Donnerstag, 30. Juni 2016

|Stefka reads| "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo


„Romeo & Romy“ 

Andreas Izquierdo
Roman
Deutsch
Juni
3,5 Sterne

In Romys Leben läuft so ziemlich alles schief, was man sich vorstellen kann. Von der Schauspielerin zur Souffleuse degradiert, verliert sie auch noch diesen Job. In der Liebe wird sie ebenfalls enttäuscht. Verzweifelt fährt sie in ihren Heimatort, irgendwo in der tiefsten ostdeutschen Provinz kurz vor Tschechien und quartiert sich im Haus ihrer verstorbenen Großmutter ein. Großzerlitsch wird mittlerweile nur noch von Greisen bewohnt, deren einziges Ziel es zu sein scheint, als erstes zu sterben, denn die Anzahl an Gräbern auf dem lokalen Friedhof ist limitiert und niemand möchte im ungeliebten Kleinzerlitsch beerdigt werden. Romy stürzt sich zur Ablenkung von ihren eigenen Problemen und um den anderen Bewohnern neuen Lebensmut einzuhauchen in ein gewagtes Projekt: sie möchte die Scheune ihrer Großmutter in ein Globe Theater umbauen und "Romeo & Julia" gemeinsam mit den Alten aufführen. Ein geeigneter Romeo ist schneller vor Ort als Romy lieb ist, denn Hallodri Ben, der durch einen Werbespot als "Frischedoktor" zu Ruhm gekommen ist und Romy bereits bei ihrem Souffleusen-Job auf die Nerven gefallen ist, begeistert sich ebenfalls für das Projekt.

Ich habe ein paar Schwierigkeiten, dieses Buch in seiner Gesamtheit zu beurteilen. Am Anfang fand ich es ein bisschen langatmig und zu verspielt, weshalb ich etwas Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden. Anschließend haben mir Schreibstil und Spannungsaufbau gefallen. Leider hat diese Phase nicht bis zum Ende gedauert, denn irgendwann wurden mir die ständigen Wandlungen von manchen Charakteren von böse zu gut und wieder zurück zu viel. Am Anfang sorgt dieser Ablauf für Spannung, denn man kann sich bei bestimmten Personen nicht sicher sein, ob sie Romy wohlgesonnen sind oder nicht. Nach der x-ten Wendung ist dieser Effekt jedoch passé, und man ist als Leser von der erneuten Richtungsänderung genervt. Deshalb konnte mich das Buch trotz einer guten Grundidee (ich LIEBE Romeo & Julia und bin für Bücher zu diesem Thema immer zu haben) nicht überzeugen. Hat mich irgendwie an einen dieser typischen, eher seichten Freitagsfilme in der ARD erinnert.

Mittwoch, 29. Juni 2016

|Stefka reads| "Rollmops Kommando" von Krischan Koch




„Rollmops Kommando“

Krischan Koch
Krimi
Deutsch
Juni
Hörbuch
4 Sterne

Nachdem ich mich mit meinem letzten Hörbuch im tiefsten Bayern in der "großen Kurstadt" / "Bindestrichstadt" befunden habe, bin ich nun an das entgegengesetzte Ende von Deutschland gewechselt und befinde mich auf meinen Staukilometern zumindest gedanklich im nordfriesischen Fredenbüll. Ehrlich gesagt fiel mir der Umstieg zumindest auf der ersten CD nicht ganz leicht, denn die Ebenen Nordfrieslands sind vom Dialekt und von der Atmosphäre her doch sehr weit von Garmisch-Partenkirchen entfernt.

Auch in diesem Band der Reihe macht sich Dorfpolizist Thies Detlefsen wieder Sorgen um den Bestand seiner Wache im beschaulichen Fredenbüll. Die Kriminalitätsstatistik in dem verschlafenen Kaff geht gegen Null, und er befürchtet, dass Kiel seinen Posten wegrationalisiert. Dann wird jedoch die Raiffeisenbank im Nachbarort überfallen (Glück für Thies, Pech für Oma Ahlbeck, die eigentlich nur ihre Rente abheben wollte und plötzlich als Geisel in der Toilette eingeschlossen wird...) und in diesem Zusammenhang die ortsansässige Zahnärztin ermordet (noch mehr Pech für Oma Ahlbeck, die sich just bei dieser Zahnärztin ihr Gebiss richten lassen wollte...).

In bewährter Manier ermittelt Thies wieder gemeinsam mit der Kieler Kommissarin Nicole Stappenbek (der erfahrene Leser/Hörer kann sich ausmalen, wie begeistert Thies' Ehefrau Heike von dieser Zusammenarbeit ist). Die beiden jagen nicht nur ein seit geraumer Zeit gesuchtes Bankräuber-Trio und den Mörder der Zahnärztin, denn bald gibt es einen weiteren Toten und auch Lara Brodersen, die Ehefrau des in "Rote Grütze mit Schuss" ermordeten Biobauern spielt erneut eine tragende Rolle.

Nachdem ich mich geistig von der Zugspitze an die Nordseeküste bewegt hatte, konnte ich diesen Krimi richtig genießen. Dies ist bereits mein zweites Hörbuch aus der Reihe und mittlerweile habe ich mich an die norddeutschen Namen gewöhnt und kann diese mühelos unterscheiden. Am Anfang konnte ich insbesondere die Stammtischbrüder im Imbiss "Hidde Kist" partout nicht auseinanderhalten. Besonders gelungen fand ich in diesem Band die Darstellung des Talkshowmoderators Markus März, dessen Name bestimmt nur rein zufällig an den eines Fernsehschaffenden aus Südtirol erinnert.

