Samstag, 30. Mai 2015

|Stefka travels| Tag 3 im Rocky Mountains Nationalpark

Da es dort so lecker schmeckt, haben wir wieder im "Egg & I" gefrühstückt. Es war viel los und wir wurden auf eine Warteliste gesetzt. Entweder haben wir tatsächlich den Aufruf "Stephanie" überhört oder unser Eintrag in der Warteliste wurde übersehen, auf alle Fälle haben wir zu lange gewartet. War aber nicht schlimm, auf fünf Minuten hin oder her kam es am heutigen Tag nicht an. Ich habe wieder den "Frozen Berry Smoothie" bestellt. Dieses Mal habe ich mich beim Essen für eine Waffel mit Erdbeeren, Banane und Walnüssen entschieden. Lecker, wobei ich die Pancakes einen Tick besser gefunden habe.

Anschließend sind wir direkt in den Rocky Mountains Nationalpark und haben am Holliwell Trailhead geparkt. Von dort aus sind wir bei strahlendem Sonnenschein Richtung Cub Lake gewandert. Das war die meines Erachtens schönste Wanderung, die wir gemacht haben. Zu Beginn ging es stetig bergan, später erfolgte der Abstieg zum Cub Lake. Hierbei ging es auch über drei oder vier Schneefelder, die ich wieder als anstrengend und scary empfunden habe. Der sulzige Frühjahrsschnee bricht schnell ein und man versinkt beinahe bis zum Knie darin. Und neben einem geht es steil in den Abgrund. Alles ein bisschen wilder hier als in den Alpen. Wir haben ziemlich viele geschädigte Bäume gesehen, denn hier hat der Borkenkäfer gewütet. Außerdem gabe es 2012 am Cub Lake einen Waldbrand und dort stehen und liegen jetzt verkohlte Bäume. Sowohl den Borkenkäfer als auch Waldbrände betrachtet man hier als natürlichen Vorgang, der zum Kreislauf des Waldlebens dazugehört. Ein interessanter Ansatz, den mein Vater als privater Waldbesitzer vermutlich nicht teilt. Trotz Erkältung und Höhenluft bin ich mit meiner Kondition recht zufrieden. Wenn ich daran denke, wie ich vor ziemlich genau 10 Jahren am Comer See einen Berg hoch geschnauft bin... Der Cub Lake liegt sehr idyllisch und wird von Seerosen bewachsen. Mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund eine Traumkulisse. Da es kein Rundwanderweg war, ging es nach einer kurzen Rast wieder auf den gleichen Pfaden zurück zum Parkplatz. 

Nach einem kurzen Zwischenstopp am Bear Lake sind wir zurück nach Estes Park. Dort haben wir uns spontan entschieden, gleich richtig zu Abend zu essen. Wir waren in einem italienischen Restaurant mit Selbstbedienung. Wieder wurden die Namen ausgerufen, und ich war ganz panisch, dass erneut etwas schief gehen könnte. Dieses Mal hat aber alles geklappt. Die Pizza war nicht schlecht, aber ich habe erneut nur knapp 3/4 geschafft. Liegt vermutlich daran, dass ohne Ende Käse auf die amerikanische Pizza kommt, was ich eher nervig finde, da man vom sonstigen Belag nichts mehr schmeckt. Ich glaube, ich muss mir nächste Woche direkt selbst Pizza backen.

Zurück in der Lodge musste ich feststellen, dass man, wenn man seine Klamotten auf der Hinreise im Koffer zusammenrollt, dies auf der Rückreise auch mit der Schmutzwäsche machen muss. Sonst passt nicht alles in den Koffer. Jetzt bin ich aber auf einem guten Weg. Kilomäßig müsste ich auch hin kommen, denn ich habe die Wanderschuhe ins Handgepäck transferiert und an Beautyprodukten habe ich einiges leer gemacht. Deshalb habe ich heute besonders ausgiebig geduscht, denn teure Biotherm Produkte möchte ich nicht mit Restinhalt wegwerfen.

Und jetzt folgt die letzte Nacht in den USA. Die Zeit ging schnell vorbei, aber ich freue mich trotzdem auf zu Hause.

Frühstück

Geschädigte Bäume

Cub Lake




Birken

Freitag, 29. Mai 2015

|Stefka travels| Tag 2 im Rocky Mountains Nationalpark

Heute war einer der wenigen Morgen hier in den USA, an denen ich erst durch den Wecker aufgewacht bin. Entsprechend gerädert war ich. Da wir gestern erst spät von unserer Tour nach Vail zurückgekehrt sind, habe ich nicht mehr geduscht und Haare gewaschen und musste das heute nachholen. Irgendwie wurde ich trotzdem nicht richtig wach und alles hat sich beschwerlich und zäh angefühlt. Die Kombi aus Höhenluft und Erkältung ist wahrlich nicht ideal.

Zum Frühstück sind wir wie vorgestern ins "Egg & I", ein süßes Diner, das sowohl von Einheimischen als auch Touristen frequentiert wird. Beim Personal gibt es eine putzige Omi, die ohne weiteres zum Cast der "Golden Girls" gehören könnte. Ich blieb beim Bewährten und wählte einen "Frozen Berry Smoothie" und das "Raspberry Pancake" (ohne Eier, Speck und Würstchen - wer denkt sich bitte so eine Kombi aus???). Sehr, sehr lecker und vor allem nicht überzuckert.

Nach einem Zwischenstopp im Safeway sind wir in den Rocky Mountains Nationalpark gefahren. Was für eine Erleichterung, dass das im Gegensatz zum Yellowstone nur ca. 10 Minuten dauert. Auf Empfehlung eines Rangers (der früher auf der Zugspitze Ski gefahren ist) sind wir zum Bierstadt Lake (benannt nach einem Maler, der viele Motive aus dem Nationalpark gemalt hat) gewandert. Zunächst ging es in Serpentinen bergan, weshalb ich Bedenken hatte, es nicht verschnaufen zu können. Nach einer Weile habe ich in meinen Rhythmus gefunden, und es lief überraschend gut. Der See selbst war wunderschön, mit verschneiten Gipfeln im Hintergrund. Außerdem war es menschenleer, was wir zunächst genossen haben. Bis zu dem Zeitpunkt, als wir mitten durch den Wald geirrt sind, weil wir vom See nicht auf Anhieb auf den Weg zurückgefunden haben. Manchmal erkennt man die Wege hier nicht als solche, da sie schneebedeckt oder voller Geröll sind. Alles viel wilder als in den Alpen. War ich erleichtert, als ich den Weg entdeckt habe, und wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz machen konnten.

