Donnerstag, 30. Juni 2016

|Leseliebe| "Romeo & Romy" von Andreas Izquierdo


„Romeo & Romy“ 

Andreas Izquierdo
Roman
Deutsch
Juni
3,5 Sterne

In Romys Leben läuft so ziemlich alles schief, was man sich vorstellen kann. Von der Schauspielerin zur Souffleuse degradiert, verliert sie auch noch diesen Job. In der Liebe wird sie ebenfalls enttäuscht. Verzweifelt fährt sie in ihren Heimatort, irgendwo in der tiefsten ostdeutschen Provinz kurz vor Tschechien und quartiert sich im Haus ihrer verstorbenen Großmutter ein. Großzerlitsch wird mittlerweile nur noch von Greisen bewohnt, deren einziges Ziel es zu sein scheint, als erstes zu sterben, denn die Anzahl an Gräbern auf dem lokalen Friedhof ist limitiert und niemand möchte im ungeliebten Kleinzerlitsch beerdigt werden. Romy stürzt sich zur Ablenkung von ihren eigenen Problemen und um den anderen Bewohnern neuen Lebensmut einzuhauchen in ein gewagtes Projekt: sie möchte die Scheune ihrer Großmutter in ein Globe Theater umbauen und "Romeo & Julia" gemeinsam mit den Alten aufführen. Ein geeigneter Romeo ist schneller vor Ort als Romy lieb ist, denn Hallodri Ben, der durch einen Werbespot als "Frischedoktor" zu Ruhm gekommen ist und Romy bereits bei ihrem Souffleusen-Job auf die Nerven gefallen ist, begeistert sich ebenfalls für das Projekt.

Ich habe ein paar Schwierigkeiten, dieses Buch in seiner Gesamtheit zu beurteilen. Am Anfang fand ich es ein bisschen langatmig und zu verspielt, weshalb ich etwas Zeit gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden. Anschließend haben mir Schreibstil und Spannungsaufbau gefallen. Leider hat diese Phase nicht bis zum Ende gedauert, denn irgendwann wurden mir die ständigen Wandlungen von manchen Charakteren von böse zu gut und wieder zurück zu viel. Am Anfang sorgt dieser Ablauf für Spannung, denn man kann sich bei bestimmten Personen nicht sicher sein, ob sie Romy wohlgesonnen sind oder nicht. Nach der x-ten Wendung ist dieser Effekt jedoch passé, und man ist als Leser von der erneuten Richtungsänderung genervt. Deshalb konnte mich das Buch trotz einer guten Grundidee (ich LIEBE Romeo & Julia und bin für Bücher zu diesem Thema immer zu haben) nicht überzeugen. Hat mich irgendwie an einen dieser typischen, eher seichten Freitagsfilme in der ARD erinnert.

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