Wenn ich eines durch diese Hörbuchreihe gelernt habe, dann das Deutschland trotz aller Globalität unserer Zeit ein sehr vielfältiges Land ist. Der Alpenraum und die Küste sind wahrlich zwei völlig verschiedene Welten. Das merkt man schon an den Namen der jeweiligen Bewohner und Ortschaften. Irgendwie faszinierend.

Montag, 27. Juni 2016

|Stefka travels| Krimi Dinner in Stuttgart - "Sherlock Holmes und die vergiftete Maultäschlesupp"

Ich habe letzten Freitag etwas Neues getestet und war bei einem Krimi Dinner im Arcotel Camino in Stuttgart. Das Ticket hierfür hat 79 Euro gekostet und beinhaltet sowohl den Kriminalfall (also eine Art Theaterstück) als auch ein 4-Gänge-Menü aber keine Getränke.

Meine Vorstellung von so einem Abend sah wie folgt aus: man bekommt etwas leckeres zu essen und mittendrin geschieht plötzlich ein Mord, den es im Anschluss aufzuklären gilt. Ich habe mit mindestens fünf Schauspielern gerechnet, die mitten unter den zahlenden Gästen sitzen. Aufgrund des Preises habe ich auch mit einem Menü gerechnet, dass das Niveau eines gutbürgerlichen Restaurants in der Provinz (a.k.a. "bei meinen Eltern daheim") übersteigt.

Tatsächlich bekommen habe ich vier Gänge, die ich mit viel Wohlwollen als durchschnittlich bezeichnen würde. Der Salat, den es als Vorspeise gab, war lecker. Wobei mir da bei meinem vegetarischen Menü bereits aufgefallen ist, dass die Croutons nach geräuchertem Schinken geschmeckt hat. Die Suppe war versalzen und als vegetarische Variante der Maultaschensuppe eine Gemüsebrühe ohne Einlage zu präsentieren, finde ich auch etwas peinlich. Der Hauptgang war der schwächste Teil, denn sowohl die Karotten als auch die Zucchini waren bockelhart. Auch die Anrichteweise war mehr als lieblos. Der "Ofenschlupfer" als Nachtisch konnte da auch nichts mehr retten. War ähnlich zäh wie das Gemüse der Hauptspeise. Immerhin die Getränkepreise hatten Sterneniveau. Ein großer Softdrink hat knapp 6 Euro gekostet.

Das 4-Gänge-Menü

Auch der Kriminalfall lief anders als von mir erwartet. Das Schauspielerteam bestand aus ganzen ZWEI Personen. Sherlock Holmes wurde durchgehend vom selben männlichen Schauspieler dargestellt, wohingegen die teilnehmende Schauspielerin verschiedene Rollen übernommen hat (Ehefrau des Ermordeten, Watson, Krankenschwester, Köchin etc.). Zum Ausgleich durften einige Zuschauer "mitspielen". Hierfür wurde ihnen der entsprechende Text auf einem Blatt zur Verfügung gestellt. Mit diesem Modell hätte ich mich durchaus anfreunden können. Sehr gestört hat mich hingegen, dass der Mord quasi in einem Nebenzimmer stattgefunden hat. Man hat also nichts davon gesehen. Die Situation wurde von Sherlock Holmes und wechselnden anderen Charakteren erzählt und später wurde der Mord "nachgestellt". Das war kein besonders gelungener dramaturgischer Kniff.

Eine der verdächtigen Personen: Krankenschwester Susi


Der Fall selbst war ganz nett zum Miträtslen. Wir haben den richtigen Täter und die Tatwaffe erraten. Manche Hinweise waren jedoch recht offensichtlich. Das hätte man eleganter lösen können.

Schwäbischer Sherlock Holmes | Nachstellung des Mordes
Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein netter Abend war, und ich die Teilnahme an dem Krimi Dinner als interessante Erfahrung empfunden habe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat jedoch für mich nicht gepasst. Dazu war die schauspielerische Besetzung zu dünn und vor allem das Essen zu schlecht.

Künftig möchte ich lieber so etwas probieren: ein Krimi Dinner in den eigenen vier Wänden. Wer hätte Lust auf so ein Event?


Sonntag, 26. Juni 2016

|Stefka reads| "The One We Fell in Love With" von Paige Toon



"The One We Fell in Love With“       

Paige Toon             
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
3,5 Sterne     

Eliza, Phoebe und Rose sind eineiige Drillinge und werden aufgrund ihres identischen Aussehens von den meisten Menschen, denen sie begegnen, als eine Einheit gesehen. Dabei beschränkt sich ihre Gleichheit auf ihr Aussehen. Als Persönlichkeit sind sie grundverschieden. Eliza liebt Musik und ist aufmüpfig. Krankenschwester Rose hilft gerne anderen Menschen, wenn auch nicht immer ganz selbstlos. Eliza und Rose kommen nicht besonders gut miteinander aus. Phoebe, die das Klettern und die Berge liebt, ist der strahlende Mittelpunkt der drei und wird von ihren beiden unterschiedlichen Schwestern in gleichem Maße geliebt. Als die drei Teenager waren, trat der Nachbarsjunge Angus in ihr Leben. Er wird Phoebes erste große Liebe, doch auch die Herzen von Eliza und Rose schlagen bei seinem Anblick schneller.   

