkünden: ich habe mich über die Arbeit im September zu einer zweitägigen Bergtour in Österreich inklusive Übernachtung auf einer Berghütte angemeldet. Reaktion von einem Kollegen: "Wie konnte man DICH zu einer Übernachtung in einem Matratzenlager überreden???" Ehrlich gesagt, habe ich mir darüber gar nicht so viele Gedanken gemacht. Bei manchen Dingen bin ich sehr gechillt und lasse sie einfach auf mich zukommen. Z.B. würde ich mittlerweile mit dem Auto in jede Großstadt fahren, so lange ich mein Navi dabei habe. Außerdem habe ich gedanklich bereits eine Packliste angelegt, damit meine Haare trotzdem sitzen, und ich keine Augenringe haben werde - ohne, dass ich mich zu Tode schleppe. Preparation is the key (ohne, dass man sich vorab verrückt macht). 


lila Pfeifenputzer

Sehenswerter Link der WOCHE:

Ich. Will. Nach. Norwegen. Auch wenn der Sommer dort gerade eine Pause macht, aber dieses und dieses aktuelle Video von Jon Olsson haben meine Sehnsucht nach Norwegen so richtig entfacht. Zeit auf einer kleinen Insel verbringen, zu der man nur mit einem Boot kommt, wie cool ist das denn?!  

Erkenntnis der WOCHE:

Leute, die wegen eines Idol zu Kreischis mutieren, werde ich nie verstehen. Vor allem wenn es erwachsene Frauen sind, die wegen einer anderen erwachsenen Frau ( = Helene Fischer) in Hysterie verfallen. Das heißt jedoch nicht, das ich NICHT Rotz und Wasser heulen werde, wenn Aksel Lund Svindal nach Olympia 2018 tatsächlich zurücktreten sollte (und nicht meinen Plan für ihn mit olympischem Gold im Ski Cross bei den Olympischen Spielen 2022 umsetzt).


rosa Rose


Spruch der WOCHE:

"Die Stockenten sind wieder unterwegs!" (Comedian Michl Müller zum Thema Frauen und Nordic Walking). 

Auf meinem Blog diese WOCHE:

 

Montag, 5. Juni 2017

|About My Week| Eine spannende Pfingstwoche...

About my week lila Blumen

Wie war die WOCHE?

Äußerst abwechslungsreich. Meetings, Unterricht, ein Tag Urlaub wegen einer Möbelanlieferung, Pfingsten bei meinen Eltern daheim - irgendwie stand jeden Tag etwas anderes auf dem Plan. 

Außerdem habe ich beschlossen, aufgrund der Mikroplastikproblematik auf Naturkosmetik umzusteigen. Nicht nur wegen der schlimmen Folgen für die Umwelt sondern auch, weil es mich nervt, dass teure High-End-Kosmetik teilweise üble Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Parabene oder Palmöl enthält. Zum Testen habe ich mich für "Dr. Hauschka" entschieden und bislang bin ich sehr zufrieden. Ich habe den Eindruck, dass der Verzicht auf Duftstoffe meiner Haut gut tut. Trotzdem riechen die Produkte von "Dr. Hauschka" nicht so "gesund", wie manch anderes Naturkosmetikprodukt. Den Geruch von "Weleda" z.B. mag ich überhaupt nicht... Ich muss noch beobachten, wie sich der anthroposophische Ansatz von "Dr. Hauschka" - das bedeutet, dass man nachts keine Pflege aufträgt, damit die Haut arbeiten kann - auf die Spannkraft meiner Haut auswirkt. 

Was mich in diesem Zusammenhang immer wieder wundert: ich habe den Eindruck, dass ich mir um solche Umweltthemen viel mehr Gedanken mache, als viele Freunde und Bekannte, die Kinder haben. Dabei müssten die sich doch viel mehr Gedanken um die Zukunft machen?! Ich möchte nicht behaupten, perfekt zu sein (dafür gehe ich viel zu gerne shoppen...), aber ich bemühe mich zumindest (und verzichte z.B. konsequent auf Plastiktüten, kaufe Produkte in Bioqualität etc.) und bin nicht gedankenlos. 