Wie jeden Tag hat der Himmel nachmittags zugezogen. Wir haben trotzdem einen kurzen Zwischenstopp am Sprague Lake eingelegt und sind auf dem Rollstuhl geeigneten Weg außen herum gewandert.

Kurz vor Verlassen des Parks haben wir einen erneuten Zwischenstopp beim Nest einer Eule eingelegt. Diese hat ihr Nest in einen Baum direkt an der Straße gebaut. Das macht sie bestimmt nie wieder, denn sie wird ständig von Menschen mit riesigen Ferngläsern beobachtet.

Wir waren relativ früh zurück in der Lodge und haben entspannte Stunden bis zum Abendessen verbracht. Dieses haben wir bei einem Mexikaner mit viel jungem, einheimischen Publikum eingenommen. Mein Veggie Burrito mit Guacamole (Avocados, again...) war lecker. Zum dritten Mal hier in den USA, dass ich ein Gericht mit Black Beans gegessen habe. Und ich bin süchtig nach Coke mit viel Eis...

Bierstadt Lake

Natur pur

Und überall Schnee...

Donnerstag, 28. Mai 2015

|Stefka travels| Ausflug nach Vail

Unterwegs auf den Weltcuppisten dieser Welt...

Heute war MEIN Tag, das heißt, der heutige Ausflug nach Vail war allein meine Idee. Ja, es waren ca. 280 km ab Estes Park. Ca. eine Stunde mehr Fahrtzeit, als wenn wir wie ursprünglich geplant ab Boulder gefahren wären. Ja, das ist weit und wäre mir in Deutschland nie als Tagesausflug eingefallen. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch einmal nach Colorado komme? Ich konnte mir diese einmalige Chance nicht entgehen lassen. Also ging es um 8:30 Uhr nach einem Zwischenstopp bei Safeway (ich habe Kornriegel mit Chiasamen gefunden, die super schmecken, nicht gesüßt sind und die ich vertrage. Und Süßkartoffelchips aus Boulder!) auf den Weg nach Vail. Zum Glück war die Fahrt landschaftlich sehr interessant, denn sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt, dass ich Rebecca dorthin schleppe. Wir fuhren durch hohe Bergschluchten, vorbei an schneebedeckten Bergen, durch den Eisenhower-Tunnel und an Haltebuchten für das Aufziehen von Schneeketten vorbei. Sehr interessant fand ich auch die Bremsmöglichkeiten für LKW an abschüssigen Interstate-Abschnitten: dort gibt es Schneisen im Wald, die von der Straße aus mehrere 100 m bergan führen, damit LKW im Notfall bei Bremsversagen so ausrollen können. 

Um die Mittagszeit kamen wir in Vail an. Dort gibt es ein im Sommer kostenloses, zentrales Parkhaus. Sehr praktisch. Die Stadt selbst hat mich vom ersten Moment an begeistert. Idyllisch, aufgeräumt, mit kleinem Flüsschen in der Mitte und Häusern, die aussehen, als wären sie aus Österreich oder Bayern importiert. Es fiel einem schwer zu glaubeb, dass man noch in den USA und nicht in den Alpen ist. Den berühmten Albert Einstein auf der Bank, neben dem sich schon unzählige Skifahrer haben fotografieren lassen, habe ich zufällig auf Anhieb gefunden. Ein Spaziergang zur Sonnebalp war Pflicht, schließlich kenne ich auch den deutschen Ableger aus Ofterschwang. Das Wetter war sehr wechselhaft und schwankte ständig zwischen Regen, Sonne und Wolken. Man war andauernd damit beschäftigt, sich an-und wieder auszuziehen. An der Pflanzenwelt konnte man genau erkennen, dass Vail hinter Deutschland zurückliegt. Tulpen, Osterglocken und Hyazinthen stehen in Vail noch in voller Blüte. Nach einem Snack (Sandwich mit Tomaten, Mozarella und meinem neuen Favoriten Avocado) haben wir das Skimuseum besichtigt. Klein aber informativ und witzig. Wir haben sogar das Bild eines berühmt, berüchtigten Skifahrers gefunden. Ich verrate nicht wen, das soll eine Überraschung werden.

Anyway, am liebsten hätte ich eine Nacht in Vail verbracht. Ich freue mich schon total auf meinen Urlaub im September und den damit verbundenen Abstecher nach Kitzbühel. Ich möchte alle Skiweltcuporte dieser Welt besichtigen. Gröden, Alta Badia und Garmisch kann ich neben Vail abhaken. Bin mir unschlüssig, ob ich im Anschluss an Kitz nach Wengen oder Kvietfjell möchte.

Anschließend haben wir einen kurzen Abstecher nach Beaver Creek, direkt neben Vail, gemacht. Der Ort ist viel größer als ich gedacht habe und lässt den Charme von Vail vermissen. Aufgrund der Größe und typisch amerikanischen Langgezogenheit haben wir auch den Ortskern und damit verbunden den Lift zur Raptor nicht gefunden. Na ja, die Birds of Prey hätte man von unten wahrscheinlich sowieso nicht gesehen.

Auf dem Rückweg haben wir in Silverthorne im Outlet gestoppt. Ich habe jeweils zwei Teile bei Hilfiger und bei Nike mit. Hilfiger deswegen: man muss schließlich gewappnet sein, wenn einen noch einmal ein Bachelor begegnet.

Der Rückweg verlief etwas chaotisch, denn das Navi bzw. mein Navigator haben mich über Denver geschickt. Warum auch immer. War auf alle Fälle sehr anstrengend. Deshalb falle ich jetzt auch ins Bett...

Austrian Style Hotels

Die Sonnenalp

Frühlingsblumen

Colorado Ski Museum - ich habe Hidy & Howdy bei den Olympischen Spielen in Calgary geliebt...

Mittwoch, 27. Mai 2015

|Stefka travels| Tag 1 im Rocky Mountains Nationalpark

Wer hätte gedacht, dass ich vor November Schnee sehe?!

Zu Erholungszwecken haben wir heute den Wecker erst auf 8:00 Uhr gestellt, wobei ich schon gegen 7:30 Uhr wach war. Wir haben es heute ganz entspannt angehen lassen und sind ausgiebig in Estes Park frühstücken gegangen. Ich hatte Vollkorn-Himbeer-Pfannkuchen und einen Smoothie. War sehr lecker. Das Essen in Colorado ist um Längen besser als in Wyoming.