Eines vorneweg: das Buch wartet nach Ende des ersten Teils mit einer riesigen Überraschung auf, die ich so nicht habe kommen sehen. Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn sonst würde ich künftigen Lesern die Lesespannung verderben. Ich habe beinahe alle Bücher von Paige Toon gelesen, und ich mag die flüssige, mitreißende Art der Autorin zu schreiben. Außerdem verwendet sie so herrlich britische Ausdrücke wie „knackered“ oder "jumper". In "The One We Fell in Love With" hat mir die Botschaft gut gefallen, dass Menschen, die auf den ersten Blick noch so ähnlich erscheinen mögen, trotzdem grundverschieden sein können. Was mich nicht ganz so gepackt hat, waren die Charaktere selbst. Irgendwie war niemand (zumindest nicht von Anfang bis zum Ende) dabei, mit dem ich mich zu 100% hätte identifizieren können. Begeistert hat mich hingegen die Entscheidung der Autorin, einen Teil der Geschichte in den französischen Alpen in Chamonix spielen zu lassen. Ich wäre am liebsten umgehend aufgebrochen, um mir den Mont Blanc anzusehen.

Für mich persönlich hat Paige Toon in der Vergangenheit einige bessere Bücher abgeliefert (z.B. alle Romane rund um den Rockstar Jefferey Jefferson). Wer das Buch trotzdem gerne auf Deutsch lesen möchte, muss sich ein bisschen gedulden, denn das Buch ist bislang nicht übersetzt worden.
 

Mittwoch, 22. Juni 2016

|Stefka reads| "Schwindelfrei ist nur der Tod" von Jög Maurer


„Schwindelfrei ist nur der Tod“     

Jörg Maurer             
Krimi     
Deutsch
Hörbuch
4,5 Sterne

Im neuen Roman von Jörg Maurer wird Hauptkommissar Hubertus Jennerwein von seiner Vergangenheit eingeholt, was dazu führt, dass er zum ersten Mal bei seiner eigentlichen Arbeit nicht mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache ist. Die gesamte Geschichte besteht aus zwei Fällen, die auch auf zwei Zeitebenen spielen. Zum einen gibt es einen Banküberfalls aus dem Jahr 1971, der laut der Anmerkungen im Buch auf einer wahren Begebenheit beruht. Das war der erste bewaffnete Banküberfall in der Geschichte der Bundesrepublik, bei dem auch eine Geiselnahme stattfand. Zum anderen geht es in der Jetztzeit um das mysteriöse Verschwinden einen Heißluftballons samt Besatzung. Wie immer wird Hubertus Jennerwein von seinem Team bestehend aus dem Nordlicht Nicole Schwadtke, dem Allgäuer Ludwig Stengele, der Psychologin Maria Schmalfuß sowie den ortskundigen Polizisten Hölleisen und Ostler unterstützt. Auch andere liebgewonnene Figuren wie das Ehepaar Grasegger oder der Österreicher Swoboda tauchen auf. Schade nur, dass die Bäckerei "Krusti" in diesem Band keine Rolle spielt, denn das ist für mich der beste Name EVER.

Da ich das Buch nicht gelesen sondern als Hörbuch angehört habe, möchte ich zunächst auf Jörg Maurer als Vorleser eingehen (ja, hier liest der Autor selbst!). Ich finde ihn einfach nur grandios und zusammen mit Christian Tramitz bildet er unangefochten die Nr. 1 unter den Vorlesern für mich. Besser geht es nicht. Er verleiht jeder Person in den Büchern eine so unverwechselbare Stimme, dass man als einigermaßen geübter Zuhörer sofort weiß, wer da spricht. Und das schafft er, ohne nervig zu werden, was bei Männern, die z.B. eine Frau imitieren, sehr schnell der Fall sein kann. Meine Lieblingsrolle ist hierbei der Allgäuer Bergfex Stengele. Ich LIEBE den Allgäuer Dialekt und könnte ihn mir stundenlang anhören.

Der Fall selbst kommt aufgrund der unterschiedlichen Zeitebenen und der Fokussierung auf die Vergangenheit von Hubertus Jennerwein eher ungewöhnlich daher, hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen. Im Gegensatz zum "Tatort", der schnell langatmig wird, wenn sich die Folge zu sehr mit dem Privatleben der Kommissare beschäftigt, ist das hier geschickt und vor allem spannend gelöst. Apropos "Tatort", mich hat dieses Buch aufgrund des Blicks in die Vergangenheit an die Münchner Folge "Der oide Depp" erinnert (eine meiner absoluten Lieblingsfolgen). Klar, der eigentliche aktuelle Kriminalfall, das Verschwinden des Heißluftballons, spielt hierdurch nicht die Hauptrolle, was mich aber nicht gestört hat.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zu einem solchen Fan der Bücher von Jörg Maurer mutiere. Als ich vor Jahren den ersten Krimi der Reihe gelesen habe, hat er mir nicht sonderlich gefallen. Vor ca. zwei Jahren bin ich durch Zufall an ein Jennerwein-Hörbuch gekommen, und ich war sofort begeistert. Nachwievor kann ich es mir nicht ganz erklären, warum ich hier mit einem Hörbuch so viel mehr anfangen kann als mit dem normalen Buch. Zwischenzeitlich habe ich alle Bücher der Reihe angehört und freue mich schon auf die Fortsetzung.

   

Montag, 20. Juni 2016

|Stefka reads| "Funkenflieger" von Rita Falk


„Funkenflieger“     

Rita Falk             
Jugendbuch     
Deutsch
4 Sterne       

Marvin wird von allen nur „Locke“ genannt und wächst irgendwo in Bayern in einfach Verhältnissen auf. Seine beiden älteren Brüder haben einen jamaikanischen Vater, Locke vermutlich einen deutschen, den er jedoch nicht kennt. Die Mutter ist zwar körperlich anwesend, hängt jedoch meist daheim auf der Couch und schaut stundenlang nachmittäglichen Trash auf RTL und Sat1. Zum Glück gibt es seinen besten Kumpel Friedel, der zwar einen Vater hat, von dem er aber maximal Haue erwarten kann. Dann doch lieber nur eine lethargische Mutter, denkt sich Locke. Locke und Friedel haben sich einen Rückzugsort auf einem verlassenen Fabrikgrundstück geschaffen, den sie bald mit mehr Personen aus ihrem Umfeld teilen müssen, als sie je erwartet hätten. Da wäre zum einen Aicha, die Freundin von Lockes ältestem Bruder Kevin, die ungeplant schwanger geworden ist. Außerdem quartiert sich Lockes Bruder Robin ein, der auf der Flucht vor einigen Gangmitgliedern ist.

