Freitag, 14. August 2015

|Leseliebe| Kinder- und Jugendbücher - meine Top Ten (Teil 1)

An dieser Stelle möchte ich die ersten fünf Titel meiner liebsten zehn Kinder- und Jugendbücher vorstellen. Ich habe mich entschieden, meinen Beitrag aufuzuteilen, da er ansonsten einfach zu lang geworden wäre - und ich Bedenken habe, dass ihn kein Mensch komplett durchliest...

„Bille und Zottel“ von Tina Caspari

 Die klare und unangefochtene Nr. 1. Ich weiß nicht, wie oft ich alle Bände dieser Reihe verschlungen habe. Die Gesamtausgabe steht immer noch in meinem Bücherregal bei meinen Eltern daheim. Habe ich im Gegensatz zu vielen anderen Kinder-und Jugendbüchern nie in eine Kiste verpackt und auf den Dachboden geschafft.

Bei der Reihe handelt es sich um eine typisches Pferdegeschichte rundum Bille, die am Anfang dafür kämpfen muss, überhaupt reiten zu dürfen und ihr freches ehemaliges Zirkuspony Zottel. Für mich sind der Humor, die Spannung der Geschichten und die Charaktere aus der Masse der Pferdebücher herausgestochen. Außerdem war ich ein klitzekleines bisschen in Simon Henrich verliebt. Und ja, ich kann nach all den Jahren noch immer die Namen vieler Protagonisten aufzählen. Auch die einiger Pferde („Black Arrow“, "Santorin", "Feodora", "Nathan", "Florentine", "Sternchen", "Stella"...).

„Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren

 Die Gesamtausgabe habe ich zum 8. Geburtstag bekommen und innerhalb von zwei Wochen in den Osterferien fertig gelesen. Wahrscheinlich ist damals meine Liebe zu Skandinavien erwacht. Die Abenteuer von Lisa, Inga, Britta, Lasse, Bosse und Ole (ja, auch diese Namen haben sich unwiderruflich in mein Gedächtnis eingebrannt) sind einfach zeitlos schön. Es mag eine heile Welt sein, aber wenn man als Kind mit einer überbordenden Fantasie gesegnet ist und deshalb nach dem Anhören von „Räuber Hotzenplotz“-Hörspielen Nächte lang nicht schlafen kann, dann sind solche Geschichten genau das, was man als Kind braucht. Ich würde mein Kind nie mit brutalen Märchen quälen und lieber zu den „Kindern aus Bullerbü“ greifen.  

„Dolly“ und „Hanni und Nanni“ von Enid Blyton

 Ich nenne an dieser Stelle beide Reihen, denn ich kann mich nicht für eine der zwei entscheiden. Und ja, ich weiß, dass das Werk von Enid Blyton von Pädagogen und Literaturwissenschaftlern kritisch gesehen wird. Mich als Kind haben weder der wenig feminine Ansatzpunkt noch die vielleicht etwas zu plakativen Charaktere gestört. Ich wollte einfach nur abtauchen in diese faszinierenden Internatswelten. Ich glaube auch nicht, dass es mir geschadet hat. Zumindest habe ich nicht mit 20 ohne Ausbildung geheiratet, um mich von einem Mann abhängig zu machen...

Bei den Geschichten um „Dolly“ geht es um ein einzelnes Mädchen, das ins Internat geht und sich dort behaupten muss. Man begleitet sie auf der Suche nach ihrem Platz in der Internatshierarchie und nach einer besten Freundin. Es gibt sehr viele Bände, am Ende arbeitet Dolly selbst im Internat und ist verheiratet.

In „Hanni und Nanni“ stehen die Zwillinge ihrem Aufenthalt im Internat anfangs sehr kritisch gegenüber und möchten dieses möglichst schnell wieder verlassen. Mit der Zeit finden sie sich dort ein und genießen ihre Zeit mit neuen Freunden, Streichen und Abenteuern. „Hanni und Nanni“ ist auch heute noch in aller Munde, denn es kamen in den letzten Jahren deutsche Filme, die auf der Vorlage basieren, ins Kino.


Da es etwas schwierig ist, diesen Post mit Bildern von den vorgestellten Büchern aufzulockern, habe ich mich entschlossen, einfach ein altes Bild aus meinem Fotoalbum einzufügen: Mini-Stefka, immer mit einem Buch in der Hand anzutreffen. Auch auf einem weihnachtlichen Gruppenbild mit Bruder, zwei Cousins (einer davon bockig) und Tante.

„Ausgerechnet Islandpferde“

Das Buch habe ich leider nie besessen, denn ich hatte es aus der Stadtbibliothek ausgeliehen. Trotzdem erinnere ich mich noch immer gerne an das Buch. Vermutlich hatte ich es mehrfach ausgeliehen. Die Handlung kenne ich nicht mehr im Detail, aber grob geht es darum, dass ein deutsches Mädchen ihren Urlaub gezwungenermaßen (und am Anfang mit entsprechender Begeisterung) auf Island verbringen muss. Sie nähert sich Land, Leuten und Pferden nur langsam an, aber dann macht sie Bekanntschaft mit dem „schwarzen Tod“ (isländischer Schnaps) und auch der Sohn des Hofes, auf dem sie wohnt, beeindruckt sie nachhaltig. Neben den üblichen Pferdebuchingredienzien haben mir vor allem die Schilderungen der schweigsamen, naturverbundenen Isländer gefallen.

