Donnerstag, 9. Juni 2016

|Stefka reads| "Nicht ganz mein Typ" von Björg Magnusdottir



 „Nicht ganz mein Typ“       

Björg Magnusdottir       
Chick Lit     
Deutsch       
Das Buch wurde mir von lovelybooks.de für eine Leserunde und Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt.  
4 Sterne       

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen vier junge Frauen, die in der isländischen Hauptstadt Reykjavik und Umgebung leben. Jede hat ihr Päckchen zu tragen: Bryndis ist hochintelligent, kann sich jedoch nicht durchsetzen, da sie noch immer mit ihrer Vergangenheit als Alkoholikertochter kämpft. Inga ist beruflich erfolgreich und als einzige in einer langjährigen Beziehung, muss sich aber genau deswegen mit ihrem "Schwiegermonster" auseinandersetzen. Die Bankerin Regina neigt dazu, im Nachtleben von Reykjavik zu viel zu trinken, was in äußerst merkwürdigen Männerbekanntschaften mündet. Tinna ist beinahe verzweifelt auf der Suche nach dem perfekten Mann und lebt in einer symbiotischen Beziehung mit ihrer Politikerinnen-Mutter.     

Dieses Buch hat mich direkt angesprochen, da Island zu meinen Lieblingsländern gehört. Ich wollte gerne mehr über das Alltagsleben auf Island erfahren. In dieser Hinsicht hat mich das Buch nicht enttäuscht. Die junge Autorin gibt einen gelungenen Einblick in das Gefühls- und Berufsleben ihrer isländischen Altersgenossen. Auch brisante Themen wie die isländische Bankenkrise werden angesprochen. Außerdem schildert sie sehr plastisch das ausufernde Partyleben in der isländischen Hauptstadt und welche Rolle Alkohol hierbei spielt. Es scheint kein Klischee zu sein, dass der durchschnittliche Isländer einen gewissen Alkoholpegel benötigt, um in Flirtlaune zu kommen. Das war für mich keine Überraschung, denn bereits in einem meiner Pferdebücher in der Kindheit wurde der "schwarze Tod" (isländischer Schnaps) thematisiert. Da soll noch einer behaupten, Pferdegeschichten für Mädchen hätten keinen Tiefgang. Immerhin haben mir diese Bücher auch zu der Lebensweisheit "Springreiter sind die schlimmsten" verholfen...

Die Konstellation der vier Freundinnen in "Nicht ganz mein Typ" erinnert etwas an "Sex & the City" (vier Mädels, die sich über alles austauschen, was sie bewegt), jedoch würde ich diesem Buch mehr Tiefgang bescheinigen, denn Themen wie Zwangsprostitution oder Fremdenfeindlichkeit spielen in der amerikanischen Serie keine Rolle.

Mir hat am besten an diesem Buch gefallen, dass der Schauplatz der Geschichte auf Island und nicht an einer der üblichen Locations wie Deutschland, USA oder Großbritannien war. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Nicht-Krimis gibt, die in Nordeuropa spielen.



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