Ich finde es erstaunlich, wie Rita Falk es schaffe, sich mit „Funkenflieger“ und „Hannes“ (den ich bereits letztes Jahr gelesen habe), ein komplett neues Genre zu erschließen, das so gar nichts mit Franz Eberhofer zu tun hat. Ihre Jugendbücher sind sehr einfühlsam und man nimmt der Autorin die jugendliche Erzählperspektive, die sie in beiden Büchern einnimmt, sofort ab. „Funkenflieger“ hat mir eine Spur besser gefallen als „Hannes“, einfach weil es trotz manch ernster Töne vorsichtige Zuversicht vermittelt. Außerdem ist mir Locke als Hauptperson sehr ans Herz gewachsen. Trotz der nicht gerade rosigen Umstände seiner Herkunft versucht er, das Beste aus allem zu machen. Und zieht sich nicht auf den Standpunkt, "aus mir wird ja eh nix, also kann ich auch kriminell werden" zurück. Er mag kein Musterschüler sein, das Rauchen sollte er auch besser lassen, aber er hat das Herz am rechten Fleck.

Ein schönes Buch, das sich aufgrund seiner überschaubaren Länge auch für "zwischendurch" oder den Strand eignet. 

Samstag, 18. Juni 2016

|Stefka reads| Rosa Glitzerwelt für Mädchen - Geschlechtertrennung bei Büchern

Letzte Woche habe ich mit einer Freundin kommuniziert. Dabei hat sie erwähnt, dass ihre Tochter, die in die Grundschule geht, eine Buchpräsentation vorbereiten muss. Da mich Bücher immer interessieren, habe ich mich erkundigt, für was für eine Geschichte sich die Tochter entschieden hat. Die Antwort: "Der erste Band von 'Sternenschweif'." Okay, das sagt mir nichts, muss also Literatur sein, die es in meiner Kinderzeit noch nicht gegeben hat. Ich würde zwar nicht behaupten, dass ich mich in meiner Kindheit durch das gesamte Spektrum der kindgeeigneten Literatur gelesen habe, aber ich denke, dass ich 90% der Kinderbücher von damals zumindest namentlich kenne.


Aus Neugierde und weil der Titel ein Pferdebuch vermuten ließ, habe ich bei einem großen Online-Buchhändler nach dem Titel gesucht - und was kann ich sagen, mir fielen fast die Augen aus dem Kopf. Das Cover wirkt schreiend pink und glitzrig, weshalb mir dazu nur eine Frage eingefallen ist: setzt sich jetzt auch schon bei Kinderbüchern die bei Spielwaren weitverbreitete "Gender-Apartheid" durch?


Ich möchte nicht behaupten, dass in meiner Kindheit Jungs die Hauptzielgruppe von Büchern zum Thema Pferde waren, aber zumindest sahen Pferdebücher damals so aus, dass ein Junge solch ein Buch auch ohne Kneifzange anfassen konnte. Auch damals gab es sicherlich schon Literatur, die eher auf Mädchen oder eher auf Jungen ausgerichtet war, aber ich wage zu behaupten, dass der Übergang fließend war. Es gab Internatsgeschichten wie "Dolly" oder "Hanni und Nanni", in der so gut wie keine Jungs vorkamen, so dass sich naturgemäß eher Mädchen für diese Bücher interessiert haben. Im selben Genre gab es aber auch die "Burg Schreckenstein", die ich geliebt habe, und die sich vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr an männlichen denn weiblichen Lesern orientiert hat. Oder denken wir an Astrid Lindgren, die gleichermaßen starke Mädchencharaktere wie "Pippi Langstrumpf" oder "Ronja Räubertochter" aber auch unbeugsame Jungen wie "Michel aus Lönneberga" oder "Kalle Blomquist" geschaffen hat. Die in meinen Kindertagen sehr beliebten Detektivgeschichten wie TKKG oder "Die drei Fragezeichen" waren ebenfalls quasi "unisex". Zumindest hat mich nie gestört, dass mit Ausnahme von Gabi in "TKKG" Mädchen keine Hauptrolle gespielt haben. Ich denke auch nicht, dass ich mich mit Gabi besser identifizieren konnte als mit Tim, Karl und Klößchen. Tim war sportlich und in gewisser Weise attraktiv, aber auch beinahe zu perfekt. Karl hat man für seine Klugheit bewundert, aber tauschen wollte man nicht unbedingt mit ihm. Irgendwie mochte man Klößchen wahrscheinlich am liebsten. Weil er so witzig und "unperfekt" war. Und weil er es schaffte, seine Ernährung komplett auf Schokolade umzustellen. Zu den "Drei Fragezeichen" fällt mir in diesem Zusammenhang ein, dass es mittlerweile "Die drei Ausrufezeichen" gibt, ein Buch, das sich speziell an eine jüngere, rein weibliche Zielgruppe richtet, was mich ebenfalls den Kopf schütteln lässt. Ist es mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit, dass man Bücher erschafft, die Jungs und Mädchen gleichermaßen ansprechen?!