Islandpferde waren schon immer meine Lieblingspferderasse und seit ich dieses Buch gelesen habe, möchte ich nach Island reisen. 

„Burg Schreckenstein“ von Oliver Hassencamp

Auch hier war ich im Besitz der Gesamtausgabe. Merkt man, dass ich einen Faible für Gesamtausgaben hatte?!

Schon wieder eine Internatsgeschichte, aber dieses Mal geht es nicht um reine Mädcheninternate wie bei Enid Blyton sondern um ein Jungeninternat, das anfangs mit dem benachbarten Mädcheninternat in liebevoller Feindschaft verbunden ist, was zu viel Potential für Streiche und Kabbeleien führt. Später stellen die Jungs fest, dass Mädchen gar nicht so doof sind...

Erneut Jugendliteratur, die vom Feuilleton kritisch gesehen wird. Von wegen Gemeinschaft über allem und kein Platz für das Individuum. Irgendwie gewinne ich langsam den Eindruck, dass ich als Kind nur Schund gelesen habe. Ganz ehrlich, ich konnte mich einfach nicht für ernsthafte – was in den meisten Fällen mit deprimierend gleichzusetzen war – Kinder-und Jugendliteratur à la „Rolltreppe abwärts“ begeistern. Letzteres mussten wir für die Schule lesen, und ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich viel Spaß daran hatte.


Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand die Idee aufgreift und seine eigenen Favoriten aus Kindheit und Jugend vorstellt. Entweder auf dem eigenen Blog oder unten in meinen Kommentaren.


Und eine weitere, allgemeine Frage: gibt es außer mir noch jemanden, der sich an die ersten Bücher erinnert, die er jemals selbst gelesen und besessen hat? Bei mir waren es Bücher in dieser „Schreibschrift“ für Leseanfänger und sie hießen „Das Krokodil des Herrn Pfefferminz“ und „Lieber kleiner Igel“ - beide aus dem „Schneider-Buch“-Verlag. Ich erinnere mich gut daran, dass ich alle Klassenkameraden mit älteren Geschwistern beneidet habe, denn die hatten bereits Bücher geerbt und konnten lesen und tauschen, während ich auf meinen Geburtstag waren musste, um mein erstes, eigenes Buch in Händen zu halten. Danach habe ich schnell aufgeholt und bald die umfangreichste Sammlung von allen besessen.

Hier geht es zu Teil 2 meiner Top Ten Kinder- und Jugendbücher.

Kommentare:

  1. Danke für die tolle Idee! Ich werde die sicherlich auf meinem Blog auch aufgreifen.

    Ich habe viele der Bücher in deiner ersten Top 5 auch gelesen und gemacht, also Bille & Zottel, Dolly/Hanni & Nanni, Burg Schreckenstein und "Die Kinder von Bullerbü". Letzteres gehört auch zu meinen absoluten Top-Favoriten. Astrid Lindgren liebe ich, vor allem "Kinder von Bullerbü" und "Madita". Sie hat ja durchaus auch düsterere Kinderbücher geschrieben, so z.B. "Die Brüder Löwenherz". Das war mir z.B. als Kind etwas zu heftig, aber als ich es als Erwachsene wieder gelesen habe, fand ich es unglaublich total (aber immer noch furchtbar traurig).

    Ich habe übrigens auch immer gerne düstere und problembehaftete Kinder- und Jugendbücher gelesen (dazu gehören z.B. "Krabat" und "Nennen wir ihn Anna", aber halt nicht ausschließlich und ich finde auch nicht, dass sowas automatisch "besser" sein muss als pure Unterhaltung. Es geht ja drum worauf man grade Lust hat.

    Und was Enid Blyton angeht: Soooooo stereotypisch finde ich Enid Blyton's Charaktere gar nicht. Grad bei den "5 Freunden" verkörpert George ja z.B. kein "typisches Mädchen". Abgesehen davon, dass die meisten Charaktere und Plots in Mainstream Krimis/Thriller/Chicklit/Fantasy/Romance ja wohl kaum literarisch anspruchvoller sind ;-) Außer ihren Internatsbüchern und 5 Freunde fand ich auch noch die "Abenteuer" Serie und die "Geheimnis um" Serie toll.

    Alle meine Lieblingskinderbücher fand ich übrigens immer noch total toll wenn ich die als Erwachsene mal wieder gelesen habe...spricht auch für die Qualität ;-)

    Ich mochte übrigens Räuber Hotzenplotz. Dafür hatte ich als Kind total Angst vor der Sesamstraße :D

    Übrigens kenne ich "Ausgerechnet Islandpferde" zwar nicht, aber dafür hab ich den "Schwarzen Tod" (Brennivin) schon getrunken :D Hab sogar ne Flasche zuhause.

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  2. "Die Brüder Löwenherz" habe ich auch erst vor ein paar Jahren gelesen. War in einer Biografie über Astrid Lindgren enthalten. Hat mir gut gefallen, aber als Kinderliteratur ist es schon sehr ernst.

    Ganz selten habe ich auch mal ernste Jugendliteratur gelesen. "Salto abwärts" z.B. Da ging es um eine Kunstturnerin, die sich zu sehr verausgabt (und, glaube ich, sogar magersüchtig wird).

    Ich hatte am Anfang auch Angst vor der "Sesamstraße" - und zwar vor "Samson"... :D

    Ich freue mich auf Deinen Post.

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