Samstag, 20. Juni 2015

|Küchenzauber| Pull-apart-Cake mit Beeren

Für Hefeteig braucht man keinen Thermomix - Gefühl reicht völlig aus

Mir kommt es immer etwas komisch vor, wenn ich lese "ich habe den Hefeteig mit dem Thermomix gemacht". Das erweckt den Anschein, als wäre die Herstellung eines Hefeteigs ein wahnsinnig komplizierter Prozess, denn man ohne ein technisches Hilfsmittel nicht bewältigen kann. Und tatsächlich kenne ich Leute, die vor Hefeteig zurückschrecken, da dabei ja so viel schief gehen kann. Meine Mutter hingegen hat mich immer mit den Worten ermutigt: "Hefeteig ist der einfachste und kalorienärmste Teig, den es gibt." Von daher habe ich mich vor einigen Jahren ohne Angst an meinen ersten Hefeteig gewagt. Und er ist mir gelungen. Genau wie alle, die ich danach produziert habe. Egal ob mit frischer Hefe oder Trockenhefe. Egal ob süß oder salzig. Ich knete immer mit der Hand und mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Konsistenz des Teigs und weiß, ob er z.B. zu pappig ist und deshalb mehr Mehl benötigt. Gehen lasse ich ihn meist in meinem Schlafzimmer. Bei Sonnenschein stelle ich die mit einem Handtuch abgedeckte Schüssel ans Fenster und bei schlechtem Wetter drehe ich die Heizung auf. Zur Not auch im Juni (so geschehen heute). Außerdem warne ich alle in meiner Umgebung, dass die Tür zum Schlafzimmer geschlossen bleiben muss. Nicht, dass plötzlich gelüftet wird und der Teig einen Zug abbekommt.

Lange Rede, kurzer Sinn: keine Angst vor Hefeteig! Bekommt man problemlos mit der Hand am Arm hin.

Was ich heute gebacken habe: das Pull-apart-Cake aus der "Lecker Bakery" aus dem Jahr 2013. Ich habe das Rezept leicht abgewandelt und auf meine Bedüfnisse und Vorräte angepasst.

Meine Version des Pull-apart-Cakes: mit Himbeeren

Zutaten

- 500 g Mehl plus etwas Mehl zum Auswellen
- 50 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker (ich nehme immer dem aus dem DM - mit echter Vanille und nicht mit Vanillin)
- 1 Würfel frische Hefe1 (oder 1 Päckchen Trockenhefe)
- 1/2 TL Salz
- 50 g Margarine plus 2 EL Margarine plus etwas Margarine zum Ausfetten der Form (im Original Butter)
- 150 ml Wasser (eigentlich Milch, aber ich ersetze diese durch Wasser, da ich laktoseintolerant bin)
- 2 Eier
- Marmelade (ich hatte selbstgemachte Kirschmarmelade, im Originalrezept ist es Johannisbeerkonfitüre)
- ca. 60 g Beeren für das Topping (im Original sind es frische Johannisbeeren, ich habe heute aufgetaute TK-Himbeeren genommen)
- 75 g Puderzucker

Zubereitung

Als erstes habe ich den Hefeteig erstellt. Dafür mische ich in einer Backschüssel das Mehl, den Zucker, den Vanillezucker und das Salz. Dann grabe ich in die Mitte eine Kuhle und brösle die Hefe hinein. Anschließend kippe ich einen Teil des warmen Wassers über die Hefe und verrühre das Wasser und die Hefe, so dass sich die Hefe auflöst. Nach und nach vermenge ich die nunmehr flüssige Hefe mit der Mehlmischung und gebe das restliche Wasser hinzu. Hierfür nutze ich meist den Stil eines (Rühr-)Löffels. Außerdem gebe die zuvor geschmolzene Margarine (wenn es mal schnell gehen muss, spare ich mir das Schmelzen) und die Eier dazu. So bald ich alles so einigermaßen verrührt habe,beginne ich damit, den Teig zu kneten. Man kann hier auch ein Rührgerät mit Knethaken oder eine Küchenmaschine nehmen, aber ich mache es immer mit der Hand. Ich achte darauf, dass der Teig nicht zu klebrig ist. Ggf. füge ich Mehl hinzu. Wenn ich mit dem Teig zufrieden bin, decke ich ihn mit einem Handtuch ab und lasse ihn eine Stunde gehen. Er sollte sich ca. verdoppeln.

Zwischenzeitlich fette ich eine Kastenform.

Wenn der Teig bereit ist, knete ich ihn nochmals durch und welle ihn aus. Bei mir wird es eher ein Rechteck denn ein Quadrat, da ich ein rechteckiges Auswellbrett habe. Immer darauf achten, dass sich der Teig nach dem Auswellen noch von der (gut bemehlten) Unterfläche lösen lässt. Ansonsten lieber noch einmal von vorne beginnen. Auch das Wellholz gut mit Mehl bestäuben!

Anschließend den Teig mit der Marmelade bestreichen und längs in Streifen schneiden. Diese Streifen setzt man aufeinander und schneidet sie quer in Quadrate, die ca. so hoch wie die Kastenform sein sollten. Diese Stapel setzt man dann hintereinander in die Kastenform, so dass diese schön ausgefüllt ist.

Zugedeckt lässt man den Teig in der Kastenform an einem warmen Ort nochmals 30 Minuten gehen.

In der Zwischenzeit den Backofen bei Ober-Unterhitze 175° Grad vorheizen.

Zum Abschluss ca. 2 EL Margarineflöckchen auf dem Kuchen verteilen. Auf einem mit Backpapier oder Alufolie abgedeckten Backblech in den den Ofen schieben. Nach 20 Minuten mit Alufolie bedecken und noch einmal ca. 20 Minuten backen. Hier kommt es ein bisschen auf die Backeigenschaft des Backofens an.

Den fertig gebackenen Kuchen ca. 30 Minuten in der Form auskühlen lassen und vorsichtig stürzen und umdrehen.

Anschließend mit Beeren der Wahl verzieren. Aus 75 g Puderzucker (bei mir war es nur die Hälfte, da ich nicht genügend Puderzucker auf Vorrat hatte) mit ca. 2 EL Wasser oder Zitronensaft anrühren und über den Kuchen träufeln. Ich bevorzuge Zitronensaft, da die Zitronenglasur meine mit Abstand liebste Glasur ist.

Am Besten noch am selben Tag genießen...

Meine Version aus dem letzten Sommer: mit gemischten Beeren oben drauf

Anmerkung

Falls sie jemand wundert, warum ich keine laktosefreie Milch nehme: dadurch, dass es mir während der Zeit, als meine Laktoseintoleranz noch unentdeckt war (zu einer Zeit, als man meinte, Kinder müssten unbedingt "Kaba" trinken, um groß und stark zu werden...), öfters von Milch schlecht geworden ist, habe ich noch immer einen großen "Aber" vor diesem Produkt. Milch pur könnte ich nie im Leben trinken und heißer Kakao mit Milch geht ebenfalls nicht. Von daher habe ich nie Milch daheim. Mittlerweile benütze ich für Chiapudding z.B. Mandelmilch. Aber selbst da ist es so, dass die Mandelmilch auf keinen Fall flüssig auf dem Pudding herumschwimmen darf, sonst erinnert es mich zu stark an echte Milch...



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