Mir ist bewusst, dass es auch in 1980er Jahren "Barbie" und "He-Man" gegeben hat. Aber ich bin trotzdem überzeugt, dass man weniger bewusst und streng zwischen Mädchen und Jungs getrennt hat. Die meisten werden die beiden Fotos kennen, die vor einiger Zeit auf Facebook kursiert sind. Auf der einen Seite eine Grundschulklasse aus den 80ern, in der alle Kinder blau, grün, rot etc. wild durcheinander getragen haben. Auf der anderen Seite ein Klassenfoto von heute, auf dem man bereits von weitem die Mädchen und Jungen unterscheiden konnte, da alle Mädchen rosa (am besten von Kopf bis Fuß) und die Jungs Blautöne getragen haben. Schaut man ins Süßigkeitenregal, kann man plötzlich Überraschungseier für Mädchen kaufen. Auch Lego und Playmobil legen spezielle Linien für Mädchen auf. Mein erstes Playmobil (für Experten: noch mit den unbeweglichen Händen) war ein Bauer mit Knecht und Kuh sowie ein Bauwagen mit Bauarbeitern. Habe ich gerne damit gespielt? Na klar. Ich habe als Kind nie den Wunsch nach einer Feenwelt verspürt. Stattdessen habe ich davon geträumt, dass Playmobil ENDLICH ein Badezimmer auflegt.

Mancher mag nun entgegen, dass es egal ist, wie man Kinder anzieht oder was man ihnen zum Spielen kauft. Das denke ich nicht, denn wie möchte man Mädchen für typische Männerberufe begeistern oder Jungs zu künftigen Erziehern oder Pflegekräften machen, wenn man bereits ab Geburt jedes Geschlecht in eine bestimmte Schublade steckt? Wenn man bereits Kleinkindern suggeriert, "das ist nichts für dich, das ist nur was für Jungs (respektive Mädchen)!". Hätte ich ein Kind, würde ich mir wünschen, dass es sich sein Buch aussucht, weil es am Inhalt interessiert ist, dass es sich von spannenden Geschichten und starken Charakteren begeistern lässt - und nicht auf ein Cover anspringt, das "rosa!" "Glitzer!" schreit und deshalb suggeriert "ich bin das perfekte Buch für dich, Mädchen."

(Das soll keine Kritik an den Kindern sein, die sich solche Bücher wünschen, oder den Eltern, die diese Bücher kaufen. Eher an der Spielwarenindustrie, die das als Marketingwaffe einsetzt).


Dienstag, 14. Juni 2016

|Stefka reads| "Leberkäsjunkie" von Rita Falk



 "Leberkäsjunkie“       

Rita Falk             
Krimi 
Deutsch
Hörbuch           
4 Sterne       

Provinzpolizist Franz Eberhofer schlägt sich in diesem Band mit vielen Problemen herum. Haben seine schlechte Gesundheit etwas mit der von ihm heißgeliebten bayrischen Küche von seiner Oma (oder alternativ der vom Simmerl) zu tun? Außerdem versucht er in seine Rolle als Vater des kleinen Paul hineinzufinden und vielleicht doch irgendwie die Susi zurückzugewinnen. Der Leonhardt (die alte Schleimsau) weilt zum Glück im fernen Thailand, dafür wandelt der Papa plötzlich auf Freiersfüßen und die Mooshammerin quartiert sich bei den Eberhofers ein. Alles nicht so einfach für den armen Franz. Ganz nebenbei gilt es den Brand bei der Mooshammerin und einen damit verbundenen (für Eberhofers Verhältnisse läppischen Einfach-)Mord aufzuklären.

Manchmal springt der gute Franz in jedes sich bietende Fettnäpfchen, was einem als Leser ganz schön auf die Nerven gehen kann. Und gerade in diesem Band stellt er sich bei der Lösung des Falles dermaßen dilettantisch an (Verhörung eines potentiellen Hauptverdächtigen erst auf der letzten CD, hallo?!), das kann man gar nicht glauben. Trotzdem mag ich den Franz, denn im Grunde seines Herzens ist er ein lieber Kerl (und dank der Filme mit Sebastian Bezzel hat man auch immer einen blonden Teddy vor Augen). Wenn man dann noch liest, wie er den Buengo (quasi der Boateng von Niederkaltenkirchen) gegen eine Gruppierung der „Alternative für Niederkaltenkirchen“ (oder so ähnlich) beschützt, da wünscht man sich, dass der Franz in Frankreich vor Ort wäre, denn der würde den Hooligans ganz gehörig den Marsch blasen.

Ich habe mich auf diversen Stau-Kilometern in und um Stuttgart wunderbar unterhalten gefühlt, was nicht zuletzt an der grandiosen Leseleistung von Christian Tramitz gelegen hat.

Sonntag, 12. Juni 2016

|Stefka reads| "The Unexpected Everything" von Morgan Matson


„The Unexpected Everything“

Morgan Matson         
Young Adult   
Englisch       
5 Sterne

Andie hat genaue Pläne für den Sommer vor ihrem letzten Highschooljahr. Als jedoch ihr Vater vorübergehend von seinem politischen Amt suspendiert wird, sieht sie sich einer komplett neuen Herausforderung gegenüber: ihr prestigeträchtiger Sommerjob ist weg, dafür ist ihr Vater zum ersten Mal seit Jahren wieder wirklich präsent in ihrem Alltag. Zum Glück gibt es ihre drei besten Freundinnen, auf die sie immer zählen kann. Außerdem bietet ein völlig offener Sommer ungeahnte Möglichkeiten und Raum für neue Begegnungen.

Ich bin großer Fan der Bücher von Morgan Matson. Ihr gelingt es wie keiner Zweiten das Gefühl eines Sommers voller Freiheit und Veränderung zu transportieren. Man möchte sich am liebsten in das nächste Flugzeug in die USA setzen (gegenwärtige Schlagzeilen und Donald Trump ignoriere ich an dieser Stelle), um dort seinen Sommer zu verbringen. Genau das gelingt ihr auch mit diesem neuen Buch.