About my week rosa gelbe Blumen

Lesenswerter Link der WOCHE:

Zum Thema passend habe ich einen Link von "A Hungry Mind" zu diesem Thema. Sabine gibt lesenswerte Tipps für weniger Müll im Bad. 

Außerdem habe ich einen Link zu einem Interview mit meinem Lieblingssportler Aksel Lund Svindal, der bei "Sport und Talk aus dem Hangar7" erfrischend bodenständig über luxuriöse Yachten im Hafen von Monaco spricht. 

Erkenntnis der WOCHE:

Die Besprechungen, an die man keinerlei Erwartungen hat, sind am Ende meist viel besser, als befürchtet. Und manchmal ist es von Vorteil wenn man einem "Mansplainer" (a.k.a. "Erklär-Bär") gegenübersitzt, denn die können nie im Leben eine Mauertaktik aufrechterhalten.  


About my week Lavendel

Spruch der WOCHE:

"Ich habe viel nix gemacht - und das gerne!" vom Allgäuer Comedian Maxi Schaffroth über seine Kindheit in einem keine 100 Einwohner zählenden Dorf. Kann ich mich voll und ganz mit identifizieren. 

Auf meinem Blog diese WOCHE:

Weil ich aktuell wahnsinnig viel lese (und höre), gibt es auch wahnsinnig viele Rezensionen hier auf dem Blog...

"Good Boy" von Sarina Bowen - oder warum die dämlichsten Cover manchmal die besten Geschichten verstecken.

"Eskapaden" von Martin Walker - oder warum ich mich von Bruno - Chef de Police - gerne nach Frankreich entführen lasse.

"Bittersweet" von Sarina Bowen - oder warum ich eine gewisse Leidenschaft für amerikanische Farmen hege.

"Feel Again" von Mona Kasten - oder warum manche Bücher wider Erwarten enttäuschen. 


Sonntag, 4. Juni 2017

|Stefka reads| "Feel Again" von Mona Kasten

"Feel Again" Mona Kasten


"Feel Again" 

Mona Kasten
Again #3
New Adult
Deutsch
ausgeliehen von einer Freundin
3 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Im dritten (und vermutlich letzten) Teil der "Again"-Reihe stehen mit Sawyer und Isaac zwei bereits aus den Vorgängerbänden bekannte Charaktere im Mittelpunkt, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite die freiheitsliebende Sawyer, die sich scheinbar unter keinen Umständen an einen Mann binden möchte. Am College wird sie durch diese Einstellung in die entsprechende "leicht zu haben"-Schublade gesteckt. Isaac dagegen ist ein Nerd, wie er im Buche steht. Er trägt karierte Hemden und Krawatten, ist tollpatschig und wird schnell rot, wenn man ihn in Verlegenheit bringt. Sawyer bietet ihm (nicht ganz uneigennützig) ihre Hilfe an: sie gibt ihm Nachhilfe im Flirten und im Umgang mit Frauen, wenn sie seine Wandlung im Gegenzug für ein Fotoprojekt auf Bildern festhalten darf. 


"Feel Again" Mona Kasten


Selten hat mich ein Buch so zwiegespalten zurückgelassen. Selten konnte ich ein Buch so klar in zwei Hälften teilen: zunächst der erste Teil, in dem ich die Geschichte von Sawyer und Isaac wunderbar unterhaltsam fand, obwohl klar war, auf was das Verhältnis der beiden zueinander hinauslaufen wird. 