Der Rocky Mountain Nationalpark ist nur ca. 10 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Was für eine Erleichterung im Vergleich zu Yellow Stone. Aufgrund der Beratung durch einen Ranger sind wir mit dem Auto zum Bear Lake gefahren, um von dort zu den Alberta Falls und zum Mills Lake zu wandern. Die Tour war wirklich super schön, aber auch extrem anstrengend, da zu großen Teilen Schnee lag und man in den weichen Frühjahrssulz eingesunken ist. Außerdem ging es teilweise über Stock und Stein und durch Flussbette. Auch fand die Wanderung auf über 3.000 m statt. Die Höhenluft ist der Kondition nicht gerade zuträglich, aber zumindest habe ich keine Anzeichen der Höhenkrankheit gespürt. Ein wichtiger Hinweis: wir befanden uns trotzdem unterhalb der Baumgrenze!!! Die ist in Nordamerika höher als in Europa. Darauf kann man nicht oft genug hinweisen (Eurosport-Insider mit lieben Grüßen an Guido Heuber). Zum Schluss sind wir sogar über einen Gletscher gewandert. Das war auch der Grund, warum wir kurz vor dem Ziel (ca. 0,5 km) umgedreht sind, denn die Strecke wurde immer gefährlicher, und wir wussten, dass wir den gesamten schwierigen Weg wieder zurück mussten, denn es war kein Rundwanderweg und der tolle Busservice aus Südtirol oder Oberstdorf ist hier unbekannt. Es gibt zwar Shuttle Busse, aber die decken nur einen Bruchteil ab. Zudem saß uns das wechselhafte Wetter im Nacken, denn für den Nachmittag waren Gewitter angesagt. Wir hatten Glück und das Wetter blieb sonnig. Trotz aller Widrigkeiten war es eine wunderschöne Strecke, die einen Canyon, einen Wasserfall, Mischwald, Streifenhörnchen, einen Gletscher und zum Abschluss den wunderschönen Bear Lake umfasst hat. Außerdem ist uns unterwegs eine Gruppe mit 150 Studenten begegnet. Die Rocky Mountains sind wunderschön, aber wer mich kennt, weiß, mein Herz gehört einem bestimmten Berg. Und daran können auch die Rockies nichts ändern...

Zurück in der Lodge habe ich geduscht. Endlich einmal ohne Hetzerei zum Abendessen. Nach einem Spaziergang durch Estes Park (ein Süßwarenladen, Souvenierladen und Sportbekleidungsladen am anderen - wie Oberstdorf, nur altmodischer) waren wir bei einem Italiener essen. Die Einrichtung ließ sehr zu wünschen übrig, aber die Pizza war lecker. Wobei ich meine aufgrund der Käsemenge nur zu weniger als 3/4 geschafft habe, was untypisch für mich ist. Aber hier ist halt alles größer...

Zurück an der Lodge erlebten wir eine Überraschung: ein Hirsch vor unserer Haustür! Ich musste mit dem Auto extra einen Umweg fahren.

Frühstück

Schneefelder

Landschaft

Am Bear Lake


Elch vor der Tür

Dienstag, 26. Mai 2015

|Stefka travels| Boulder und Weiterreise nach Estes Park/Rocky Mountain Nationalpark

Und ich habe Halsweh...


Morgens haben wir Leonardo zur Schule gebracht und sind anschließend bei "Starbucks", den es in Boulder gefühlt an jeder Ecke gibt, frühstücken gegangen. Das Panini mit Mozarella ist wirklich lecker. Boulder hat ein tolles Universitätsstadt-Flair. Jede Menge Studenten bei "Starbucks". Vielleicht vergleichbar mit Heidelberg oder Tübingen. Die Uni ist in einem super schönen Klinkerbau untergebracht, der vom Stil her toskanisch anmutet. Unsere übereinstimmende Meinung: hier kann man es aushalten.

Anschließend haben wir das Auto auf dem Wanderparkplatz von Boulder abgestellt, um uns an den Aufstieg auf "Flatiron I und II" zu machen. Es geht auf relativ unbefestigten Wegen, teilweise durch den Schlamm, teilweise über eine Geröllwüste, nach oben. Außerdem kommt man an einem Kletterfelsen vorbei. Unterwegs begegnen uns viele Studenten in Joggingbekleidung, die diesen Weg als Laufstrecke benützen. So etwas habe ich in den Alpen noch nie gesehen. Erinnert mich an den Runyon in L.A. Als die Felsen zu steil werden, beschließen wir nicht weiterzugehen, schließlich müssen wir den Weg auch wieder runter. Auf den Felsen machen wir bei traumhaftem Blick über Boulder Rast. Der anschließende Abstieg geht gefühlt viel schneller als der Aufstieg.

Danach fahren wir erst einmal etwas unkoordiniert in Boulder herum, da wir uns nicht mehr sicher sind, an welcher Straße sich der "Nordstrom rack" befindet. Wir geben nicht auf und finden diesen Outletshop schließlich. Bevor wir shoppen gehen, stärken wir uns mit einem Mittagessen. Ich esse einen Black Bean Burger mit Süßkartoffelpommes. Im Shop entscheide ich mich recht schnell für ein Paar schwarze Nikes mit pinkfarbenem Schriftzug und Sneakersocken von adidas. Danach fühle ich mich plötzlich erschlagen, was vermutlich mit dem Halsweh zusammenhängt, das ich seit dem Vortag habe. Also setze ich mich einfach in die Schuhabteilung und mache Pause. Als ich mich etwas besser fühle, entscheide ich mich noch für einen weißen Schal.

Rebecca fährt nach Estes Park, da mir nicht gut ist. Mit Hilfe der Navi App auf dem Tablet finden wir den Weg problemlos und checken ins Castle Mountain Lodge Resort ein, wo wir eine schnuckelige Hütte mit Kamin beziehen. Den Rest des Abends verbringen wir gechillt am Tablet. Langsam geht es mir besser. Dank Rebeccas Cranberrysaft?! Etwas aufregend wird es, als sich die Jalousien nicht schließen lassen. Nach ein paar Reparaturarbeiten und mit nackter Gewalt sind wir zum guten Schluss erfolgreich. Und jetzt geht es früh ins Bett.

Flatiron Mountains

Geröllhalde auf dem Weg zum Gipfel


Montag, 25. Mai 2015

|Stefka travels| Ein Tag in Boulder

Heute war ein recht gechillter Tag. Das begann schon damit, dass wir erst um 8:00 Uhr aufgestanden sind.