Besonders gut gefallen hat mir, wie detailliert und glaubwürdig der Alltag in einem Politikerhaushalt geschildert wird. Außerdem haben die vier Freundinnen eine tolle Dynamik, die u.a. in Smartphone-Konversationen inklusive Emojis dargestellt wird. Außerdem gibt es - ähnlich wie bei "Fangirl" von Rainbow Rowell - einen "Roman im Roman", den ich ebenfalls sehr gerne mochte.



Eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr. Eine klare Leseempfehlung an alle, die nach einem Sommerroman suchen. Falls man nicht auf Englisch liest, muss man sich bis nächstes Jahr gedulden und bis dahin mit "Amy on the Summer Road", "Vergiss den Sommer nicht" und "Dreizehn Wünsche für einen Sommer" vorliebnehmen.




Freitag, 10. Juni 2016

|Stefka reads| "Sway" von Adriana Locke

 "Sway" 

Adriana Locke         
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
4 Sterne       

Alison Baker ist eine alleinerziehende Studentin, die nebenher als Kellnerin arbeitet. Barrett Landry kommt aus einer Kennedy ähnlichen Politikerdynastie, ist aktuell Bürgermeister von Savannah und befindet sich mitten im Wahlkampf um einen Sitz im Kongress. Auch sein Liebesleben steht dem von JFK und Robert Kennedy in nichts nach. Alison und Barrett lernen sich zufällig bei einem Event kennen und fühlen sich magisch von einander angezogen, obwohl ihre Herkunft und ihre Zukunftspläne sie meilenweit zu trennen scheinen.

Das war mein erstes Buch von Adriana Locke. Ich bin über eine Instagramerin auf "Sway", das den Beginn einer neuen Reihe darstellt, gestoßen, und ich muss sagen, das Buch hat mich begeistert. Die Politikerfamilie Landry bietet viel Potential für weitere Bände und die Geschichte ist spannend, mitreißend und der Politikerhintergrund wirkt gut recherchiert (wobei ich auch sagen muss, dass das Buch meine Meinung, dass Politik ein schmutziges Geschäft ist, und ich mir im Leben nicht vorstellen könnte, in die Politik zu gehen, voll bestätig hat).

Da ich weiß, dass hier einige Leute mitlesen, die auf die deutschen Übersetzungen warten, muss ich an dieser Stelle leider eine enttäuschende Mitteilung machen: bislang ist keiner der Romane der Autorin in deutscher Sprache erschienen.
    

Donnerstag, 9. Juni 2016

|Stefka reads| "Nicht ganz mein Typ" von Björg Magnusdottir



 „Nicht ganz mein Typ“       

Björg Magnusdottir       
Chick Lit     
Deutsch       
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.  
4 Sterne       

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen vier junge Frauen, die in der isländischen Hauptstadt Reykjavik und Umgebung leben. Jede hat ihr Päckchen zu tragen: Bryndis ist hochintelligent, kann sich jedoch nicht durchsetzen, da sie noch immer mit ihrer Vergangenheit als Alkoholikertochter kämpft. Inga ist beruflich erfolgreich und als einzige in einer langjährigen Beziehung, muss sich aber genau deswegen mit ihrem "Schwiegermonster" auseinandersetzen. Die Bankerin Regina neigt dazu, im Nachtleben von Reykjavik zu viel zu trinken, was in äußerst merkwürdigen Männerbekanntschaften mündet. Tinna ist beinahe verzweifelt auf der Suche nach dem perfekten Mann und lebt in einer symbiotischen Beziehung mit ihrer Politikerinnen-Mutter.     

Dieses Buch hat mich direkt angesprochen, da Island zu meinen Lieblingsländern gehört. Ich wollte gerne mehr über das Alltagsleben auf Island erfahren. In dieser Hinsicht hat mich das Buch nicht enttäuscht. Die junge Autorin gibt einen gelungenen Einblick in das Gefühls- und Berufsleben ihrer isländischen Altersgenossen. Auch brisante Themen wie die isländische Bankenkrise werden angesprochen. Außerdem schildert sie sehr plastisch das ausufernde Partyleben in der isländischen Hauptstadt und welche Rolle Alkohol hierbei spielt. Es scheint kein Klischee zu sein, dass der durchschnittliche Isländer einen gewissen Alkoholpegel benötigt, um in Flirtlaune zu kommen. Das war für mich keine Überraschung, denn bereits in einem meiner Pferdebücher in der Kindheit wurde der "schwarze Tod" (isländischer Schnaps) thematisiert. Da soll noch einer behaupten, Pferdegeschichten für Mädchen hätten keinen Tiefgang. Immerhin haben mir diese Bücher auch zu der Lebensweisheit "Springreiter sind die schlimmsten" verholfen...

Die Konstellation der vier Freundinnen in "Nicht ganz mein Typ" erinnert etwas an "Sex & the City" (vier Mädels, die sich über alles austauschen, was sie bewegt), jedoch würde ich diesem Buch mehr Tiefgang bescheinigen, denn Themen wie Zwangsprostitution oder Fremdenfeindlichkeit spielen in der amerikanischen Serie keine Rolle.

Mir hat am besten an diesem Buch gefallen, dass der Schauplatz der Geschichte auf Island und nicht an einer der üblichen Locations wie Deutschland, USA oder Großbritannien war. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Nicht-Krimis gibt, die in Nordeuropa spielen.



Mittwoch, 8. Juni 2016

|Stefka reads| "Astrid Lindgren. Ihr Leben" von Jens Andersen


„Astrid Lindgren. Ihr Leben“       

Jens Andersen         
Biografie     
Deutsch               
5 Sterne

Astrid Lindgren gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und ist für mich eine der faszinierensten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ich habe bereits einige Biografien über ihr Leben und z.B. auch ihre Kriegstagebücher gelesen.

