Montag, 30. Mai 2016

|Stefka reads| Meine Lesegeschichte

Da es auch in meiner Umgebung Personen gibt, die nicht so viel und so begeistert lesen wie ich, bin ich auf die Idee gekommen, meine "Lesegeschichte" aufzuschreiben, um ein bisschen zu erläutern, warum ich mir ein Leben ohne Lesen nicht vorstellen kann.

Ich denke, einen Teil meiner Lesebegeisterung habe ich meinem Elternhaus zu verdanken. Meinen Papa kann ich hier ausklammern, denn der liest nur Zeitung und Zeitschriften, wobei meine Mutter behauptet, dass er da auch nicht wirklich liest sondern nur Bilder anschaut... Meine Mutter hingegen war schon seit Kindertagen eine begeisterte Leserin. Was in ihrem Fall keine Selbstverständlichkeit ist, denn sie ist in den 60er Jahren auf dem Land aufgewachsen und der Zugang zu Büchern war damals gar nicht so einfach. Auf alle Fälle bin ich mit Büchern und einer lesenden Mama groß geworden. Ich denke, diesen Einfluss darf man auf keinen Fall unterschätzen, denn wie soll ein Kind einen Zugang zum Lesen finden, wenn es in einem "bücherfreien" Haushalt aufwächst?!

Morgan Matson - meine Lieblingsautorin im "Young Adult"-Bereich

Als ich in der Schule lesen gelernt habe, ist es mir von Anfang an leicht gefallen. Ich war auch in den anderen Fächern (außer Sport...) nie schlecht, aber in Mathe musste ich mich z.B. ein bisschen anstrengen, während Lesen einfach Vergnügen für mich gewesen ist. Okay, eine Ausnahme gab es. Im Lesebuch der ersten Klasse gab es eine Geschichte, in der das Wort "nanu" vorkam. Ihr glaubt nicht, wie oft mein Vater mit mir diese Stelle geübt hat, bis ich nicht "nuna" oder eine andere Abwandlung gelesen habe. Auch der Lehrerin blieb mein Talent für das Lesen nicht verborgen und so durfte ich bei der Abschlussfeier der 2. Klasse eine komplette Geschichte vorlesen. Da bis kurz vor der Feier nicht klar war, ob ich daran würde teilnehmen können (Stichwort Windpocken), gab es eine Zweitbesetzung, die allerdings nicht aus einer Person sondern aus mehreren Klassenkameraden bestanden hat, denn hierfür hatte die Lehrerin die gesamte Geschichte auf verschiedene Kinder aufgeteilt. In dem Moment war mir klar, dass ich wohl ziemlich gut lesen können musste ;-)

Als die Lesefähigkeit soweit fortgeschritten war, dass ich mich an ganze Bücher heranwagen konnte, habe ich alle meine Klassenkameraden beneidet, die ältere Geschwister und deshalb einige Bücher für Leseanfänger daheim hatten. Ich musste erst auf meinen Geburtstag warten, damit ich mir die ersten Bücher in Schreibschrift wünschen konnte ("Das Krokodil der Herrn Pfefferminz" und "Lieber kleiner Igel"). Ab diesem Zeitpunkt war ich ein begeisterter Viel- und Schnellleser. Wie bereits in einem anderen Blogpost erzählt, habe ich z.B. alle Bände aus der "Meine Schwester Klara"-Reihe oder in den Osterferien der zweiten Klasse die Gesamtausgabe der "Kinder aus Bullerbü" verschlungen.

"Vampire Academy" und das Spin-Off "Bloodlines" sind meine Lieblingsreihe aus dem Bereich "Fantasy"
 
Irgendwann wurden meiner Mutter die Bücheranschaffungen zu teuer, und ich habe in den Sommerferien einen Ausweis für die Stadtbibliothek (22 km entfernt von meinem Heimatdorf) bekommen. Dort habe ich mich u.a. durch die komplette "Drei Fragezeichen"-Reihe gelesen. Als ich meine Mutter vor kurzem gefragt habe, ob ich in den Sommerferien ein anstrengendes Kind war (mittlerweile ist man ja von stöhnenden Eltern umgeben, die von ihren zu bespaßenden Kindern genervt sind), meinte sie "nein, du hast dich immer schön selbst beschäftigt und ab dem Zeitpunkt, wo du lesen konntest, war das eh alles kein Problem mehr. Da hat man stundenlang nichts von dir gesehen und gehört."