Den Vormittag haben wir ziemlich vertrödelt. Ich habe mit Leonardo Karten gespielt, während die anderen inklusive Rebecca, die Wäsche waschen musste, mit Haushaltspflichten beschäftigt waren.

Anschließend sind wir los in das Zentrum von Boulder, wo ein Laufevent gerade beendet war. Paraden zum Memorial Day gab es keine. Wir haben u.a. ein Eis gegessen. Boulder ist wirklich sehr schön, mit vielen Backsteinhäusern, eine Universitätsstadt aus dem Bilderbuch. Hier könnte man auch eine Serie wie "Gilmore Girls" drehen. Außerdem haben wir ein Eis gegessen. Ich hatte Lemon und Cookie Dough. Wie alles hier sehr mächtig.

Nach dem Mittagessen wollten Rebecca und ich eigentlich mit Leonardo auf die Flatirons wandern, das mussten wir aufgrund Regens und Gewitter jedoch abbrechen. Stattdessen hat Leonardo uns seinen Lieblingssupermarkt gezeigt.

Zum Abendessen sind Rebecca und ich Indisch essen gegangen. Ich hatte Blumenkohl, Kartoffeln, Reis und Naanbrot mit Karotten (bei dem Brot musste ich unweigerlich an Holger denken, Martina wird wissen, was ich meine ;-).  Das war ein Essen nach meinem Geschmack. Mit Gemüse und ohne Fleisch.

Da wir noch keine Lust hatten, schlafen zu gehen, haben wir in der "Cheesecake Factory" Mojitos getrunken und uns ein Lemon Cheesecake geteilt. Ich frage mich wirklich, wie jemand hiervon eine ganze Portion schaffen soll. Und ich bin ein guter Esser (ein Kompliment, das ich mal von einem Mann bekommen habe).

Sight-Seeing im Supermarkt

Sonntag, 24. Mai 2015

|Stefka travels| Rückkehr aus Yellowstone...

...und die Erkenntnis des Tages: irgendwann gewöhnt man sich an die langen Autofahrten

Heute morgen konnten wir zum Glück ein bisschen länger schlafen als am Vortag. Der Wecker hat um 6:45 Uhr geklingelt und nach Koffer wieder zusammenpacken und Auschecken aus dem Hotel sind wir wieder in Granny's Diner zum Frühstücken gefahren. Dort waren wieder jede Menge "Locals", die genau dem Klischee, das man aus dem TV hat, entsprochen haben: Wrangler-Jeans, teilweise mit Cowboyhut sowie Pick-up. Apropos Pick-up, ich würde liebend gern mal so ein Monster fahren. Ich hatte eine belgische Waffel zum Frühstück. Auch auf die Gefahr hin, wie aus einer Auswandererserie zu klingen: ich könnte ohne deutsches Brot, Brezeln plus Käsweckle vom Rosenberger Bäcker nicht leben. Ich kann also maximal bis Südtirol auswandern. Und für Aksel würde ich mich ausnahmsweise nach Norwegen aufmachen. Das Frühstück in Wyoming fand ich abgesehen von den süßen Sachen ausgesprochen gewöhnungsbedürftig. Rühreier (bei Eiern bin ich sowieso eigen und würde am liebsten nur die von Mama Feuchter, also von Hühnern, die ich "kenne", essen) mit Hackfleisch und Zwiebeln würde ich nie im Leben runter bekommen. Da vermisse ich den leckeren Wrap mit Avocado von Pret-a-manger in New York. Trotzdem ist dieses Diner ein Erlebnis. Wie in einer amerikanischen Fernsehserie. Und die Amerikaner sind meist wirklich so offen, wie sie beschrieben werden. Da wird man von anderen Gästen gefragt, wo man herkommt, was man bislang unternommen hat etc. Kinderlieb sind sie auch. Im Yellowstone hat ein Rentner extra angehalten und gemeint, dass wir mit Leonardo  ("the young man") unbedingt eine Schneeballschlacht machen müssen, da dieser in dem Moment auf einem Schneerest gestanden hat. In Deutschland wären wir höchstens ermahnt worden, dass wir Leonardo nicht unbeaufsichtigt lassen sollen.

Nach dem Frühstück sind wir fünf alle zusammen ins Buffalo Bill Museum, dass aus mehreren Ausstellungen besteht. Ich habe mir zunächst kurz das Waffenmuseum angeschaut, da ich die Idee, ein Museum für Waffen zu machen, als ausgesprochen amerikanisch empfunden habe. Dort sind u.a. Pistolen aus Bonanza ausgestellt. Anschließend habe ich mir die Kunst des Wilden Westens angeschaut. Dort gab es z.B. Gemälde mit Motiven aus Yellowstone. Als nächstes war ich im Naturmuseum, das sich mit Flora und Fauna im Yellowstone beschäftigt. Dort konnte man u.a. lernen, wie man Black Bears und Grizzlies unterscheidet. Oder wie eine Lawine entsteht. Außerdem wurde erläutert, dass 1988 ein Waldbrand 40% von Yellowstone zerstört hat. Die Folgen davon sieht man noch heute. Es wurde auch erläutert, dass Waldbrände etwas Natürliches sind, die neue Chancen bieten. Insgesamt ein super interaktives Museum. Nach einer Pause war ich im Buffalo Bill Museum. Ich kannte diesen bislang nur dem Namen nach, hatte mich aber nie mit ihm beschäftigt, da ich Western nicht mag. Deshalb war es spannend, mehr über sein turbulentes Leben zu erfahren. Im Prinzip hat er Bisons für die Arbeiter des Eisenbahnbaus gejagt, wurde u.a. aufgrund seines Spitznamens berühmt und ist mit einer riesigen Cowboyshow um die Welt getourt. Er war sogar in Stuttgart. Zudem hat er die Stadt Cody gegründet. In das Museum über die Indianer hat es mir leider nicht mehr gereicht.