Trotz dieser Vorkenntnisse bot dieses Buch einige Neuigkeiten für mich. U.a. wurde die uneheliche Schwangerschaft von Astrid Lindgren in jungen Jahren und die Alkoholerkrankung ihres Ehemannes Sture aufgearbeitet. Hierfür hat der Autor Tagebuchaufzeichnungen und Briefe ausgewertet und Interviews z.B. mit Astrid Lindgrens Tochter Karin geführt. In diesem Zusammenhang müssen wir als nachfolgende Generation dankbar sein, dass Astrid Lindgren so eine eifrige Briefeschreiberin gewesen ist. Ich habe mich gefragt, was wohl mit den wichtigen Menschen unserer Generation passiert, denn wer schreibt heute noch Briefe?! Und ob Whats-App-Konversationen die Zeit überdauern werden, wage ich sehr zu bezweifeln.

Mein Lieblingszitat - das meine Mutter voll und ganz unterschreibt ;-)

Trotz der neuen Fakten, die Jens Andersen aufdeckt, schlägt er immer einen respektvollen Ton an und wird nie bloßstellend. Damit konnte er mich von der ersten Seite an fesseln.

Ansonsten würde mich brennend interessieren, was Astrid Lindgren zu Lage der Kinder in der heutigen Zeit sagen würde. Wäre sie entsetzt, dass wieder so viele Kinder auf der Flucht sind? Dass es auch in reichen Ländern viele Kinder gibt, die vernachlässigt werden?

Obwohl ich wusste, wie diese "Geschichte" ausgehen wird, war ich am Ende sehr bewegt, als Astrid Lindgren gestorben ist. Sie war einfach eine ganz große Persönlichkeit, die allen nachfolgenden Generationen unendlich viel gegeben hat.

Dienstag, 7. Juni 2016

|Stefka reads| "Wicked Heart" und "Broken Juliet" von Leisa Rayven

„Wicked Heart“     

Leisa Rayven           
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
4 Sterne

Das neue Buch von Leisa Rayven baut auf die „Bad Romeo – Broken Juliet“- Serie auf. Hier steht Elissa Holt, die Schwester von Ethan Holt im Mittelpunkt. Sie hat sich vor Jahren in Liam Quinn verliebt, der damals ein unbekannter Nachwuchsschauspieler war. Inzwischen ist er zu einem der größten Hollywoodstars aufgestiegen und scheint in perfekter Symbiose mit seiner perfekten Freundin, die nebenbei seine Partnerin in diversen Filmproduktionen ist, zu leben. Trotzdem ist Elissa nie über ihn hinweggekommen und als er – gemeinsam mit seiner Freundin – die Hauptrolle in einem von Elissa betreuten Broadwaystück übernimmt, ist die Zeit der Konfrontation mit alten Gefühlen gekommen.       

Das Buch ist wesentlich weniger „angsty“ als „Bad Romeo – Broken Juliet“. Es hat mehr Humor, was mir am Anfang super gefallen hat, vor allem, da ich den leicht flapsigen Schreibstil der Autorin sehr gerne mag. Irgendwie hat diese Leichtigkeit aber auch dazu geführt, dass mir im zweiten Teil des Buches etwas der Spannungsmoment gefehlt hat. Positiv möchte ich wiederum anmerken, dass die Autorin die Freundin von Liam nicht als „Bitch“ dargestellt hat. Dafür fand ich das Ende gerade in Bezug auf besagte Freundin zu perfekt und beinahe illusorisch.

Trotz dieser kleine Kritikpunkte hat mich dieses Buch wieder wunderbar unterhalten. Wie immer hat mir vor allem der gut recherchierte Hintergrund aus dem Theatermillieu sehr gut gefallen. Hier merkt man, dass die Autorin aus der Branche kommt.


Im Auto habe ich im Mai "Broken Juliet", den zweiten Teil der Gesichte um Elissas Bruder Ethan und Cassie angehört. Dieses Buch habe ich letztes Jahr bereits auf dem Kindle im englischen Original gelesen. Weil ich das so mitreißend fand, habe ich mir beide Bände zusätzlich als deutsches Hörbuch gekauft.



„Broken Juliet“     

Leisa Rayven           
Chick Lit     
Deutsch
Hörbuch           
4 Sterne

Der zweite Teil der Saga um Cassie und Ethan arbeitet wieder mit aktuellen Passagen und Rückblicken in die Vergangenheit des Paares. Aktuell spielen die beiden gemeinsam eine Hauptrolle in einem Broadway-Theaterstück. In der Vergangenheit stehen sie kurz vor ihrem Abschluss an der berühmten Theaterakademie „The Grove“ in New York. Die zentrale Frage lautet: wird es Cassie gelingen, Ethan wieder zu vertrauen? 

Eine der spannungsgeladensten Liebesgeschichten, die ich in letzter Zeit gelesen und gehört habe. Man fiebert mit den beiden Hauptpersonen mit. Außerdem spürt man in allen Kapiteln, dass sich die Autorin in der Theaterszene wirklich gut auskennt.