Ich habe mich auch gerne am Bücherregal meiner Mutter vergriffen und Ende der 80er Jahre die damals beliebten "Konsaliks" und "Uta Danellas" gelesen. Zugegebenermaßen habe ich im Grundschulalter nicht wirklich alles verstanden. Manches hat sich erst ein, zwei Jahre später zu einem Gesamtbild zusammengefügt. U.a. erinnere ich  mich da an ein Kapitel aus dem Begleitbuch zu "Eine glückliche Familie" (Fernsehserie der ARD mit Maria Schell und Siegfried Rauch in der Hauptrolle) mit der Überschrift "Das erste Mal"...

Amerikanische Reihen sind im Hardcover normalerweise viel hübscher als deutsche Bücher. "Silber" von Kerstin Gier kann da aber durchaus mithalten.

Natürlich gab es auch ab und zu Phasen, in denen ich wenig gelesen habe, jedoch waren diese Abschnitte immer nur kurz und an die letzte Phase dieser Art kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Seit ich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre, habe ich meine festen Lesezeiten von ca. 50 Minuten am Tag. Zusätzlich lese ich vor dem Einschlafen ein paar Seiten, so dass ich im Normalfall problemlos auf eine Stunde am Tag komme.

Gerade Männer in meinem Job, der das Lesen von Gesetzen und Fachliteratur zwingend bedingt, begründen ihre Leseunlust gerne damit, dass sie beruflich schon sooo viel lesen müssen, dass es für sie keine Entspannung wäre, wenn sie privat auch noch zu Büchern greifen würden. Das kann ich überhaupt nicht verstehen, denn es ist ein riesiger Unterschied, ob man Fachliteratur durchackert oder zum Vergnügen einen Roman liest. Mir kann niemand ernsthaft erzählen, dass er ein Urteil des Bundesfinanzhofs (oder noch schlimmer, des EuGH) mit "Harry Potter" vergleichen möchte. Aus diesem Grund hatte ich während der Klausurenphase an der FH auch meist echte "Lesehochphasen", da ich immer wieder zur Entspannung fünf Minuten in einen Roman anstatt in ein Fachbuch geschaut habe.

Ein Leben ohne Lesen kann ich mir nicht vorstellen. Es würde so viel Lebensqualität verloren gehen. Ich brauche diese Fluchten aus dem Alltag. Ohne Bücher - ohne mich.


 

Samstag, 28. Mai 2016

|Stefka creates| Frühstück: Pancakes - Variante mit gemahlenen Nüssen

Ich habe bereits ein sehr ähnliches Rezept hier gepostet. Zwischenzeitlich habe ich mit diesem Rezept etwas experimentiert und bin zu einer Variante gekommen, die ich noch leckerer finde. Der einfache Trick: ich habe einen Teil des Mehls durch gemahlene Haselnüsse ersetzt. Falls man keine Haselnüsse essen darf, kann man alternativ zu gemahlenen Mandeln greifen.

Pancakes mit Erdbeeren und Raw Cacao


Man benötigt für ca. 6 bis 7 Pancakes:

 - 1 reife Banane

- 50 g gemahlene Nüsse oder Mandeln

- 25 g Vollkornmehl

- ca. 50 ml Mandelmilch (alternativ auch Sojamilch, Reismilch oder andere Milch)

- Zimt nach Belieben

- Kokosöl (oder anderes, neutrales Öl) zum Ausbacken

Die Banane in Scheiben schnippeln und gemeinsam mit den gemahlenen Nüssen oder Mandeln, dem Vollkornmehl, der Milch und dem Zimt pürrieren.

Anschließend das Kokosöl erhitzen und mit einem Löffel die Pancakes in die Pfanne geben. Auf der einen Seite goldbraun braten und wenden. Achtung, der Teig zerfällt leicher, als würde man nur Mehl und keine gemahlenen Nüsse oder Mandeln nehmen.

Dazu gab es einen super leckeren Smoothie aus gemischten Beeren und Cashewmilch
Seit ca. einem Monat habe ich meine Liebe zu Cacao Nibs (Raw Cacao) entdeckt. Das sind kleine Schokostückchen aus reinem Kakao, die folglich sehr herb schmecken. Löffelweise pur (wie früher Nutella...) könnte ich sie nicht essen, aber zusammen mit Beeren und den Pancakes oder im Müsli schmecken sie sehr lecker. Werde ich mir in nächster Zeit öfters gönnen.


Erdbeer-Sonne


Mittwoch, 25. Mai 2016

|Stefka creates| Flammkuchen mit grünem Spargel

Endlich ist es abends hell genug, um Fotos zu machen. Wobei ich zugeben muss, dass es heute so spät geworden ist, dass die Bilder nicht gerade von brillianter Qualität geworden sind. Ich möchte dieses Rezept trotzdem teilen, denn es schmeckt super lecker und ist in der Herstellung unkompliziert. Auch hat man die Zutaten für den Teig meist vorrätig, denn man benötigt im Gegensatz zur Pizza keine Hefe.