Doch wenig später macht meine Meinung zu dem Buch eine 180-Grad-Wendung und diese Wendung ist unmittelbar mit Sawyer verbunden. Deren egoistisches, kindisches und selbstmitleidiges Verhalten hat mich irgendwann nur noch genervt. Klar, sie hatte eine schwere Jugend, aber diese kann nicht ewig als Entschuldigung für jedes Fehlverhalten herhalten. Ganz abgesehen davon, dass mir die Art und Weise, wie Mona Kasten den Charakter von Sawyer angelegt und beschrieben hat, viel zu sehr nach Küchenpsychologie klingt. Als würde sich jemand, der selbst eine Bilderbuchkindheit erleben durfte, überlegen, wie es wohl wäre, keine Eltern zu haben und in einer Pflegefamilie schlecht behandelt zu werden. Das war mir zu naiv. Dabei mag ich den Schreibstil von Mona Kasten gerne und war mir vorab ziemlich sicher, dass ich dieses Buch mögen würde. 


"Feel Again" Mona Kasten


Vielleicht hätte Sawyers Verhalten eine weniger negative Auswirkung auf meinen Gesamteindruck gehabt, wenn die Geschichte nicht aus ihrer Sicht erzählt worden wäre. So wurde der Effekt verstärkt, und ich hatte an der einen oder anderen Stelle schlicht keine Lust, weiterzulesen. 

Zudem befindet sich meiner Meinung nach auf Seite 188 ganz oben ein Fehler. Dort fragt Sawyer, wie die Familie von Isaac auf seine äußerliche Verwandlung reagiert hat. Seine Antwort: "Levi hat nichts gemerkt, und Ivy war ziemlich verwirrt. Für einen Moment hat sie mich erkannt." Der letzte Satz macht für mich ohne "nicht" keinen Sinn. Ich denke, dieser Satz soll ausdrücken, dass Ivy verwirrt von Isaacs neuem Aussehen war und ihn deshalb nicht erkannt hat.


"Feel Again" Mona Kasten


Nicht einmal das Wiedersehen mit liebgewonnenen Charakteren aus den Vorgängerbänden - allen voran Dawn - konnte die Geschichte für mich retten, so dass ich auf der letzten Seite einfach froh war, dass das Buch zu Ende ist. Ich muss es so krass ausdrücken, obwohl ich Mona Kasten als junge, aufstrebende Autorin eigentlich bewundere.


Samstag, 3. Juni 2017

|Stefka reads| "Bittersweet" (True North Book #1) von Sarina Bowen

Wenn ich einen Autor für mich neu entdeckt habe, neige ich zum manischen Lesen, das heißt ich hole mir gerne alle Bücher dieses Autors und lese sie am Stück. In die Richtung ging meine Entdeckung von Elle Kennedy als Co-Autorin von "Paper Princess". Erst habe ich alle drei Bände dieser Reihe gelesen, dann alle (bislang drei) Bücher, die Elle Kennedy mit Sarina Bowen geschrieben hat und mittlerweile bin ich bei Sarina Bowen als Solo-Autorin angelangt.


 "Bittersweet" (True North Book #1) von Sarina Bowen

"Bittersweet" 

Sarina Bowen
New Adult
Englisch
E-Book
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Audrey Kidder verschlägt es beruflich ins ländliche Vermont. Als sie eine Panne hat, entpuppt sich ausgerechnet ihre ehemalige College-Affäre Griffin Shipley als Retter in der Not (hier würde ich viel lieber "knight in shining armour" schreiben, aber ich weiß, dass man es mit den Anglizismen nich übertreiben soll). Damals am College - das scheint mittlerweile in einem ganz anderen Leben gewesen zu sein. Es ist nicht mehr viel übrig von dem (scheinbar) unbeschwerten Partygirl und dem (scheinbar) sorglosen "Jock" mit Football-Stipendium, denn Audrey möchte nach mehreren abgebrochenen Studiengängen endlich als Köchin durchstarten und Griffin lastet die Verantwortung für die Farm seiner Familie schwer auf den Schultern. Trotzdem blitzt für einen Moment die Unbeschwertheit der guten, alten Collegezeit wieder auf und die beiden können einander nur schwer widerstehen...