Montag, 6. Juni 2016

|Stefka reads| "Meer geht nicht" von Claudius Pläging


„Meer geht nicht“   

Claudius Pläging         
Humor 
Deutsch
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt. 
4 Sterne

Jonathan mag keine Veränderungen und hat sich deshalb im Alltag zwischen seinem Job bei der Stadtverwaltung und seiner eingefahrenen Beziehung prima eingerichtet. Als die Liebe zu seiner Freundin nur noch an einer seidenen Krawatte (Achtung, Kalaueralarm!) zu hängen scheint, begibt er sich gemeinsam mit seinen beiden besten Freunden (der eine ein Möchtegern-Unternehmer und ewiger Jurastudent mit Hang zur Großkotzigkeit, der andere ein gutmütiger Computernerd) auf einen atemberaubenden Roadtrip Richtung Osteuropa - immer auf der Jagd nach der ominösen Krawatte. Unterwegs springen die drei Chaoten beidbeinig in jedes sich präsentierente Fettnäpfchen und gabeln nebenbei die lebenslustige Studentin Pauline auf.

Bei Büchern aus dem Genre Humor besteht für mich die Gefahr, dass ich nach einigen Seiten davon genervt bin, dass der Hauptdarsteller IMMER die dämlichst mögliche Entscheidung trifft. Das war bei diesem Buch nicht der Fall, trotz dass ich Jonathan keineswegs als totalen Sympathieträger wahrgenommen habe. Außerdem hat mir gut gefallen, dass das Buch zwar mit Übertreibungen arbeitet, aber nicht völlig abgedreht daher kommt. Im Gegenteil, an der einen oder anderen Stelle werden Lebensweisheiten eingestreut, die ich voll und ganz unterschreiben kann.

Wer nach einer locker, leichten Strandlektüre für den Urlaub sucht, ist hier gut bedient.

Sonntag, 5. Juni 2016

|Stefka reads| „Sleepless in Manhattan“ und „Midnight at Tiffany's“ von Sarah Morgan

Ich habe mich entschlossen, das System meines monatlichen Leserückblicks zu ändern. Ich werde die Bücher jetzt einzeln vorstellen, damit man bereits an der Überschrift sehen kann, welches Buch ich gelesen habe.

„Sleepless in Manhattan“   

Sarah Morgan   
From Manhattan with Love #1   
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
4 Sterne       

Paige wird von ihrer despotischen Chefin gefeuert und findet sich gemeinsam mit ihren zwei besten Freundinnen als arbeitslose Eventplanerin in New York wieder. Jake - der beste Freund ihres Bruders - ermutigt sie, eine eigene Agentur zu eröffnen. Weitere Hilfe möchte sie unter keinen Umständen von ihm annehmen, denn sie ist seit Ewigkeiten unglücklich in Jake verliebt und wurde als Teenie von ihm zurückgewiesen. 

Nachdem eher negativen Leseerlebnis im Bereich Chick Lit im Monat April, habe ich dem Genre eine neuerliche Chance gegeben, und was kann ich sagen, es hat sich gelohnt. Auch wenn Paige und Jake nicht zu meinen liebsten Paaren aller Zeiten gehören, haben sie doch genug Chemie, um mich in ihren Bann zu ziehen. Sarah Morgan hat sich wieder als sichere Bank erwiesen. Sie schafft es immer wieder interessante Charaktere und vor allem auch schöne Settings für ihre Geschichten zu schaffen. Dieses Mal haben haben mich die Beschreibungen aus New York besonders fasziniert, denn an einigen Stellen konnte ich begeistert gedanklich anmerken, „da war ich schon!“.


„Midnight at Tiffany's“

Sarah Morgan   
From Manhattan with Love Prequel       
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
3 Sterne       

Direkt im Anschluss an "Sleepless in Manhattan" habe ich die Vorgeschichte zum Buch gelesen. Das ist kein "richtiges" Buch sondern lediglich eine Kurzgeschichte.

In dieser Geschichte geht es um Matilda, die Arbeitskollegin von Paige und ihren beiden besten Freundinnen. Diese wird von der despotischen Chefin im Laufe eines Events entlassen. Sie ist am Boden zerstört, aber das Blatt wendet sich, als sie direkt im Anschluss daran im Aufzug den Millionär Chase Adams kennenlernt. Beide geben sich als jemand anderes aus und stürzen sich gemeinsam in eine abenteuerliche Nacht in New York.

Mittwoch, 1. Juni 2016

|Stefka creates| Pasta mit Tomatensauce und Gemüse

Heute möchte ich eines meiner aktuellen Lieblingsrezepte vorstellen, das ich selbst und ohne Rezeptvorlage entwickelt habe.

Zutaten

- Vollkorn-Spaghetti (Menge je nach Größe des Hungers)

- bunte Auswahl an Gemüse (z.B. Zucchini, Auberginen, Pilze, Karotten und aktuell grünen Spargel)

- passierte Tomaten

- Cashew-, Haselnuss- oder Mandelmus

- Salz, Pfeffer, Basilikum, Olivenöl


Da das Licht nicht mehr perfekt war, gibt es nur ein Foto.

Die Pasta nach Packungsanleitung garen.

Das Gemüse klein schneiden und in Olivenöl anbraten. Mit passierten Tomaten ablöschen. Achtung! Falls das angebratene Gemüse sehr heiß ist, kann es sein, dass die Tomatensauce stark spritzt. Von daher den Herd eventuell etwas zurückschalten, bevor man die passierten Tomaten hinzufügt. Ansonsten kann es passieren, dass man den Herd plus Umgebung einer Grundreinigung unterziehen muss. So bald die Tomatensauce etwas eingekocht ist, einen Esslöffel des Cashew-, Haselnuss- oder Mandelmus unterrühren. Hier muss man etwas Geduld haben, da das Mus sehr zähflüssig ist. Abschließend nach Belieben würzen und die fertigen Spaghetti unterheben.

Ich liebe diese Pasta-Variante, denn die Sauce enthält keine Milchprodukte und ist trotzdem wunderbar cremig. Außerdem ist mein Cashewmus ewig haltbar und muss nicht schnell aufgebraucht werden wie Creme Fraiche, Sahne oder ähnliches.