Rohversion des Flammkuchens

Zutaten (für den Teig, ergibt 8 Flammkuchen)

- 400 g Mehl (ich habe Vollkornmehl mit Weißmehl gemischt)

- 2 EL Olivenöl

- 2 TL Salz

- 220 ml Wasser

Aus allen Zutaten einen Teig herstellen und diesen so lange kneten, bis dieser nicht mehr an den Händen klebt. Anschließend Teig mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Den Backofen auf 250°C voheizen.

Den Teig möglichst dünn auswellen. Das benötigt Geduld und Kraft. Danach können die Teigfladen nach Belieben belegt werden. Da ich keine Laktose vertrage, nehme ich als Grundlage passierte Tomaten. Ansonsten kann man natürlich auch zu Schmand oder Creme Fraiche greifen. Heute habe ich die Flammkuchen mit grünem Spargel, Zucchini und Pilzen belegt. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zum Abschluss würzen und mit Olivenol beträufeln.

Den Flammkuchen 15 bis 20 Minuten backen - bis er schön knusprig ist.

Mein fertiger Flammkuchen

Detailaufnahme meines Flammkuchens

Montag, 23. Mai 2016

|Stefka travels| Landesgartenschau Öhringen

In den letzten Jahren habe ich von Nagold über Sigmaringen und Schwäbisch Gmünd verschiedene Landesgartenschauen in Baden-Württemberg besucht. Das hat mir immer super gut gefallen. In dem Zusammenhang möchte ich jedoch anmerken, dass man sich bei so einem Besuch darüber im Klaren sein muss, dass man als 20- oder 30-something den Altersdurchschnitt um gefühlte 20 Jahre drückt. Das Hauptpublikum besteht aus Rentnern und Landfrauen auf Busausfahrt. Für mich nichts Neues, schließlich war ich schon beim Kommunionsausflug das einzige Kind, das gemeinsam mit den Müttern die Blumenhäuser in der Wilhelma besichtigt hat - während die anderen Kinder davor gewartet haben.

Die Landesgartenschau in Öhringen ist flächenmäßig die größte, die jemals in Baden-Württemberg stattgefunden hat. Sie erstreckt sich von Cappel bis Öhringen und man kann sowohl in Cappel als auch in Öhringen beginnen. Es gibt an beiden Standorten Parkplätze und dazwischen verkehrt ein Buspendelverkehr, so dass man die Strecke nur in eine Richtung zu Fuß zurücklegen muss. Wir sind hin und zurück zu Fuß gegangen - schließlich habe ich einen Ruf als begeisterter Fußgänger zu verlieren...

Leider war der Zeitpunkt meines Besuchs nicht perfekt gewählt, denn die Frühlingsblüher wie z.B. Tulpen sind verblüht und die Sommerblumen wie z.B. die Rosen blühen noch nicht. Deshalb spielt aktuell der Zierlauch eine Hauptrolle. Eigentlich eine wunderschöne Pflanze, aber ich habe seit dem Wochenende eine leichte Überdosis...

Der omnipräsente Zierlauch

Im Bereich Cappel kann man auch shoppen - alles was das Gärtnerherz begehrt.

Das Logo der Landesgartenschau finde ich sehr gelungen (die bunten Balken im Hintergrund).

Der Eintritt zur Landesgartenschau kostet 16,50 €. Das finde ich in Ordnung. Was ich als sehr teuer empfunden habe: Getränke (3,25 € für Wasser, Saftschorle oder Softdrinks) und Essen (3 € für eine Käselaugenstange). Ich bin da normalerweise echt nicht knausrig, aber hier würde ich bei einem weiteren Besuch ein Lunchpaket und eine Flasche Wasser mitnehmen.

Neben Blumen gibt es auch einige Attraktionen speziell für Kinder wie Spielplätze, einen Klettergarten und verschiedene Tiergehege.

Einige Anlagen kannte ich bereits von anderen Landesgartenschauen - wie z.B. die Grabausstellung oder die Vorstellung landwirtschaftlicher Pflanzen. Was jedoch einmalig in Öhringen ist: der Turm, auf den man steigen und den Verlauf des Limes von oben betrachten kann. Am Wegesrand zu diesem Turm waren die für mich schönsten Blumen der ganzen Landesgartenschau: eine Mischung aus Wildblumen und gezüchteten Blumen, die besonders viele Bienen angezogen haben.

Blumen am Rande des Weges zum Aussichtsturm

Die Geschichte des Limes spielt eine wichtige Rolle.