Nach einer Stärkung und einem Zwischenstopp bei Walmart haben wir uns um ca. 14:20 Uhr auf den Rückweg nach Boulder gemacht. Ich bin in der Mitte der Fahrt für längere Zeit gefahren und hatte ein schreckliches Teilstück, auf dem es dermaßen geregnet hat, dass es massiv Aquaplaning gegeben hat. Ich habe das Steuer umklammert und gehofft, dass ich uns heil da durch bekomme. Insgesamt verging die Fahrt überraschend schnell. Man scheint sich daran zu gewöhnen. Die Weite der Landschaft ist unbeschreiblich und mit nichts in Europa zu vergleichen. Das Fahren auf der Interstate ist total easy, da die Straßen breit und im Verhältnis nur wenige Autos unterwegs sind. Die amerikanischen Verkehrsschilder sind anders als in Deutschland. Es wird kaum mit Symbolen gearbeitet. Man muss immer viel Text lesen. Mein Lieblingshinweis: "Buckle up! Click it or ticket!" Noch besser als "Ich bin die B2?? und keine Müllhalde" in Österreich. Außerdem sind die Ampeln auf der anderen Straßenseite. Auch sehr speziell.

Irgendwann nach 22:00 Uhr waren wir in der Wohnung von David und sind in Leonardos Zimmer gezogen.

Bisons haben so ein liebes Gesicht. Ob mein Vater mir ein Bison kauft?!

Ich und ... Aksel!

|Stefka travels| Tag 2 im Yellowstone Nationpark...

... als ich die Automatikschaltung zu schätzen lernte.

Für heute morgen hatten wir als Abfahrtszeit in den Nationalpark 7:30 Uhr ausgemacht, was für Rebecca und mich hieß, dass der Wecker um 6:00 Uhr geklingelt hat. Das war nach einer kurzen Nacht ziemlich hart. Insbesondere nach einem Blick aus dem Fenster: Regen. Pünktlich standen wir vor dem Motel von Ana, David und Leonardo. Ein ziemlich verschlafener David kam aus der Tür und Rebeccas Voraussage hat sich bestätigt: bei den Dreien hat etwas mit dem Wecker nicht geklappt und sie waren erst vor wenigen Minuten aufgewacht. Also sind Rebecca und ich erst einmal in aller Ruhe zum Frühstücken gefahren. Durch Zufall fanden wir ein amerikanisches Diner aus dem Bilderbuch inklusive Einheimischer mit Cowboyhut und Pick-up. So wie man das aus dem TV kennt. Ich hatte Pancakes mit Erdbeeren und Schlagsahne. Lecker, aber ich vermisse meine ungesüßten Himbeeren mit Haferflocken.

Nach einem Zwischenstopp bei Walmart, der Rebecca und mich mindestens so fasziniert hat wie ein Museum (wo in Europa findet man schon Cheeseballs - eine Art Chips - in einem 50 cm hohen, durchsichtigen Plastikbehälter?), sind wir nach 9:00 Uhr los in den Nationalpark. Für diese Wegstrecke durfte/musste Rebecca zun ersten Mal ans Steuer. Im Nationalpark habe ich das Fahren übernommen und wir sind noch einmal ewig gefahren, um zu dem Geysir "Old Faithful" zu gelangen. Das Wetter war sehr wechselhaft und leider hat es in Strömen geregnet, als wir auf den Ausbruch des Geysirs gewartet haben. Ich war unendlich froh, meinen Schirm dabei zu haben. Es war etwas bizarr, mit einer Horde weiterer Besucher im Kreis zu stehen und auf den Ausbruch zu warten. Allgemein war heute sehr viel mehr los als gestern, was vermutlich an dem langen Feiertagswochenende gelegen hat. Auf dem Weg zu "Old Faithful" haben wir auf der Gegenfahrbahn bereits einen kilometerlangen Stau gesehen und mir schwante Böses... Der Geysirausbruch selbst war beeindruckend, aber auch im Vergleich zu dem Aufwand, den wir betrieben haben, um dort hinzugelangen, schnell vorbei. Das fand ich am heutigen Tag insgesamt nicht so toll: das Verhältnis zwischen betriebenem Einsatz und Output hat für mich nicht gestimmt. Wir saßen ewig im Auto (und ich auch echt lang am Steuer), haben aber kaum etwas außerhalb des Autos unternommen: nach dem Geysirausbruch saßen wir bei Hagel eine Weile in der urigen angrenzenden Lodge fest. Danach sind wir einen kurzen Rundgang mit weiteren Geysiren und heißen Pots etc. abgelaufen und haben eines dieser bunten Löcher (thermale Pools) angeschaut, wobei wir Rebeccas Liebling, den "Morning Glory Pool", nicht gefunden haben. Das war's. Und das ist für mich kein Naturerlebnis. Natur pur ist für mich, wenn ich zum Wandern von Seis aus mit der Bahn auf die Seiser Alm fahre und dort den ganzen Tag zu Fuß verbringe.

Als wir auf dem Rückweg zum Parkausgang waren, hat sich meine schlimmste Befürchtung bestätigt: wir standen über eine Stunde im Stau. Da ist man mitten im Nationalpark und kommt sich vor wie Montag morgens auf dem Pragsattel bei Bahnstreik. Und was hat den Stau verursacht? Vermutlich eine Herde Bisons, die die Straße überquert hat. Immerhin habe ich so kapiert, welchen Vorteil die Automatikschaltung hat: man muss bei Stop-and-Go nicht kuppeln.

Am Ende des Nationalparks haben wir in einem Diner zu Abend gegessen. Ich hatte einen Black Beans Burger mit Pommes. Endlich etwas ohne Fleisch! Außerdem muss ich zugeben, dass ich die amerikanische Coke/Pepsi mit viel Eis liebe. Unser Kellner war total goldig. So dieser typische Highschool oder Colleage Boy, der nebenher im Diner jobbt. Nur bin ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll, dass er mich "m'am" genannt hat.

Gegen 23:00 Uhr sind wir glücklich in Cody angekommen.

Frühstück

Alle warten auf "Old Faithful"

"Old Faithful"

Was aussieht wie ein Pilz, ist in echt vulkanische Aktivität.

Die blaue Lagune

Durch Waldbrand verwüstete Landschaft

Freitag, 22. Mai 2015

|Stefka travels| Tag 1 im Yellowstone National Park

Der Morgen fing chaotisch an, da Rebecca und ich zunächst keine Frühstücksmöglichkeit gefunden haben. Ana, David und Leo sind in einem Motel mit Frühstück und wir in einem Hotel/Lodge ohne. Besonders groß wurde die Aufregung, als uns aufgefallen ist, dass wir die Adresse von deren Hotel nirgends abgespeichert haben und wir uns nicht sicher waren, ob wir das Motel wieder finden würden. Hier hat sich mein Orientierungssinn als besser als jemals gedacht entpuppt, und ich konnte den Weg herleiten. Ein Diner haben wir schließlich doch noch gefunden. Ich habe Pancakes in der gesunden Variante mit Nüssen und ohne Mehl gegessen. Die Pancakes selbst waren nicht schlecht, aber der Maple Sirup ist mir nicht bekommen. Könnte ich nicht noch einmal essen. Apfelmus fände ich als Beilage passender.

