Sonntag, 13. November 2016

|Stefka reads| "Frigid" von J. Lynn


"Frigid" von J. Lynn

"Frigid" 

J. Lynn
New Adult
Englisch
Kindle
4 Sterne (von 5 möglichen Sternen)

Nach meinen eher unerfreulichen letzten beiden Leseerlebnissen war ich zugegebenermaßen etwas demotiviert, als es darum ging, ein neues Buch auszusuchen. Ich wusste nicht so recht, für was ich mich entscheiden sollte und habe mich recht ziellos durch verschiedene Angebote für meinen E-Reader geklickt. Irgendwann habe ich mich an die Autorin J. Lynn erinnert (das Pseudonym der renommierten "Young Adult"-Autorin Jennifer L. Armentrout), von der ich im Urlaub auf Fuerteventura einige mitreißende Bücher gelesen hatte. Damals bin ich bereits über "Frigid" gestolpert, habe mich aber gegen den Download entschieden, vermutlich da am Strand über einen Schneesturm zu lesen doch etwas seltsam angemutet hätte. 

Sydney und Kyler sind schon seit dem Sandkasten beste Freunde, frei nach dem Motto "Gegensätze ziehen sich an": auf der einen Seite Sydney, die pflichtbewusste Studentin, die seit dem unschönen Ende ihrer Highschool-Liebe keine Beziehung oder Affäre mehr gehabt hat. Auf der anderen Seite Kyler, der keine Party auslässt und einen unglaublichen Schlag bei den Frauen hat, weshalb er ständig wechselnde Mädels abschleppt. Ein Szenario, das Sydney jedes Mal einen Stich ins Herz versetzt, denn sie ist seit langem heimlich in ihren besten Freund verliebt, verliert aber langsam die Hoffnung, dass er jemals etwas anderes als seine beste, platonische Freundin in ihr sehen könnte. Kyler auf der anderen Seite würde es nie wagen, Sydney in die Schlange seiner ständig wechselnden Bekanntschaften einzureihen, denn er glaubt zu wissen, dass er nie gut genug für sie sein wird. All diese unter der Oberfläche brodelnden Gefühle kommen bei einem Kurztrip an die Oberfläche. Eigentlich war eine unbeschwerte Woche mit Collegefreunden geplant, aber wegen der widrigen Wetterbedingungen kommen nur Sydney und Kyler in der exklusiven Skihütte von Kylers Mutter an. Dort kämpfen die beiden nicht nur mit ihren Gefühlen für einander und gegen den Schneesturm, sondern bald auch mit einem unbekannten Gegner, der den beiden nach dem Leben zu trachten scheint. 

Wer mich kennt, weiß, dass ich per se alles liebe, was mit Schnee und den Bergen zu tun hat. Deshalb bin ich, was Bücher und sonstige Geschichten betrifft, schon seit langem ein großer Fan des "Eingeschneit in einer Hütte"-Szenarios. Finde ich besser als "im Aufzug stecken geblieben". Außerdem gibt es da eine Idee, die die Stichworte "Kamin", "Bärenfell" und "einen Norweger" umfasst, die ich Freunden gegenüber immer wieder gerne anbringe. Beste Voraussetzungen also, dass "Frigid" ein Lesevergnügen werden könnte. Und genauso war es. 

Ich mag den Schreibstil von J. Lynn, der vor allem bei Unterhaltungen zwischen den Hauptdarstellern für Witz und Tempo sorgt. Da verzeihe ich ihr sogar, dass sie im Laufe des Buches zwischen Syndeys und Kylers Sicht der Dinge hin und her springt. Daneben erfüllen Syndey und Kyler genau die Wünsche, die ich an ein potentielles Traumpaar in Büchern habe: sie haben die nötige Chemie, sind auf Augenhöhe und obwohl Sydney gewisse Unsicherheiten an den Tag legt, kommt sie nie wie ein verschrecktes Reh daher. Kyler verkörpert natürlich die typische, männliche "New Adult"-Hauptrolle, also wahnsinnig gut aussehend, wahnsinnig durchtrainiert, wahnsinnig gut gebaut (überall...). Trotzdem habe ich mich kein Sekunde gelangweilt, denn es war spannend zu verfolgen, wie Syndey und Kyler endlich beginnen, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen. Daneben gibt es die an einen Thriller erinnernde Nebenhandlung, in der die beiden gegen einen Widersacher kämpfen, der sie um jeden Preis in Angst und Schrecken versetzen möchte. Wem in der Vorweihnachtszeit der Sinn nicht nur nach märchenhaften Liebesgeschichten steht, dem lege ich "Frigid", das auch auf Deutsch erschienen ist, ans Herz. Und ich gehe jetzt mal gucken, wo ich am liebsten mit dem Aksel eingeschneit werden würde. Das Lammfell von IKEA liegt bereit...


"Frigid" von J. Lynn


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