Biene auf Kornblume

Angeblich typisch Hohenlohe: Kornfelder. Ich denke bei Hohenlohe eher an Maisfelder.

Blumen am Wegesrand

Noch mehr Blumen am Wegesrand

Gesamtaufnahme: Blumen am Wegesrand

Der Teil der Landesgartenschau im Hofgut in Cappel hat mir besonders gut gefallen, da die alten Gebäude einen schönen Hintergrund bilden.

In Öhringen selbst gibt es im Freien gar nicht mal so viele Blumen zu sehen. Was angelegte Gärten etc. betrifft, spielt Cappel die Hauptrolle. In Öhringen befindet sich jedoch die Location, in der die wechselnden Blumenausstellungen stattfinden. Als ich am Samstag vor Ort war, lautete das Thema "Ikebana". Außerdem wurden Gestecke für verschiedene Firmen gezeigt. Also z.B. ein Gesteck für die Firma Ziehl-Abegg in blau oder für Würth mit Schrauben. Die starke Wirtschaftsregion Hohenlohe weiß sich auch auf der Landesgartenschau durchaus zu präsentieren. Die Weltmarktführer sind gut aufgestellt.

Ikebana
Ein Eintrag im Lageplan hat uns direkt interessiert: der Selfie-Garten. Der hat sich als Aktion zur Nachwuchsgewinnung der Handwerkskammer entpuppt. Man konnte mit verschiedenen lebensgroßen Handwerkerfiguren aus diversen Branchen Bilder machen. An so etwas kann ich nie vorbeigehen, ohne es zu testen. Folglich habe ich jetzt ein Foto mit einem Kfz-Mechaniker, der mich latent an Johannes Thingnes Bø erinnert.


Vielleicht schule ich um und erlerne zur Abwechslung ein Handwerk.

Abends fand die SWR 4-Schlagerparty statt. Neugierig wie wir sind, konnten wir nicht darauf verzichten, herauszufinden, was da so abgeht. Der Altersdurchschnitt lag noch höher als tagsüber und "Familie Hossa" ist definitiv einer der speziellsten Bandnamen, der mir jemals untergekommen ist.


Insgesamt war es ein toller, sonniger Tag auf der Landesgartenschau, und ich kann einen Besuch dort allen empfehlen, die an Natur und Garten interessiert sind.

Mini-Ananas im Gewächshaus

Gartenkunst




Donnerstag, 12. Mai 2016

|Stefka reads| Lesestatistik 2016 - April (Teil 2)

Hier kommt Teil 2 der Bücher, die ich im April gelesen habe. Eine wirklich wilde Mischung. Von Chick Lit über Young Adult bis zu einer Biografie aus dem Bereich Fußball war alles dabei.


 „Nobody But You“   

Jill Shalvis   
Cedar Ridge #3 
Chick Lit     
Englisch       
Kindle         
3,5 Sterne
    
Jacob Kincaid kehrt aus dem Krieg in Afghanistan zurück nach Cedar Ridge in den Rocky Mountains. Dort trifft er auf die frisch geschiedene Sophie. Und auf seine Familie, die ihn nur in Teilen mit offenen Armen empfängt. 

Ich liebe die Kincaids noch immer. Sie sind eine wunderbar chaotische und schlagfertige Truppe. Jedoch habe ich die Nase von Paaren mit Bindungsproblemen voll. Same old, same old. Deshalb konnte mich diese Geschichte leider so überhaupt nicht in ihren Bann ziehen. Schade.


 „Mein Leben auf Ballhöhe“     

Urs Meier             
Biografie     
Deutsch     
Das Buch wurde mir von vorablesen.de für eine Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.
4 Sterne   

Urs Meier war als Schiedsrichter sowohl auf nationaler Ebene in der Schweiz als auch international tätig. Dem breiten Publikum bekannt ist er zum einen durch die Morddrohungen, die er nach einer angeblichen Fehlentscheidung von englischen Fans erhalten hat, als auch nach Karriereende durch seine Tätigkeit als TV-Experte im ZDF. In seiner Biografie schildert Urs Meier seinen Werdegang als Schiedsrichter sowie "sein Leben danach". Außerdem lässt er den Leser an seinen Gedanken zur Schiedsrichterausbildung und allgemein zur Zukunft der Schiedsrichterei teilhaben. Besonders eine Professionalisierung des Schiedsrichterwesens liegt ihm sehr am Herzen. Daneben kommen ehemalige Weggefährten wie Jürgen Klopp zu Wort.