Cody hat sich als viel weiter weg vom Nationalpark entpuppt als von mir erwartet. Wir brauchen einfach über eine Stunde. Der Weg ist zwar landschaftlich schön, aber das nutzt sich bei mehrmaligem Hin-und Herfahren ab. Ich würde künftig definitiv ein Hotel im Nationalpark nehmen.

Und auch im Nationalpark hatte ich mir den Ablauf anders vorgestellt. Meine europäisch geprägte Vorstellung: man stellt das Auto am Eingang ab, im Park dürfen keine Autos fahren und man wandert anschließend auf ausgeschilderten Wegen umher. Tatsächlich darf man im Nationalpark Auto fahren, was dazu führt, dass man im Nationalpark eine Art Rundreise unternimmt. Ich hatte zeitweise ein Norwegen-deja-vu.

Davon abgesehen ist die Natur wirklich atemberaubend. Vor allem der Grand Canyon of Yellow Stone mit seinen beiden Wasserfällen hat mich tief beeindruckt. Da muss selbst ich zugeben, dass die norwegischen Wasserfälle nicht mithalten können.

Ansonsten merkt man den vulkanischen Ursprung an vielen stellen. Es gibt nach Schwefel stinkende, dampfende Caldrone und mit Schlamm gefüllte blubbernde Löcher.

Die Landschaft ändert sich ständig. Karge Hochebenen, Kiefernwälder inklusive diverser verkohlter Bäume, vereinzelte Birken, futuristische Felsformationen... In manchen Teilen liegt sogar noch Schnee! Ich hätte nicht gedacht, dass ich in diesem Winter noch einmal Schnee berühren werde.

Die Fauna muss man ebenfalls hervor heben: Wir haben u.a. Horden von Bisons, drei Bären und Elche gesehen. Ich habe ein Bild von mir mit einem "Aksel" im Hintergrund, wheee... Alles in freier Wildbahn und teilweise nur wenige Meter entfernt.

Das Wetter war wechselhaft. Sonne, Wolken, Regen - alles war dabei. Zum Schluss waren wir an den Mammoth Hot Springs. Dort fing es stark zu regnen an, und ich wurde patschnass. Ein weiterer kleiner Schreckmoment: Ana wurde beschuldigt, mit ihrer Tür das nebenstehende Auto beschädigt zu haben. Ließ sich zum Glück aufklären.

Leonardo ist zu 99% super gut drauf und definitiv der genügsamste, unkomplizierteste 6-jährige, den ich je erlebt habe. Außerdem scheint er Fan von mir zu sein und wollte beim Essen neben mir sitzen.

Irgendwann zwischen 21:00 und 22:00 Uhr waren wir zurück in Cody und haben zu Abend gegessen. Ich muss sagen, ich bin ein bisschen enttäuscht von den amerikanischen Restaurants. Eigentlich gelten diese als fortschrittlich, aber ich musste schon 2x etwas mit Fleisch essen, weil kein vegetarisches Gericht auf der Karte war. In Deutschland gibt es in jedem Burgerladen einen Veggieburger. Süßkartoffelpommes und paniertes Hähnchen waren mir heute eindeutig zu viel Frittiertes. Ich freue mich auf's Kochen daheim.

Ich liebe Bilder von Blumen und Pflanzen.

Yellowstone - vulkanischer Untergrund

Bisons

Grand Canyon of Yellowstone

Bären in freier Wildbahn

der Ranger...

|Stefka travels| Ankunft in Boulder und Weiterreise nach Yellowstone...

... or the most epic car tour ever

Der Flughafen in Denver ist riesig. Zum Baggage Claim sind wir mit der Flughafenbahn gefahren. Nach einer kurzen Pause, in der Rebecca Kaffee über ihren Rucksack und meine Handtasche geleert hat, haben wir gegen 11:00 Uhr Ortszeit (zwei weitere Stunden Zeitverschiebung) unseren Hundayi Mietwagen in Empfang genommen. Zu Hertz wurden wir mit einem Busshuttle gefahren. Dort begann das Abenteuer Automatik. Ich habe mich zuvor bei Wikipedia in die Erläuterungen eingelesen und es hat überraschend gut geklappt. Mit der App auf dem Tablet haben wir Boulder relativ problemlos erreicht, wobei auf dem Highway viel los war und ab und zu die Spuren auf mysteriöse Art und Weise geendet haben.

Angekommen bei Rebeccas Bruder David in der Wohnung haben wir mit ihm und seiner Frau Ana zu Mittag gegessen. Nach einigem hin und her ("man könnte doch auch noch gekochte Eier mitnehmen?!") sind wir Ana und Davids Sohn Leo in der Schule abholen gefahren. Von dort ging gegen 15:00 Uhr das Abenteuer Überlandfahrt los.

Nachdem wir den Großraum Denver verlassen hatten, wurde die Landschaft langsam immer karger und unbewohnter, und man konnte begreifen, was "the great plains" bedeutet. Es hat mich teilweise an die Hochebenen Norwegens oder Island erinnert. Irgendwie hat auch diese Landschaft ihren Reiz, besonders bei dem vorherrschenden Sonne-Wolken-Mix. Die Grenze zu Wyoming haben wir relativ schnell erreicht. Manchmal kam meilenweit nichts außer Prärie. Dann wieder einsame Pferdeherden auf riesigen Koppeln. Ölpumpen. Windräder. Halbverrostete Pick-ups. Trotzdem war es schwer zu begreifen, dass wir uns auf der anderen Seite des Atlantiks befinden. Wahrscheinlich fühlt sich durch die vielen amerikanischen Filme alles irgendwie heimisch an. Wir haben lediglich zwei Zwischenstopps an einem Supermarkt (hier gibt es M&Ms mit Mandeln!) und an einer Tankstelle  (bei der ich eine Ehrenrunde um die Zapfsäule hingelegt habe, weil ich dachte, durch Drumherumfahren kann ich die Seite wechseln, um mit dem Tankdeckel neben der Zapfsäule zu stehen...). Ich bin ca. 2 oder 3 Stunden gefahren.