 "Bittersweet" (True North Book #1) von Sarina Bowen


Ich kann nicht leugnen, dass Geschichten rundum amerikanische Farmen eine gewisse Anziehung auf mich ausüben. Den genauen Grund kann ich nicht benennen, denn im wahren Leben klingen "Liebesgeschichten rundum den ambitionierten Schweinebauer Andi" eher nach "Bauer sucht Frau" denn "Chick Lit" oder "New Adult".

Auch dass sich mit Audrey und Griffin ein ehemaliges College-Pärchen wieder trifft, hat mir gut gefallen. Diese Mischung aus Nostalgie und Wiedersehen auf dem harten Boden der Realität hat für mich einen ganz besonderen Charme. 

Das harte Leben auf amerikanischen Farmen - immer mit der Angst vor der nächsten Naturkatastrophe im Rücken (und das wird nicht besser nach dem Ausstiegt aus dem Klimaabkommen von Paris...) - wurde meiner Meinung nach realistisch dargestellt. Klar, es gab auch die Idylle der wie Pech und Schwefel zusammenhaltenden Großfamilie, trotzdem driftet die Geschichte nie in rosaroten Sozialkitsch ab. 

Audrey und Griffin funktionieren auch ganz wunderbar als Paar, den auf der einen Seite ist da die lebhafte und trotz aller Widrigkeiten in ihrem familiären und beruflichen Umfeld positive Audrey und auf der anderen Seite der manchmal griesgrämig erscheinende, aber wie ein Fels in der Brandung agierende Griffin. Man merkt ab der ersten Minute, wie gut die beiden einander tun.

"Bittersweet" gehört zu den Geschichten, die ich innerhalb kürzester Zeit verschlinge. Klar, das sind vielleicht nicht die Bücher, an die man sich in 10 Jahren noch erinnert, aber ich finde, ab und zu braucht man einfach ein Wohlfühlbuch, mit dem man in eine andere Welt abtauchen kann. Meiner Meinung nach muss man auf Bücher, die so etwas liefern, auch nicht herabsehen.

Die deutsche Version von "Bittersweet" wird zur Zeit unter dem Titel "True North - Wo auch immer du bist" stark beworben und auch die beiden Nachfolgebände wurden bereits ins Deutsche übersetzt. Ob ich diese lesen werde, weiß ich noch nicht, denn die dort im Mittelpunkt stehenden Personen finde ich nicht so spannend.

Donnerstag, 1. Juni 2017

|Stefka reads| "Eskapaden" von Martin Walker

"Eskapaden" von Martin Walker

"Eskapaden" 

Martin Walker 
Bruno Chef de Police #8 
Krimi 
Deutsch 
Hörbuch 
4,5 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Dieser Fall rundum Bruno, den Chef de Police aus der Kleinstadt Saint-Denis (das mit der Kleinstadt erwähne ich an der Stelle, da viele Saint-Denis unweigerlich mit dem Pariser Stadtteil, in dem ein berühmtes Fußballstadion steht, in Verbindung bringen) im Périgord ist vor kurzem erstmals als deutsches Taschenbuch erschienen. Bislang habe ich alle sieben Vorgängerbände als Taschenbuch gekauft und gelesen, da ich mittlerweile jedoch aufgrund häufiger Autofahrten vermehrt zu Hörbüchern greife, bin ich bei bei "Bruno, Chef de Police" auf das Hörbuch umgestiegen. Das ist untypisch für mich, denn wenn ich mich einmal für das Lesen oder das Hören einer Reihe entschieden habe, bleibe ich normalerweise dabei. Hier kann ich gleich vorneweg schicken, dass ich den Umstieg nicht bereut habe. Zum einen, weil Johannes Steck als Sprecher eine sehr angenehm zurückgenommene Art zu lesen hat. Zum anderen, weil beim Hören die manchmal weitschweifigen Beschreibungen von Landschaft und Essen weniger ins Gewicht fallen, als wenn man selbst lesen würde.