Da ich mich an die gemeinsamen TV-Auftritte von Urs Meier im ZDF mit Jürgen Klopp und Johannes B. Kerner während der WM 2006 und der EM 2008 ausgeprochen gerne erinnere, hat mich diese Biografie sofort interessiert. Allerdings hegte ich gewisse Zweifel, dass sie mich mit zu viel Fußballtheorie langweilen könnte. Diese Sorge war jedoch unbegründet, denn obwohl Urs Meier ausführlich zur Theorie hinter der Schiedsrichterei Stellung nimmt, tut er dies auf so fesselnde Art und Weise, dass ich mich keine Sekunde gelangweilt habe. Wahrscheinlich wird auch nicht jeder seine Befürwortung von Profischiedsrichtern teilen, trotzdem muss man ihm Respekt dafür zollen, dass er seinen Standpunkt ausführlich begründet und seine Meinung mit viel Leidenschaft vorträgt. Er ist ganz sicher ein kluger Kopf, der den Fußball liebt und sich Gedanken über die Zukunft macht.
Ebenso positiv möchte ich anmerken, dass er kaum schmutzige Wäsche wäscht und sich mit Anschuldigungen und dem Ausgraben alter Animositäten sehr zurückhält. Auch sein Privatleben nimmt nur minimalen Raum ein, was ich einerseits verstehe, andererseits hätte die passionierte "Bunte"-Leserin in mir hier gerne ein bisschen mehr erfahren.
Etwas gestört hat mich ein Fehler im letzten Kapitel des Buches: "Aus erster Ehe habe zwei heute erwachsene Kinder...". Hier fehlt das "ich". Außerdem kommt es ab und an zu inhaltlichen Wiederholungen, wenn z.B. Urs Meier selbst und auch seine Gastautoren dieselben Situationen schildern.
Eine gelungene Biografie, die nicht nur für Fußballexperten sondern auch für generell sportinteressierte Menschen geeignet ist.


„Für immer Blue“       

Amy Harmon             
Young Adult   
Deutsch                  
4,5 Sterne
    
Blue weiß nicht, wer ihre Eltern sind und kennt nicht einmal ihr genaues Alter. Ihre Verletzlichkeit versteckt sie hinter einer Fassade aus zu viel Makeup, aufreizenden Klamotten und einer respektlosen Art. Nur wenige wissen, dass sie eine talentierte Künstlerin ist. Als der junge Englischlehrer Wilson neu an ihre Schule kommt, ist sie tiefer von ihm beeindruckt, als sie zugeben mag.   

Alle Bücher von Amy Harmon, die ich bislang gelesen habe, waren Highlights für mich. Neben Rainbow Rowell gehört sie für mich zu den neuen Autorinnen, denen es meisterhaft gelingt, komplexe Charaktere zu erschaffen. In diesem Buch hat mich Blue sehr fasziniert. Trotz ihres großen Talents fühlt sie sich dem „White Trash“ zugehörig und glaubt nicht, dass es ihr gelingen wird, den Teufelskreis aus wenig Bildung und Armut verlassen zu können. Mir ist schon klar, dass es (auch in Deutschland) schwierig ist, aus einer unteren sozialen Schicht herauszukommen, aber genau wie bei Blue erstaunt es mich immer wieder, dass manche geradezu versuchen, die niedrigen Erwartungen, die die Gesellschaft an sie hat, noch zu unterbieten. Noch besser als Blue hat mir Wilson gefallen. Was für ein toller Buchcharakter! Eine Mischung aus englischem Gentleman und Nerd, stark angelehnt an Mr. Darcy von Jane Austen (ja, ich wurde in diesem Lesemonat von Mr. Darcy geradezu verfolgt). Einer der besten männlichen Hauptrollen seit langem. Was mich ein bisschen gestört hat: die Autorin hat sehr viele, sehr einschneidende Ereignisse in diesem Buch verarbeitet (Amoklauf, Teeniemütter). Das war mir zu viel. Vor allem, da durch das Szenario „Amoklauf“ auch noch zwei Charaktere, die am Anfang für eine bedeutende Nebenrolle auserkoren zu sein schienen, plötzlich sang- und klanglos verschwunden sind.

Montag, 9. Mai 2016

|Stefka reads| Lesestatistik 2016 - April (Teil 1)

Mein Lesemonat April lief gut. Ich habe insgesamt 6 Bücher gelesen und ein Hörbuch beendet. Außerdem waren einige Bücher dabei, die mich wirklich begeistert haben. In diesem Post stelle ich den ersten Teil dieser Bücher vor.