Irgendwann wurde es schlagartig dunkel. Auch die Landschaft hat sich verändert. Es wurde bergig. Leider kamen auch einige starke Regenperioden dazu. Ich habe David unterhalten, damit er am Steuer nicht einschläft. Die letzten 70 Meilen haben sich gezogen, aber gegen 23:00 Uhr sind wir glücklich in Cody angekommen (Disneyland im Westernstil, sehr künstlich) und sind in unserem Motel eingecheckt. Um 0:00 Uhr lagen wir in unseren riesigen Betten...

Donnerstag, 21. Mai 2015

|Stefka travels| Vierter Tag in New York...

... Abschied


Ein weiterer Post von über den Wolken. Um 2:00 Uhr hat der Wecker geklingelt. Eine der kürzesten Nächte ever. Ab da hatte ich eine Stunde Zeit bis zur Abholung, was hieß, alles musste zackig vonstatten gehen. Ich habe mich nicht getraut mit Brille zu fliegen, da ich auf meinem Passfoto keine trage. Also musste ich zusätzlich Zeit in ein bisschen Mascara etc. investieren. Man weiß ja nie, wen man auf einem Flug so trifft. Hat sich bislang aber nicht gelohnt.

Entgegen meiner Befürchtungen hat der Transfer mit Super Shuttle völlig problemlos geklappt. Unser Fahrer hat bereits vor der Tür gewartet. Ein Bär von einem Mann in einem riesigen schwarzen Auto. Das war alles sehr amerikanisch.

Zu La Guardia war es nur ein Katzensprung und wir haben eine halbe Stunde gebraucht. Zum Glück konnten wir die Koffer sofort aufgeben. In meinem Koffer ist noch Puffer für weitere Einkäufe, während  Rebecca ihren öffnen und umpacken musste.

La Guardia ist nicht gerade der modernste Flughafen und der gesamte Bereich vor den Gates ausgesprochen ungemütlich. Außerdem waren Gruppen von Airportangestellten unterwegs, die stark dem Klischee "Amerikaner = laut" entsprochen haben. Sorry guys but it was true... Und so was kann ich unausgeschlafen nur schwerlich ertragen. Fast so schlimm wie Frühstück bei der Klausurtagung.

WLan hat leider nicht funktioniert, wobei das, glaube ich, daran lag, dass ich einen Zwischenschritt, zu dem man normalerweise automatisch geleitet wird, vergessen habe.

Der Sicherheitscheck war so, wie man sich ihn vorstellt: Kasernenhofbefehlston verbunden mit dem Gefühl, absolut verdächtig zu sein. Man musste sogar die Schuhe ausziehen  (das habe ich allerdings in Budapest auch schon erlebt) und der Körperscanner kam wieder zum Einsatz. Aufgrund dieser Umständlichkeiten kommt man erst zwei, drei Minuten nach dem durchleuchteten Gepäck am Ende des Rollbands an, was ich gefährlich finde, schließlich liegt das Tablet offen in einer Box und kann jederzeit von einem anderen Passagier oder vom Personal entwendet werden. Man selbst hat in dem Fall keinerlei Nachweis in der Hand, dass man überhaupt ein Tablet dabei hatte. On a positive note: meine Kamera plus Zubehör wurde dieses Mal als unbedenklich eingestuft

Am Gate gab es einen leckeren Bäcker und ich habe eine Apfeltasche gefrühstückt. Auf dem Flug gibt es nur Getränke, obwohl es kein Pendant zu einem europäischen Billigflieger ist. Man hat viel Beinfreiheit und die Sitze sind ungewöhnlich groß.

Mittwoch, 20. Mai 2015

|Stefka travels| Dritter (und letzter) Tag in New York...

... man fühlt sich fast schon heimisch.

Aufgestanden sind wir wie an den vergangenen Tagen um 7:00 Uhr. Nachdem ich am Tag zuvor den ganzen Tag die Lederjacke umher geschleppt habe, ohne sie zu brauchen, und auch meine schwarze Hose viel zu dick gewesen ist, habe ich mich heute leicht angezogen und auf eine Jacke verzichtet. Prompt ging den ganzen Tag ein kalter Wind, was mich zu einem Notkauf genötigt hat. Dazu später mehr.

Nach dem Frühstück, bei dem ich auf meinem Getränk als "Stephanie" und auf meinem Panini als "Tiffany" bezeichnet wurde, also quasi als beide Stieglers auf einmal (Eislaufinsider für ganz alte Fans, quasi aus den guten alten Zeiten von Marina Kielmann und Co.), sind wir zu "Century 21" in Downtown Manhattan. Dort gibt es diverse Marken zu günstigeren Preisen, eine Art Outlet. Als wir dort ankamen, war nicht viel los, obwohl im Reiseführer dessen Beliebtheit betont wurde. Mir war das ganze eine Spur zu unübersichtlich und teilweise auch ramschig. Von der Einrichtung her eher ein Eberl denn ein Breuni. Trotzdem habe ich ein Top von "Moods of Norway" (gab's leider nicht in S, sonst hätte ich es gleich noch als Mitbringsel mit) und eine knielange, pinke Hose von adidas erstanden (irgendwie komisch, da kauft man in NY Produkte von adidas...). Rebecca hat u.a. die Selma in mini von Michael Kors mit.

Größer könnte der Kontrast nicht sein, danach sind wir zum 9/11 Denkmal am Ground Zero und zum One World Trade Center. Die Gedenkstätte ist wirklich eine architektonische Meisterleistung und lässt einen erschauern. Man kann nicht glauben, dass man an der Stelle steht, die man 2001 hundertfach im TV gesehen hat. Am Schauplatz eines der Ereignisse, von denen man sein Leben lang wissen wird, wo man gewesen ist, als man davon erfahren hat (die anderen Ereignisse, über die ich das sagen kann, sind positiver, z.B. als ich 1996 beim Golden Goal von Oliver Bierhoff Zähne geputzt habe). Ich hatte vorher keine Bilder vom Denkmal gesehen und war deshalb umso beeindruckter.

Anschließend sind wir in die St. Paul's Chapel. Diese winzige Kirche, die neben den Wolkenkratzern am Ground Zero völlig deplatziert wirkt, wurde wie durch ein Wunder von den Druckwellen der Explosionen am 9/11 verschont und wurde deshalb zu einer Anlaufstelle für all die traumatisierten Helfer. Durch Zufall sind wir quasi mitten in ein Konzert geraren und haben uns Kantaten von Bach angehört. Die Wartezeit auf den Beginn des Konzerts habe ich mir durch blättern im Reiseführer verkürzt. Schon speziell, Gesang mit deutschen Texten mitten in NY...