Zu Beginn der Geschichte begegnet Bruno im Rahmen eines großen Festakts einem Idol seiner Kindheit, dem Patriarchen, der es im 2. Weltkrieg als unerschrockener Flieger zu Ruhm und Ehre gebracht und in späteren Jahren als Geschäftsmann ein Vermögen gemacht hat. Als ein Gast der Feier wenig später verstirbt, deutet zunächst alles auf den natürlichen Tod eines Alkoholikers hin. In Bruno keimen jedoch Zweifel auf und plötzlich sieht er sich mit Ermittlungen im Umfeld einer der einflussreichsten Familien Frankreichs betraut. Nebenbei muss er sich mit einer fanatischen Tierschützerin, passionierten Jägern und seinem Hang zu besonders starken und unabhängigen Frauen herumschlagen.


"Eskapaden" von Martin Walker


Dieser Krimi hat mir richtig gut gefallen. U.a weil wieder eine Verbindung zu einem geschichtlichen Ereignis besteht, aber nicht wie häufig zuvor zum 2. Weltkrieg sondern zum Ende des kalten Krieges. Das fand ich eine spannende Abwechslung, vor allem weil ich mich selbst ein wenig an diese Zeit erinnern kann und somit eine andere Verbindung zum kalten Krieg habe als zum 2. Weltkrieg. 

Nebenbei erfährt man einiges über die Franzosen und ihr Verhältnis zur Politik. In Frankreich scheint noch mehr Wert auf das Äußere von Politikerinnen gelegt zu werden als in Deutschland. Man gewinnt den Eindruck, Angela Merkel wäre dort nie Kanzlerin geworden, weil ihr Kleidungsstil nicht elegant und ihre Frisur nicht modern genug ist. Dafür hatte ich bei der im Buch vorkommenden, aufstrebenden Politikerin die ganze Zeit Marie LePen vor Augen.

Merkwürdig fand ich auch die Einstellung der meisten Franzosen zu den "Grünen", die dort eine belächelte Splittergruppe zu sein scheinen. Als wäre die Zeit vor Joschka Fischers Vereidigung in Turnschuhen als erster grüner Minister stehen geblieben. Dazu passt, dass im Buch eine fleischreiche Koste (inklusive Gänsestopfleber) und die Jagd sehr wichtig zu sein scheinen.

Ebenso interessante Ausführungen werden zum Thema "französischer Umgang mit Alkohol" gemacht. Zwar wird ständig Alkohol konsumiert, da es sich hierbei aber überwiegend um reines Genusstrinken handelt, spielt exzessives Trinken nur im Falle des Verstorbenen eine Rolle (und der hat das in Russland "gelernt").

In Brunos Liebesleben geht es turbulent zu wie eh und je. Er trennt sich (ich persönlich möchte "endlich!" ausrufen, da ich von dieser Paarung noch nie begeistert war) von der Engländerin Pamela und stürzt sich direkt in eine Affäre, bei der er droht, mehr als nur seine Finger zu verbrennen.

Das Ende ist überraschend offen. Ich muss sagen, dass ich sehr erstaunt war, als das Hörbuch plötzlich zu Ende war. Ebenso hat mir ein Hinweis auf Brunos Liebelei mit der Amerikanerin aus "Provokateure" gefehlt. In beiden Punkten hat es mir an der Auflösung von Erzählsträngen gemangelt. Aber das sind wirklich nur kleine Kritikpunkte, denn ich hatte richtig Spaß beim Hören der "Eskapaden". Was gibt es schöneres, als wenn man am Ende eines Buches sagen kann, dass man sich gedanklich im Périgord befunden und viel über Land und Leute gelernt hat.