 „Nachspielzeit in Sachen Liebe“     

Meike Werkmeister             
Chick Lit     
Deutsch
Kindle 
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.       
4 Sterne
     
Zwei Spielerfrauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die perfektionistische Mavie, die mit dem abgehalfterten WM-Helden von 1990 zusammen bleibt (Ähnlichkeiten mit Lothar Matthäus sind rein zufällig;-), obwohl dieser sie regelmäßig betrügt. Sie scheint sich in ihrem goldenen Käfig eingerichtet und ihre eigenen Träume aufgegeben zu haben. Die bodenständige, wenig glamouröse Sarah wurde hingegen völlig unfreiwillig aus ihrem bescheidenen Ruhrpott-Alltag an der Seite eines Nachwuchsfußballers in das Haifischbecken FC Hollywood hinein katapultiert. Die beiden Frauen verbindet nichts, außer die Liebe zu Vater und Sohn. 

Ein wahnsinnig gut recherchierter, unterhaltsamer Roman aus der Welt der Fußballer. Man sitzt so manches Mal da und kann nur hoffen, dass es in echt bei der Nationalmannschaft und dem FC Bayern nicht so zugeht...




„Jane & Miss Tennyson“ 

Emma Mills             
Young Adult   
Deutsch       
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.       
4,5 Sterne
    
Devon steht kurz vor dem Highschoolabschluss, hat aber keine Ahnung, welche Richtung sie in Zukunft einschlagen möchte. Sie hält sich selbst für äußerst durchschnittlich und ohne besondere Talente. Selbst ihr Liebesleben plätschert dahin, denn sie ist seit Jahren in ihren besten Freund Cas verliebt, obwohl kaum Hoffnung besteht, dass er diese Liebe erwidern wird. Als ihre Eltern ihren jüngeren Cousin Foster, einen Halbwaisen, der von seiner Mutter vernachlässigt wird, bei sich aufnehmen, hat nicht nur Devons gemütliches Dasein als Einzelkind ein Ende.
 
Meine Zusammenfassung des Inhalts hört sich ziemlich unspektakulär, für den einen oder anderen vielleicht sogar langweilig an. Aber dieses Attribut trifft auf „Jane & Miss Tennyson“ überhaupt nicht zu. Für mich war Devon gerade durch ihre „Durchschnittlichkeit“ eine erfrischende Abwechslung zu all den Super- und Antihelden, die normalerweise im Fokus von Jugendbüchern stehen. Sie ist einfach ein ganz normales Mädchen, das sich weder für die künftige „Prom Queen“ noch die totale Außenseiter hält. Durch den anfangs ungeliebten, neuen kleinen Bruder bekommt sie einen faszinierenden Charakter an die Seite gestellt, der ihr unbewusst hilft, sich selbst zu finden. Da das Buch Parallelen zur Welt von Jane Austen zieht, begleitet man Devon auch auf ihrer Suche nach ihrem persönlichen „Mr. Darcy“, dessen Rolle mit dem Footballstar Ezra brillant besetzt ist. Da es sich bei dem Buch um das Debüt der Youtuberin „Elmify“ handelt, war ich mir nicht sicher, was mich erwartet. Die Geschichte hat mich jedoch von Anfang an überzeugt, denn der Autorin gelingt es, eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen, die einen direkt in die Welt an einer amerikanischen Kleinstadt-Highschool mit all ihren Cliquen und unterschiedlichen Charakteren hineinversetzt.





 „Ein ganz neues Leben“     

Jojo Moyes             
Chick Lit     
Deutsch
Hörbuch           
3 Sterne
     
Fortsetzung von „Ein ganzes halbes Jahr“. Wie ergeht es Louisa nach dem Selbstmord von Will?       

Vielleicht hätte ich meine Finger von dem Buch lassen sollen, denn ich fand eine Fortsetzung der Geschichte unnötig. Aber das Hörbuch war im Angebot... Vielleicht nicht der beste Beweggrund, ein Buch zu kaufen. Ich fand das Hörbuch zu großen Teilen deprimierend und war von den Charakteren einfach nur genervt. Louisas neuen Lover Sam mochte ich auch nicht. Genau wie die Sprecherin des Hörbuches. Alles in allem sehr unbefriedigend.


     

„Carry On“ 

Rainbow Rowell         
Fantasy
Englisch                   
4,5 Sterne
    
Simon Snow ist dazu ausersehen, die Welt der Magie zu retten. Er ist Vollwaise und verbringt sein letztes Schuljahr in einem Internat für Magier in England. Unterstützt wird er von seiner besten Freundin Penny und seiner (Ex-)Freundin Agatha. Bekämpft wird er von seinem Zimmerkollegen Baz, den er verdächtigt, ein Vampier zu sein. 