Langsam waren wir so richtig durchgefroren und ich musste besagten Notkauf tätigen: eine Sportjacke von adidas und einen Schal, der eigentlich für meine Mama bestimmt ist. Jetzt war im Outlet die Hölle los. Kein Vergleich zu morgens.

Gegessen haben wir bei Pret-a-Manger. So lecker, ein Wrap u.a. mit Avocado und ein Muffin, das tatsächlich nicht überzuckert war.

In einer Drogerie wurden wir endlich in Sachen Kosmetik fündig, nachdem wir an den vergangenen Tagen bereits verschiedene Läden aufgesucht hatten.

An der Wallstreet und dem zugehörigen Bullen sind wir ebenfalls vorbei gekommen. 

Zum Abschluss sind wir mit der kostenlosen Fähre nach Staten Island. Auf der Fahrt sieht man die Freiheitsstatue und die Skyline von New York. Auf der Rückfahrt hatten wir eine Fähre mit Balkon außen und konnten alles ohne störendes Fenster sehen. Außerdem wurden wir von einem alleinreisenden Schwaben angequatscht. Shades of 2004. Im übrigen hat Petra gefehlt, die sonst immer die Konversation mit den alleinreisenden Herren schmeißen darf. Siehe Sölden oder Bulgarien. Nur gewisse Nationen, die in Gruppen auftreten, machen wir selber... Eine Horde Matrosen war übrigens auch mit an Bord.

Nach der Rückkehr in Manhattan haben wir bei Friday's gegessen. Leider ohne Mickey Mouse und sonstige perky Kellner.

Nach dem Packen heißt es 2 1/2 Stunden schlafen, dann geht es hoffentlich auf zum Flughafen, ich habe Panik, dass der Shuttle nicht kommt...

One World Trade Center

St. Paul's Chapel

OPI love

Tradition und Moderne

Freiheitsstatue

Dienstag, 19. Mai 2015

|Stefka travels| Zweiter Tag in New York...

... und ein mega Programm. 


Wir sind wieder zur gleichen Zeit wie gestern aufgestanden und heute konnte ich bis um 7:00 mit einer Unterbrechung durchschlafen.

Zuerst sind wir mit der Subway zum Rockefeller Center gefahren. Und da man bei "Starbucks" weiß, in welchen Getränken Kaffee drin ist, waren wir dort frühstücken. Ich hatte einen Chocolate Chip Frappuchino mit Sojamilch. Kam mir süßer vor als in Deutschland. Dazu ein "egg salad sandwich". Bei dem hat man eindeutig Zucker aus dem Brot raus geschmeckt. Wie man Zucker ins Brot machen kann, ist mir ein Rätsel. Auch gibt hier wirklich nur datschiges Brot. Ist also kein Klischee.

Da wir Zeit zu überbrücken hatten, sind wir in die St. Patrick's Cathedrale, die jedoch innen aktuell massiv umgebaut wird. Trotzdem eine wunderschöne katholische Kirche, die sich zwischen all den Hochhäusern versteckt.

Anschließend sind wir ins MoMA und haben uns die fünfte und vierte Etage angeschaut. Es gab moderne Kunstwerke sehr bekannter Künstler wie Picasso, Dali, Liechtenstein, Warhol etc. Die berühmtesten Bilder dürften die "Sternennacht" von van Gogh und die "Wasserlilien" von Monet gewesen sein. Mir persönlich am Besten gefallen haben das Bild eines Parks von Gustav Klimt und zwei Werke von Gerhard Richter (Lieblingsmaler von Kerstin und mir...).

Zwischen den zwei Stockwerken haben wir Pause in der Cafeteria gemacht. Wahnsinnig leckeres Essen. Als guter Deutscher hatte ich Spargel auf Foccachia.

Es gab auch eine Sonderausstellung zu Björk (ausverkauft) und eine zu Yoko Ono. Bei Letzterer haben sich die Amerikaner gar nicht prüde gezeigt. Viel nackte Tatsachen.

Im  Anschluss sind wir die 5th Avenue hinunter bis zur Public Library. Da war ein Stopp Pflicht, schließlich wollte ich auch einmal wie ein echtes "Gossip Girl" auf den Stufen davor sitzen. 

Die Grand Central Station war ebenfalls sehr beeindruckend. Was für ein wunderschönes Deckengemälde mit Sternenhimmel! Hier kam mir zum ersten Mal der Gedanke, was für ein Vorteil es für den historischen Content einer Stadt ist, wenn sie nicht im 2. Weltkrieg zerstört wurde. Außerdem finde ich, dass das Zusammenspiel zwischen modernen Wolkenkratzern und historischen Gebäuden den Reiz New Yorks ausmacht. So etwas habe ich noch nirgends anders gesehen.

Bei Sak's waren wir ebenfalls kurz. Wem dieser Name nichts sagt: das ist der Breuni von NY. Inklusive Bär als Maskottchen. Ob der auch bei einem Sportverein als Maskottchen herumhüpft, weiß ich jedoch nicht.

Danach sind wir die Park Avenue hoch und abgekämpft im Central Park angekommen. Morgens war das Wetter grau und nieselig und nachmittags plötzlich warm und sonnig. Und warm mündet in NY wohl unweigerlich in leicht stickig.

Der Central Park ist riesig. Inklusive diverser Seen, einer Autostraße, Felsen und Schildkröten.

Auf dem Rückweg haben wir die Chance genutzt, auf Top of the Rocks zu fahren. D.h. wir mussten uns unter Anleitung von super perky Anweisern in diverse Schlangen einreihen ("side by side", "2 and 2"), um auf die Aussichtsplattformen des Rockefeller Center zu gelangen. Der Anblick der beleuchteten Stadt in der Dämmerung hat dafür entschädigt. Vor allem das lila/pink angestrahlte Empire State Building war toll.

Nach ein bisschen Subway-Chaos (nicht alle Stationen werden aufgrund Bauarbeiten angefahren  - kommt das jemandem bekannt vor???) waren wir um ca. 22:00 in der Wohnung.

Und jetzt bin ich wirklich fertig und müde... Good night, everybody...

St. Patrick's Cathedrale

St. Patrick's Cathedrale - Baustelle

Spargel im MoMA

Kunst im MoMA

Rose im MoMA

Like a Gossip Girl...

Central Station

Central Park

Empire State Building by Night