Erinnert die Beschreibung an Harry Potter? Ja, das tut sie. Simon Snow kann man mit Harry gleichsetzen und Penny weist Parallelen zu Hermione auf. Baz hat jedoch keinen vergleichbaren Charakter im Harry-Potter-Universum. Und gerade ihn finde ich absolut genial. Außerdem gehört die Beziehung zwischen Simon und Baz zu den schönsten Verbindungen, über die ich seit langem lesen durfte. Und da sich die Harry-Potter-Reihe durch das allerletze Kapitel im letzten Buch für mich sowieso für alle Zeiten disqualifiziert hat, bin ich froh einen, neuen Favoriten gefunden zu habe.

Samstag, 7. Mai 2016

|Stefka creates| Zucchinikuchen

Gleich noch ein Rezept, das bei manchen Männern eher wenig Begeisterung hervorruft: Zucchinikuchen. Denn was hat Gemüse in einem Kuchen verloren?! Meine Antwort darauf: das hat absolut seine Berechtigung, denn die geraspelten Zucchini machen den Kuchen wunderbar saftig. Man schmeckt sie auch wirklich überhaupt nicht heraus, was ich logisch finde, denn Zucchini ist ein eher neutrales Gemüse. "Fun Fact" am Rande: ich habe fest vor, dass - sollte ich jemals heiraten - meine Hochzeitstorte aus drei übereinander gestapelten Zucchinikuchen (oder von mir aus auch ein Zucchinikuchen, ein Rotweinkuchen und ein Zitronenkuchen - Hauptsache alles Rührkuchen) bestehen wird.

Für das heutige Shooting habe ich den totalen Retro-Teller ausgepackt...

Zutaten

- 3 Eier (bei mir wie immer von glücklichen, freilaufenden Hühnern, die auf dem Land zur Selbstversorgung gehalten werden)

- 300 g Zucker

- 1 Päckchen Vanillezucker (ich nehme den guten von DM mit echter Vanille)

- 1/4 l Öl (neutrales Öl, also kein Olivenöl, ich greife meist zu Rapsöl)

- 1 Msp. Zimt

- 1 Msp. Salz

- 50 g gemahlene Haselnüsse (oder Mandeln)

- 385 g Mehl

- 1 Päckchen Backpulver

- 350 g geriebene Zucchini

- Fett und Semmelbrösel für die Form

- Zitronensaft und Puderzucker für die Glasur

Okay, der Boden des "Walzerkönigs" von Tupper ist nicht sonderlich hübsch, aber ich musste den Kuchen im Anschluss transportieren.


Den Ofen auf 160 Grad vorheizen.

Eier und Zucker plus Vanillezucker schaumig rühren. Öl hinzufügen und ebenfalls rühren. Zimt und Salz dazugeben. Haselnüsse unterheben. Mehl und Backpulver sieben und ebenfalls unterrühren. Als letztes die geriebenen Zucchini hinzufügen.

Eine Rohreinsatz- oder Gugelhupfform gut fetten und mit Semmelbrösel bestreuen. Danach den Teig einfüllen.

Den Kuchen auf der unteren Schiene ca. 60 Minuten backen und anschließend bei ausgeschaltetem Backofen 10 Minuten nachbacken lassen. Mit dem Stäbchentest probieren, ob der Kuchen wirklich fertig ist. Kuchen auskühlen lassen und vorsichtig aus der Form lösen und auf ein Kuchengitter stürzen.

Puderzucker sieben (mindestens 80-100 g) und mit Zitronensaft eine dickflüssige Glasur herstellen. Den Kuchen mit der Glasur überziehen.

Zum Abschluss ein perfekt in Szene gesetztes Bild.

Donnerstag, 5. Mai 2016

|Stefka creates| Hohenloher Spargel-Dinette

Der Mai ist einer meiner liebsten Monate. Viele Feiertage, sonniges Wetter, Endspurt in der Bundesliga und die Natur erwacht so langsam richtig zum Leben. Außerdem beginnt die schönste Zeit des Jahres: die Spargelsaison. Und nein, ich lasse die weitverbreitete Männermeinung, dass Spargel nach nichts schmecken würde, nicht gelten. Ich liebe besonders grünen Spargel, denn der hat einen tollen, nussigen Geschmack.


Beim folgenden Rezept handelt es sich um eine Art hohenlohische Spargelpizza. Das Rezept wurde vor Jahren in der Tageszeitung meiner Eltern veröffentlicht und von mir angepasst.

Zutaten für 8 Dinetten

- 200 g Vollkornmehl

- 300 g Dinkelmehl

- 1/2 Würfel Hefe oder alternativ ein Päckchen Trockenhefe

- 2 EL Margarine (im Originalrezept Schmalz, aber Schmalz steht mir, seit meine Eltern vor über 20 Jahren die Hausschlachtung eingestellt haben, nicht mehr zur Verfügung. Kennt außer mir noch jemand den Geruch, der bei der Herstellung von Schmalz entsteht? Eklig. Ich glaube, damals wurden meine Wurzeln als Vegetarier gelegt. Trotzdem muss ich zugeben, dass Spiegeleier in Schmalz gebraten am knusprigsten werden).

- 300 ml warmes Wasser

- 1 TL Salz

- 500g grüner Spargel

- passierte Tomaten

- Basilikum

- Olivenöl



Beide Mehlsorten mit dem Salz in einer Schüssel vermengen. In die Mitte eine Kuhle drücken und dort die Hefe hineinbröseln. Die Hefe mit etwas warmem Wasser anrühren. Die Margarine an den Rand legen. Nach und nach das restliche Wasser zugeben und alle Zutaten zu einem elastischen Teig verkneten. Das kann man prima mit der Hand machen. Dazu braucht man keine Küchenmaschine und schon gleich gar keinen Thermomix. Den Teig eine halbe Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
 
Zwischenzeitlich den grünen Spargel waschen und die Enden entfernen. Die Spargelstangen in drei gleich große Teile schneiden. Ofen auf 250 Grad vorheizen.

Den Teig dünn ausrollen und mit den passierten Tomaten bestreichen. Menschen, die keine Probleme mit Laktose haben, können alternativ Creme Fraiche oder Schmand verwenden. Anschließend nach Belieben würzen und mit dem grünen Spargel und dem Basilikum belegen. Man kann außerdem weiteres Gemüse (z.B. Paprika oder Zucchini) hinzufügen. Abschließend mit Olivenöl beträufeln und für ca. 15 bis 20 Minuten backen. Warm genießen.  



Montag, 2. Mai 2016

|Stefka travels| Travel Guide: Südtirol (Teil 2)

Hier kommt Teil 2 meiner Impressionen aus Südtirol. Teil 1 findet man hier.

Eines meiner Lieblingsbilder von der Seiser Alm
In 2013 führte uns eine Wanderung zum Pflegerhof. Dort werden Kräuter angebaut und verarbeitet. Die selbsthergestellten Produkte werden auch verkauft. Ich bin schon immer ein großer Fan von Gärtnereien (habe als Kind sogar von einer eigenen Gärtnerei geträumt) und fand den Pflegerhof deshalb sehr interessant. Man findet den Pflegerhof unter der folgenden Adresse: Pflegerhof – Familie Mulser, Fraktion St. Oswald 24, 39040 Seis.

Pflegerhof
Einen Besuch auf Sigmundskron kann ich ebenfalls empfehlen. Das sogenannte "Firmian" gehört zu den Messner Mountain Museen. Von unserem Besuch dort sind mir die vielen Ausstellungsstücke aus Asien (Buddahfiguren etc.) sowie die Fotoausstellung zur Gletscherschmelze besonders im Gedächtnis geblieben.

Ein Buddah auf Sigmundskron

Steinfigur auf Sigmundskron
Der Schlern ist mein Lieblingsberg. Ich freue mich immer, wenn ich ihn "live" zu sehen bekomme. Besonders beeidruckend ist der Blick auf den Schlern von der Dachterrasse des "Schwarzen Adlers" aus.

Sommer, Sonne, ein gutes Buch und der Schlern - was braucht man mehr
In diesem Jahre freue ich mich auch wieder auf diverse Südtiroler Schmankerl wie Kaiserschmarren oder Apfelstrudel.

Apfelstrudel auf der Alm
Eine eintägige Dolomiten-Rundfahrt mit dem Bus kann ich Euch ebenfalls ans Herz legen. Diese Tour haben meine Eltern bereits 1973 auf ihrer Hochzeitsreise gemacht. Hierbei fährt man über diverse Dolomitenpässe (Achtung, auch im Hochsommer eine frische Angelegenheit!) bis nach Cortina d'Ampezzo (ehemalige Olympiastadt) und zum Misurinasee. Da man viel Zeit sitzend im Bus verbringt, ist so eine Tour auch eine gute Erholung nach anstrengenden Wandertagen.

Auf Dolomitenrundfahrt
An der Seiser Alm als Wandergebiet mag ich besonders, dass eine große Vielfalt an unterschiedlichen Wanderwegen zur Verfügung steht. Man kann sogar morgens spontan auf die Seiser Alm fahren, sich dort oben kurz informieren und einfach los wandern.

Fenster zur Seiser Alm

Bergwiese
Kälbchen auf der Seiser Alm

Nachwuchs-Norweger auf der Seiser Alm - wir hoffen, in diesem Jahr die Bø-Brüder zu treffen
Nun bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter im kommenden Juli genauso genial werden wird, wie ich es in 2012 und 2013 erleben durfte.